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Kritiken Harry Potter and the Deathly Hallows - Part 1

Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1

Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor... Stupor. Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 ist von nun an für immer und ewig verknüpft mit diesem Geschrei eines Jungen…
Christian Gaca Getestet auf Multi Aktualisiert 2 September 2014

Die Xbox 360-Version des Spiels hat nämlich als kleines Schmankerl eine Kinect-Unterstützung spendiert bekommen. Sie bietet je 12 Level für den Solo- und Zweispielermodus an. Diese Level sind ein Musterbeispiel dafür, wie langweilig-generisch das Resultat von vollständig liebloser Videospielentwicklung sein kann. Ein Lizenzspielschrott der ganz üblen Sorte, der weder irgendeine Story bietet noch ein Fünkchen Spielspaß.

In diesem Rail-Shooter wandern wir allein als Harry Potter oder im Zweispielermodus gemeinsam mit Ron Weasley durch eine trostlose Welt. Die EA-Versionen der Filmhelden bewegen sich so unfassbar stocksteif, dass selbst der Fünf-Uhr-Tee bei der Queen dagegen wie eine Orgie altrömischen Ausmaßes anmutet. Optisch sehen Harry, Hermine, Ron & Co. aus wie degenerierte Plastikpuppen, richtig fiese Potter-Zombies. Während wir also nun da so langgelaufen werden, schreien Harry und Ron abwechselnd ihre bekannten Phrasen, je nachdem welcher Zauber gewählt ist: Stupor, Stupor, Stupor, Stupor...

So ein unfassbarer Schrott. Ein Wahnsinn, dass sich jemand traut, das abzuliefern. Die Kinect-Steuerung beruht in diesem Fall größtenteils auf dem Zufallsprinzip. Irgendwie mit den Armen hoch und runter fuchteln, dann macht der Potter schon etwas. Wenn der Zauberschüler nicht gerade zufällig hinter einer Mauer steht und eigentlich präzise zielen müsste - dann dauert's gerne mal etwas länger. Ach, vielleicht hätte ich nicht mit der Kinect-Version starten sollen - aber es kann ja nur besser werden im normalen Spiel. Wird es aber nicht.

Harry Potter, in der hässlichen Version als degenerierte Plastikpuppe...

Die normale Version von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes - Teil 1 darf zum Glück mit dem Controller gespielt werden. Immerhin bietet sie eine Geschichte, die für Fans vielleicht sogar interessant sein könnte. Alle anderen blicken ohnehin nicht durch. Die Grafik ist hier allerdings ebenso scheußlich wie gerade eben. Harry, Ron und Hermine, die degenerierte Potter-Armee aus Kunststoff, wandert durch eine hässliche, öde, triste Welt. Ab und an dürfen wir mit Stupor, Stupor, Stupor, Stupor & Co. ein paar Monster kaputt zaubern und manchmal die A-Taste zum Aufheben von Gegenständen drücken oder um mit jemandem zu sprechen. Eine andere Taste macht Harry unsichtbar, leider nicht für immer und ewig.

Die Level sind generisch bis zum Erbrechen, vor allem in Innenräumen sind die Grafikdetails eine visuelle Zumutung. Die gestellten Aufgaben sind selbst für ein kleines Kind unter Niveau und Spannendes zu entdecken gibt's auch nicht. Um etwas wichtiges zu finden in den Räumen, die alle gleich aussehen, muss man den Vier-Punkte-Zauber benutzen, der den Weg zum Ziel ausleuchtet. Leider funktioniert das nur die Hälfte der Zeit...

Das Spiel wechselt zwischen Erkundungs- und reinen Actionpassagen hin und her und dazu ohne erkennbaren Grund zwischen Third-Person- und Ego-Perspektive. Im Action-Part kann man sich dann wie bei Gears of War (der Vergleich ist ironisch gemeint) hinter der Umgebung verstecken und die Feinde mit dem immergleichen Tastendruck wegfunzeln. Dabei brüllen die Helden natürlich wie immer Stupor, Stupor, Stupor, Stupor - während sie die dummen, von einer Künstlichen Unintelligenz gesteuerten Gegner erledigen. Beim ruhigeren Erkunden darf Harry unsichtbar schleichen. Er wird dabei nur enttrant, wenn er Leute umrennt oder die Energie des Vorhangs im falschen Moment alle ist. Beides passiert nicht, wenn man drei seiner vielen Millionen Gehirnzellen korrekt verdrahtet arbeiten lässt.

Die Geschichte des Videospiels ist ein einziges erzählerisches Chaos, zumindest für all jene, die keine Ahnung vom Potter-Universum haben. Das Spiel setzt blind voraus, dass man den Film gesehen oder das Buch gelesen. Keine Einführung, keine Erklärungen. Rein und los - und dann wird sich herrlich verstrickt im sinnlosen Wechseln von Lokalitäten.

"Wir müssen erst alles erkunden, bevor wir...", sagt Hermine irgendwann im Spiel. Ich bete, dass das nicht wahr ist - und schalte die Konsole erst einmal aus. Das muss ich mir nicht geben, ein bisschen Würde muss man sich bewahren. Das schlimmste an diesem lieblos hingepfuschten Lizenzunsinn ist, dass er nichts von der Magie der Bücher transportiert und nicht auch nur annähernd in die Nähe der Qualität der Filme kommt. Also, lieber lesen oder ins Kino gehen, anstatt das hier zu spielen. Und hoffen, dass Teil 2 niemals produziert wird...

Zusätzliche Wertungen

Grafik
4 / 10
Sound
1 / 10
Spielbarkeit
4 / 10
Langzeitmotivation
2 / 10
3
Mangelhaft von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro Nichts
Contra Hässliche Charaktere, verwirrte Erzählweise, langweiliges Gameplay, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor, Stupor...
Vollständiges Profil 18.512 veröffentlichte Artikel
3
Mangelhaft Netzwerk-Wertung über 1 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler EA Bright Light
Publisher EA
Termin 18 November 2010
Getestet auf Multi
Genre Action
Plattformen
Xbox 360 PS3 Wii PC Nintendo DS
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.