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Gears 5

Gears 5

Mit dem Kettensägen-Bajonett sind wir nach Sera zurückgekehrt, um den fünften nummerierten Teil der Gears-of-War-Saga zu testen...

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Gears of War hatte in den letzten Jahren eindeutige Ermüdungserscheinungen. Gears of War: Judgment war eine interessante aber auch sehr undurchsichtige Idee mit schnellerem Gameplay und Herausforderungen. Es wirkte insgesamt recht uninspiriert und kam entsprechend bei den Fans an. Gears of War 4 schuf eine solide Grundlage für den Mehrspielermodus und sah technisch erstaunlich rein aus, allerdings fehlte es dem Spiel am Charme der alten Ableger und die Kampagne war langweilig. Gears 5 (warum haben die sich noch mal entschieden das "of War" wegzulassen?) ist hingen ein völlig anderes Kaliber und The Coalition hat hart daran gearbeitet, um die Marke wieder auf den richtigen Weg zu bringen.

Für einige ist Gears of War eine Reihe, in der muskelbepackte Machos mit Kettensägen durch graue Ruinen stiefeln, doch die Serie hatte schon immer mehr zu bieten, als die schlichte, brutale Oberfläche. Die Spielmechaniken sind auf vielen Arten brillant, dazu gesellen sich erinnerungswürdige Orte und Umgebungen, die seit jeher zu der brutalen Geschichte gehören. All diese Aspekte sind im neuesten Kapitel ebenfalls vorhanden und wurden teils sogar weiter verbessert, allerdings hat The Coalition vor allem eines getan (was bitter notwendig war) - sie haben mit der Marke etwas Neues gewagt.

Die Kampagne von Gears 5 knüpft kurz an die Geschichte seines Vorgängers an. Die Menschheit braucht eine Lösung für den "Schwarm", die neuste Bedrohung, die im Schatten auf uns wartet. Kait ist die Protagonistin und ihre Vergangenheit sowie ihre Verbindung zu dieser Bedrohung werden in diesem Spiel klarer. Alles ist bereit für adrenalingeladene Action und ein wenig Drama, denn das ist genau das, was die Serie jetzt braucht.

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Die Umgebungen sind wieder einmal atemberaubend schön und visuell vielfältig.

Die Kampagne beginnt traditionell und sehr linear, während The Coalition uns die unglaublich detailreichen Umgebungen präsentiert, die auf der Xbox One X in großartigen 4K bei 60 Frames pro Sekunde dargestellt werden. Wir folgen wieder einer Gruppe grober Soldaten, allerdings wird schnell klar, dass der Roboter, der schon immer im Hintergrund schwebte, jetzt eine größere Rolle spielt. Er kann weit entfernte und für uns unerreichbare Waffen aufsammeln und mit Schaltern und Gegenständen interagieren. Während des Spiels bekommt Kait Zugriff auf Fähigkeiten und Upgrades, wie Unsichtbarkeit oder elektrischen Fallen. Jack - der Roboter - kann sogar im Koop-Modus der Kampagne gespielt werden. Darin bekommen bis zu drei Spieler Zugriff auf all diese Features.

The Coalition nutzt die Geschichte, um das lineare Level-Design aufzubrechen. In bestimmten Abschnitten gibt es große Areale, die wir mit unserem von Segeln angetriebenem Hoverboard bereisen dürfen. Das ist kein Grand Theft Gears, es erinnert vielmehr an eine schlichtere Version von Metro Exodus. Wir wollen nicht zu viel verraten, aber in den Trailern wurden die schneebedeckten Landschaften ja bereits gezeigt; vielleicht gibt euch das eine Idee, wohin uns die Reise führen könnte. Es gibt unterschiedliche Orte, an denen wir nach Upgrades für Jack suchen. Kait findet Waffen, erlebt kleine Story-Elemente und springt anschließend in die nächste, klassische Gears-Mission. Auf diese Weise fühlt sich die Welt überzeugender und sinnvoll verknüpft an.

Eine weitere Verbesserung sind die zusätzlichen Möglichkeiten in den Kämpfen und das Gefühl von echter Kontrolle. Während der Scharmützel gegen den Schwarm in einem Schneesturm sehen wir beispielsweise Säulen aus Eis, die uns Deckung geben. Wenn wir uns entscheiden sie abzuschießen erhalten wir ein neues Versteck, das wir zum Regenerieren nutzen können. Durch Jacks Fähigkeiten, die sich weiter ausbauen lassen, die interaktiveren Umgebungen und die vielen interessanten Herausforderungen und Gefahren, ist Gears 5 das packendste Spiel der Reihe, seit Gears of War 2. Es ist schwer zu beschreiben, wie viel mehr Spaß es macht, als Gears of War 4, das mit sporadischen Horde-Elementen die Herausforderungen und das Erlebnis unnötig in die Länge zog. Gears 5 ist ein langes Spiel, doch es lohnt sich.

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Die Kämpfe sind spannend und herausfordernd, in allen Modi von Gears 5.

Allerdings haben uns einige Kleinigkeiten gestört. Den größten Teil der Kampagne habe ich alleine und auf dem Schwierigkeitsgrad "Erfahren" gespielt und ich hatte oft das Gefühlt, dafür bestraft zu werden, alleine unterwegs zu sein. Meine CPU-Kumpels sind nicht ansatzweise effizient und dadurch werden manche Kämpfe unfair. Es gab Momente in denen ich wieder und wieder ins Gras beißen musste, besonders wenn die Gegner mit Explosivwaffen hantieren, von denen uns ein einziger Treffer erledigt. Es hat sich gut angefühlt, diese Szenarien zu überstehen, aber es wäre viel leichter gewesen, wenn ich nicht alles hätte selber machen müssen. Das zerstört einfach die Illusion Verbündete zu haben (die sich in den Sequenzen ja groß aufspielen).

Einige der Nebenaktivitäten des Spiels sind ziemlich schlicht, das ist nicht schlecht, aber sie sind sehr vorhersehbar und lassen die Erkundungstouren manchmal recht künstlich wirken. Ansonsten ist die Gears-5-Kampagne brillant, sie hat ein interessanteres Tempo, tolle neue Gegner und einige frische und sehr spaßige Waffen zu bieten. Mein Favorit ist das neue Lancer-Gewehr, das statt der Kettensäge einen Granatwerfer montiert hat, der uns in vielen Situationen den Hintern rettet und einen brutalen Finisher hinlegt. Wir bekommen großartiges Gameplay verbunden mit einer sehr effektiven Story und all die lahmen Charaktere aus Gears 4, wie Kait und der schnarchige JD Fenix, sind plötzlich interessant.

Der Mehrspielermodus hat ebenfalls Zuwachs bekommen: Wir haben in diesen Modi nicht viel Zeit verbracht, aber Horde war neben dem neuen Modus Escape dann doch drin. Escape ist quasi ein Left 4 Dead in dem bis zu drei Spieler in der Heimat der Swarm gefangen werden. Am Anfang des Matches wird eine Bombe platziert, die Gas freilässt - mit tickender Uhr und begrenzten Ressourcen müssen wir aus dem Nest entkommen, bevor wir ersticken oder vom aufgebrachten Bienenstock getötet werden. Das ist ein Spielmodus für Perfektionisten, die das Maximum aus ihren taktischen Entscheidungen herausholen und so schnell wie möglich fliehen wollen. Hier haben wir die Wahl zwischen unterschiedlichen Charakteren und alle haben ihre eigenen Superkräfte. Kegan kann beispielsweise eine Munitionskiste für sich und seine Kameraden aufstellen und Mac hat ein mobiles Schild.

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Manchmal können wir uns an Feinden vorbeischleichen, anstatt sie alle zu töten.

Die Charaktere können aufgelevelt werden und besondere Karten freischalten, die sie weiter modifizieren. Das funktioniert ähnlich wie die Star-Cards in Star Wars Battlefront II, The Coalition hat jedoch darauf geachtet, all das nicht so frustrierend zu gestalten, wie DICE es in ihrem Sci-Fi-Shooter gemacht hat. Wir spielen schließlich als Team zusammen und arbeiten auf ein gemeinsames Ziel hin. Das Charaktersystem kommt übrigens auch im Horde-Modus zum Einsatz. Dort können bis zu fünf Spieler gegen immer stärker werdende Gegnerwellen antreten und das ist immer noch sehr, sehr unterhaltsam. Neben den neuen Charakteren ist auch der Spielstil insgesamt aggressiver geworden, weil wir immer wieder Generatoren übernehmen müssen. Auf diese Weise kommen wir an Ressourcen und können die Basis weiter ausbauen. Der Horde-Modus ist hektisch und zieht einen immer wieder ins Spiel.

Gears 5 ist wie der legendäre Phönix aus der Asche und führt die Serie wieder zu altem Glanz. The Coalition bringt das zurück, was der Reihe seit den ersten zwei Teilen gefehlt hat: Ambition. Technisch sind die Kämpfe brillant und wir können wirklich nicht genug davon bekommen. Es gibt kleinere Fehler, die aber mit Updates ausgebügelt werden können und der Escape-Modus braucht auch noch mehr Abschnitte (die wurden aber bereits angekündigt). Das Gesamtpaket bietet eines der besten Action-Games, die es aktuell auf der Xbox One gibt, und damit ist es schon jetzt eines der besten Blockbuster des Jahres.

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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
wunderbare Spielmechanik, bleischwere Action, phänomenale Grafik, packende Schlachten, großartiger Inhalt, fantastische Spielewelt.
-
unausgeglichener Schwierigkeitsgrad im Einzelspielermodus, einige Bugs.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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