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Gamereactor Kritiken Halo: Spartan Assault
Kritiken Halo: Spartan Assault

Halo: Spartan Assault

Das Twin-Stick-Halo gibt es jetzt auch auf der Xbox One. Trotz vieler Missionen fehlt dem Shooter allerdings die Abwechslung. Es ist kein Meisterwerk.
Mike Holmes Getestet auf Multi 10 Januar 2014

Die Implementierung von Mikrotransaktionen ist aufdringlich und führt die grundlegende Mechanik des Spiels ad absurdum.

Halo: Spartan Assault beschreibt eine neuerliche Erweiterung des Franchises. Durch den Einsatz einer isometrischen Ansicht tritt der neue Titel außerdem in die Fußstapfen von Halo Wars. Der Twin-Stick-Shooter macht - über weite Strecken - richtig viel Spaß. Und trotzdem: Es gibt keinen Master Chief und es ist auch kein Meisterwerk.

Im Kern ist Halo: Spartan Assault ein ziemliches Leichtgewicht. Bei 30 Einzelspieler-Missionen sollte man jede Menge Abwechslung erwarten, doch abgesehen von ein paar Panzer-Missionen erwartet uns nur der Standard-Kram: Escort-Missionen, Suchen und Zerstören, Gegnerwellen vernichten. Es ist alles da und obwohl nichts sonderlich schlecht umgesetzt wurde, zeugt es auch nicht gerade von Originalität.

Die Abwechslung findet sich vielmehr in der Vorbereitung für jede Mission und beim Herumschrauben an den Einstellungen. Letztendlich jagen wir dann dem Highscore hinterher und goldenen Sternen. Im Spiel verdiente - oder im Shop gekaufte - Erfahrungspunkte werden für zusätzliche Boosts verwendet, die etwa Schadens- oder Schildwerte erhöhen. Zur Auswahl stehen auch neue Waffen wie Scharfschützengewehre, Raketenwerfer oder Spartan-Laser sowie Fähigkeiten zur Verteidigung. Die Implementierung von Mikrotransaktionen ist aufdringlich, führt die grundlegende Mechanik des Spiels, nämlich die höchste Punktzahl zu erreichen, ad absurdum. Lediglich ein paar Münzen müssen über den virtuellen Ladentisch wandern und wir haben eine bessere Chance auf eine gute Punktzahl. Das ist unnötig und kommt reichlich zynisch rüber.

Es gibt vier Möglichkeiten, wie wir jede Mission beenden können. Der Wiederspielwert gründet sich deshalb darin, jede Mission mit einem Gold-Abzeichen abzuschließen. Am leichtesten geht das, wenn wir Schädel aktivieren, die direkt aus der Hauptserie übernommen wurden. Die sind deshalb so nützlich, weil sie als Multiplikatoren für unsere Punktzahl fungieren. Wer dann noch Booster einsetzt, ist schnell bei der Höchstpunktzahl.

Missionen immer wieder zu spielen, um die Goldabzeichen zu erhalten, ist die eigentliche Herausforderung. Einige der späteren Missionen sind besonders knifflig und müssen oft neu gestartet werden. Es gibt keine Zwischenspeicherpunkte - wer also ganz am Ende eines Levels stirbt, fängt ganz von vorn an. Keine Sorge, so richtig schlimm ist das eigentlich nicht, denn die Missionen sind nicht sonderlich lang. Mit einem Spartaner sterben also lediglich einige Minuten Spielfortschritt.

Apropos Spartaner: In diesem Halo-Abenteuer gibt es gleich zwei von ihnen. Zum ersten Mal in der langen Geschichte des Franchise dürfen wir uns im Hauptspiel für eine Heldin entscheiden. Neben Sarah Palmer zieht Edward Davis ins Gefecht und schlägt sich durch eine Fülle bekannter Gegnertypen. Dazu gibt's auf beiden Seiten im Verlauf der Story altbewährte Waffen zu sehen.

Missionen immer wieder zu spielen, um die Goldabzeichen zu erhalten, ist die eigentliche Herausforderung.

Die Geschichte, die die unterschiedlichen Missionen miteinander verknüpft, ist dünn wie Papier und größtenteils belanglos. Anfangs habe ich mich noch durch die Textmauern vor jeder Mission gekämpft, am Ende dachte ich mir: wozu? Die Missionsziele allein reichen, um uns durch die einzelnen Abschnitte zu führen. Die Comic-Szenen zwischen den sechs Kapiteln geben dazu noch ein ungefähres Bild, so dass man nie ganz den Anschluss verliert.

Die Einzelspieler-Kampagne dreht sich um den Kampf gegen die Covenant. Es gibt aber auch eine kurze Online-Koop-Kampagne, die sich mit dem anderen Hauptbösewicht der Serie befasst: den Flood. Kurze Anmerkung: Halo: Spartan Assault spielt zwischen Halo 3 und Halo 4, also vor dem Treffen mit den Forerunners. Der Koop-Modus ist eine nette Ablenkung. Gegnerwelle für Gegnerwelle versuchen wir, die Bestzeit unseres Partners zu knacken, während wir mit ihm zusammen ums Überleben kämpfen. Inhaltlich ist der Modus aber zu schwachbrüstig und das Spiel wäre mit weiteren Koop-Inhalten wesentlich besser aufgestellt gewesen.

Trotzdem wurde die Halo-Marke gut verlängert. Abgesehen von einigen Abweichungen funktionieren die meisten Elemente wie erwartet. Ein Beispiel für ein Feature, das nicht so recht zum originalen Franchise passt, sich aber nahtlos in die Twin-Stick-Formel eingliedern lässt, ist die fehlende Nachladefunktion. Der konstante Kugelhagel endet einfach, wenn die Munition erschöpft ist. Die Magnum fühlt sich aber immerhin wie eine Magnum an und der Großteil des Halo-Styles stülpt sich über das neue Format wie eine zweite Haut.

Die Geschichte, die die unterschiedlichen Missionen miteinander verknüpft, ist dünn wie Papier und größtenteils belanglos.

Einen Großteil der Missionen schafft man gleich beim ersten Versuch und selbst den schwierigeren Herausforderungen ist mit ein bisschen Beharrlichkeit leicht beizukommen. Obwohl Halo: Spartan Assault 30 Level umfasst, ist das Game schnell durchgespielt. Das passt nicht so recht zum Preis. Obwohl Halo: Spartan Assault schon Mitte letzten Jahres für Windows-8-Geräte veröffentlicht wurde, ist der Anschaffungspreis auf der Xbox One fast doppelt so hoch. Das ist in meinen Augen ziemlich gierig. Vor allem vor dem Hintergrund der kritischen Rezensionen, die der Titel letztes Jahr erhalten hat sowie der Implementierung von Mikrotransaktionen ist der Next-Gen-Aufschlag eigentlich unbegreiflich.

So bleibt fraglich, ob sich der Download überhaupt lohnt. Trotzdem habe ich den Kauf nicht bereut. Denn das Gesamtpaket ist stimmig: Geliefert wird eine Spielzeit von fünf bis sechs Stunden, die sich verlängert, wenn wir auf Highscore-Jagd gehen. Vieles hat einen angenehm vertrauten Beigeschmack, die Waffen funktionieren prima und das Gegnerverhalten ist stimmig, obwohl die AI gelegentlich recht einfach gestrickt ist. Halo: Spartan Assault eignet sich auch bestes für ein bisschen Koop-Unterhaltung. Die ist zwar auf Online-Gefechte beschränkt, macht aber trotzdem richtig Spaß. Die Einzelspieler-Kampagne hätte in jedem Fall von einer Koop-Option profitiert.

Halo: Spartan Assault ist ein netter Twin-Stick-Shooter, der gerade so viele Halo-Elemente verbaut, dass er Genre- und Halo-Fans gleichermaßen interessieren dürfte. Gelegentlich ist das Gameplay zu seicht, ja fast schon zu leicht, und die Mikrotransaktionen sind vollkommen unsinnig. Das Spiel sieht nicht toll aus, aber das ist bei seinem Ursprung auf den mobilen Geräten keine große Überraschung. Die Halo-Ästhetik bleibt aber erhalten. Der Inhalt wird am Ende wohl nicht umfangreich genug sein, um einen für lange Zeit zu begeistern. Aber Vanguards Shooter ist charmant genug, um den Download zu rechtfertigen. Die Empfehlung gilt allerdings nur für diejenigen, die für dieses Gesamtpaket auch den Preis von 14,99 Euro runterschlucken.

6
Durchschnittlich von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro viele Missionen, gut eingesetzte Halo-Marke, Wiederspielwert durch Highscore-Jagd
Contra vollkommen sinnlose Mikrotransaktionen, teilweise seichtes Gamesplay, viel zu teuer
Netzwerk-Wertung Durchschnitt über 6 Gamereactor-Ausgaben
5,8 Spanne 5–6
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Fakten zum Spiel
Entwickler Vanguard Games, 343 Industries
Publisher Microsoft
Getestet auf Multi
Genre Action
Plattformen
WP8 PC Xbox 360 Xbox One
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23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.