Heavy Metal Death Can
Krufs Productions' neuer Survival-Horror versucht nicht, das Genre neu zu erfinden, produziert aber einen charmanten Beitrag dazu.
Es ist trotzdem schön, Spiele zu sehen, die genau wissen, was sie sein wollen, und Heavy Metal Death Can ist in seiner Vision wirklich hyperfokussiert. Das schwedische Team wusste genau, was es wollte, und versucht hier nicht, Survival Horror neu zu erfinden. Nein, sie folgen pflichtbewusst denselben dunklen Fußstapfen wie Resident Evil, Silent Hill und die anderen Klassiker des Genres, und das Ergebnis ist überraschend erfolgreich. Eine charmante und stellenweise angenehm verstörende, aber auch unregelmäßige Reise an Bord eines rostigen U-Boots.
Die Prämisse ist einfach. Du spielst als einziger Überlebender an Bord eines schwedischen U-Boots aus den 1970er Jahren. Der Rest der Crew? Nun, unter mysteriösen Umständen wurden sie in zombieähnliche Monster verwandelt, die nichts lieber wollen, als an dir zu knabbern. Mit anderen Worten: Nichts Ungewöhnliches und ein angenehm unkomplizierter Aufhänger, bei dem die beengten und klaustrophobischen Umgebungen schnell zum absoluten Höhepunkt des Spiels werden. Jeder neue Raum fühlt sich wie eine potenzielle Todesfalle an, in der man sich mit extrem eingeschränkter Sicht durch die Dunkelheit tastet.
Das Team hat es auch wirklich geschafft, das Gefühl einzufangen, das so viele klassische Horror-Abenteuer jener Zeit durchdringt. Feste Kamerawinkel, begrenzte Ressourcen und ein ständiges Risiko-und-Belohnungs-Gameplay, das einen wirklich zweimal über jede Situation nachdenken lässt. Munition wächst nicht auf Bäumen, und Kämpfen ist selten die offensichtliche Lösung. Kurz gesagt, du fühlst dich wirklich verletzlich, und oft ist es am besten, einfach zu versuchen, den Monstern zu entkommen.
Ein weiterer Trumpf im Ärmel des Spiels ist das punktgenaue Sounddesign, bei dem verstörende Effekte und Umgebungsgeräusche brillant miteinander vermischt werden und maßgeblich zur Identität des Spiels beitragen. Dann gibt es auch einige wirklich lustige Anspielungen auf die schwedische Kultur, über die man unmöglich nicht lächeln kann. Wie wäre es zum Beispiel, Snus zu verwenden, um die Gesundheit wiederherzustellen? Etwas, das so absurd wie charmant einzigartig ist.
Doch mit Lob kommt auch Kritik. Denn das Spiel ist sicherlich nicht ohne Probleme, nicht zuletzt die Steuerung, die sich immer wieder unnötig steif anfühlt. Ich verstehe die Idee, natürlich. Aber es gibt eine schmale Grenze, an der Retro aufhört, unterhaltsam zu sein, sondern einfach nur noch frustrierend wird. Nostalgie ist schön und gut, aber wenn es nervig wird zu spielen, geht die Geduld schnell zur Neige.
Auch die Optik lässt zu wünschen übrig, und die Retro-Ästhetik wirkt etwas zu spärlich und zu detaillos. Auf rein atmosphärischer Ebene funktioniert das gut, aber die Umgebungen hätten zweifellos von einer Prise mehr Sorgfalt profitiert. Abschließend muss ich auch das eher schleppende Tempo des Spiels kritisieren; Die ersten paar Stunden fühlten sich etwas unnötig langsam an. Heavy Metal Death Can nimmt sich einfach Zeit, um richtig in Fahrt zu kommen, und selbst dann geht es relativ gemächlich voran.
Gleichzeitig ist es schwer, die Leidenschaft hier nicht zu schätzen. Die Liebe zum Genre und zur Epoche ist offensichtlich, und das zeigt sich besonders in den kleinen Details und dem kompromisslosen Ansatz, bei dem sich die Dinge einfach etwas mühsam, umständlich und – ja – frustrierend anfühlen.
Heavy Metal Death Can wird nicht jeden ansprechen, und das Spiel ist absichtlich altmodisch. Oft so sehr, dass es das Erlebnis negativ beeinflusst. Aber wenn du zu denen gehörst, die sich wirklich nach etwas sehnen, das sich 30 Jahre alt anfühlt, und das Genre so annimmt, wie es damals Ende der 90er war, dann könnte Heavy Metal Death Can sehr wohl das perfekte Spiel für dich sein. Gut gemacht und atmosphärisch, sicherlich, aber auch zutiefst frustrierend.




