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Film-Kritiken

Gravity

Eine simple Idee trifft auf perfekte technische Ausführung und macht diesen Science-Fiction-Film zu einem Epos, das selbst abgeklärte Erwachsene schweben lässt.

Die Magie von Filmen entsteht oft durch Fantasie. Nicht nur die der Filmemacher, sondern auch die eigene. Als junger Mensch wird man oft regelrecht verzaubert und in fremde Welten entführt. Für den abgeklärten Erwachsenen wird das immer schwerer, man verliert nur noch schwerlich den Boden unter den Füßen. Gravity schießt den Zuschauer allerdings mit maximaler Beschleunigung ins Weltall und lässt 90 Minuten lang kein bisschen locker.

Wie bei vielen genialen Kunstwerken ist die zugrunde liegende Idee recht simpel: der charismatische Weltraumcowboy Matt Kowalski und die unerfahrene Wissenschaftlerin Ryan Stone warten gerade das Hubble-Weltraumteleskop. Eine kosmische Trümmerwolke stürzt ihre Mission allerdings ins Chaos. Es beginnt ein Kampf ums nackte Überleben in einer denkbar lebensfeindlichen Umgebung. Während die Astronauten mit der fortschrittlichsten Technik ringen, die die Menschheit zu bieten hat, fahren Regisseur Alfonso Cuarón und sein Team ebenfalls schwerste Geschütze auf. Die Kamera verfolgt die Protagonisten völlig entfesselt in ihrer Schwerelosigkeit und erzeugt eine unglaubliche Dynamik. Die Frage, wie das alles tricktechnisch gelöst wurde, lässt der Film durch sein hohes Erzähltempo gar nicht erst aufkeimen. Die grandiosen Computereffekte sind absolut fotorealistisch und lassen keinerlei Übergang zwischen Realität und Fiktion erkennen.

Trotzdem verkommt Gravity nicht zur reinen Materialschlacht. Dies ist zum einen den subtil eingeflochtenen Lebensgeschichten der Hauptfiguren zu verdanken - und zum anderen der Tatsache, dass Sandra Bullock und George Clooney ihnen eine unglaubliche emotionale Tiefe verleihen. Dazu gibt es dann noch einige philosophische und spirituelle Anklänge sowie Anspielungen auf andere Werke. So bleibt für den kritischen Betrachter kein Zweifel daran, dass es sich hier um Filmkunst handelt. Noch mehr profitieren allerdings jene Zuschauer, die ihrer kindlichen Begeisterung freien Lauf lassen und den Film einfach als ultimative Achterbahnfahrt erleben. Denn genau wie auf dem Rummelplatz möchte man sich eigentlich am Ende gleich nochmal anstellen.

Gravity
10 Gamereactor Deutschland
10 / 10
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