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Forza Horizon

Forza Horizon

Playground Games versucht der Forza-Serie eine neue Richtung zu geben. Aber reicht der Colorado und mehr Freiheit, um Forza Horizon zu etwas Besonderen zu machen?

Wer erinnert sich noch an Race Wars aus Fast & Furious. Jenem Auto-Fest, wo sich Paul Walker seine Sporen verdienen musste, um endlich mit den großen Jungs um den Block fahren zu dürfen? Wem das etwas sagt, kennt nun zumindest die Idee hinter dem Horizon-Festival, dem Event, das den Dreh- und Angelpunkt von Forza Horizon bildet. Es ist ein Ort, an dem sich alles nur um Autos dreht. Hier können sie gefahren, getunet und geliebt werden. Hier gibt es keine Staus, keine Tempo 30-Zone und keine Punkte in Flensburg. Kurz: Was Woodstock für die Hippies war, ist Horizon für Autofans.

Als junger Rennfahrer treten wir dem Festival bei. Unser Ziel ist es, bis ganz nach oben zu fahren. Obwohl die Handlung vernachlässigbar ist, überraschen die Zwischensequenzen mit nett gestalteten Charakteren. Alice, unsere Rennleiterin, informiert uns regelmäßig über neue Veranstaltungen und Dak der Mechaniker restauriert unsere Scheunenfunde. Es sind die drei Urtypen der Autoszene, der schüchterne Neuling, die heiße Frau und der alte Mechaniker. Das entspricht dem Klischee, trägt aber zur ohnehin tollen Festival-Atmosphäre bei.

Für den Austragungsort haben sich die Entwickler Colorado, USA zum Vorbild genommen. Neben ihren persönlichen Eindrücken hat das Team dort mehr als 50.000 Bilder geschossen und unzählige Stunden Videomaterial gesammelt. Das Ergebnis sind hunderte Straßenkilometer in einer malerischen und frei befahrbaren Spielwelt. Das Tolle hier ist die Abwechslung: Lange, breite Highways laden uns dazu ein das Gaspedal durchzudrücken, in engen Bergstrecken katapultieren wir mit quietschenden Reifen von einer Kurve zur nächsten und abseits der Straße brettern wir quer über den Kies.

Forza HorizonForza Horizon
Für den Austragungsort haben sich die Entwickler Colorado, USA zum Vorbild genommen.

Auf der Jagd nach den bunten Festival-Bändchen, die uns den Zugang zu immer exklusiveren Events gewähren, treten wir in ganz Colorado zu Rennen an. Das GPS zeigt uns den Weg und, wenn wir wollen, auch die Ideallinie. Die Fahrt zum Event selbst kann trotzdem ewig dauern. Ganz einfach, weil es hinter jeder Kurve etwas zu entdecken gibt. Die Rennen sind nur ein Bruchteil von dem, was Forza Horizon zu bieten hat. Wir können jeden Festival-Teilnehmer, der uns unterwegs begegnet, zu einem persönlichen Du-gegen-mich herausfordern. Und es gibt abgesehen davon noch Geschwindigkeitsrekorde zu knacken, seltene Autos zu finden und Orte zu entdecken.

In regelmäßigen Abständen machen wir kleine Pausen. Dann stehen wir abseits einer kleinen Gebirgsstraße und blicken in einen glühend roten Abendhimmel oder auf die herbstfarbenen Bäume oder die schneebedeckten Berge. Irgendwann ist es Nacht und die Armaturenbeleuchtung schaltet sich ein, der Motor brüllt auf und wir brausen weiter. Forza Horizon ist so gar nicht das kühle, klinisch, saubere Rennsimulation-Forza wie wir es kennen. Die Farben sind wärmer, die Linien weicher und vor dem Hintergrund der bezaubernden Natur kommt die Schönheit der Autos erst richtig zur Geltung.

Mit der offenen Welt kommt auch ein entsprechendes Rennerlebnis. Zunächst einmal ist jedes Stückchen Straße eine potenzielle Rennstrecke. Ein Tastendruck genügt, das GPS zeigt uns den Weg und wir brettern los. Dummerweise gibt es da noch den Straßenverkehr, dem wir ausweichen müssen. Insofern bleiben die Rennen immer neu und spannend. Horizon fährt sich ein bisschen wie Rallye auf der öffentlichen Landstraße.

Das Schadensmodell ist abgespeckt worden. Wir können unsere Boliden zwar ordentlich ramponieren. Das hat aber keinen Einfluss auf deren Fahrverhalten oder Leistung. Entgegenkommende Autos werden kurzerhand von der Fahrbahn katapultiert, wir verlieren eine Frontschürze und fahren weiter. Nach jedem Event steht unser Wagen wieder fabrikneu bereit.

Die Fahrphysik ist etwas vereinfacht worden. Die Autos verzeihen Fehler, fahren sich aber trotzdem realistisch genug, um ihren jeweiligen Charakter zu behalten. Zwischen einem drehzahlfreudigen Fronttriebler und einem hubraumlastigen Musclecar liegen Welten und selbst innerhalb derselben Klasse erzeugt jedes Auto sein eigenes, unverwechselbares Fahrgefühl. Dasselbe gilt für die unterschiedlichen Straßen. Dirt-Strecken laden zum seitlichen Fahrspaß ein, auf hügeligen Landstraßen spüren wir das Auf und Ab der Schwerkraft und auf breiten Highways fordern wir die G-Kräfte heraus.

Forza Horizon
Die Autos verzeihen Fehler, fahren sich aber trotzdem realistisch genug, um ihren jeweiligen Charakter zu behalten.

Die Seele eines Autos aber, ist der Sound. Und die Autos in Forza Horizon haben viel Seele: Beim Cruisen brummt der Hemi-V8, unter Volllast singt das Getriebe und wenn wir vom Gas gehen pfeift das Overboost-Ventil. Angesichts so toller Akustik wird manuelles Schalten fast zur Pflicht. Wenn wir dann noch in einen Tunnel einfahren, bildet sich Gänsehaut.

Wie wir es von Forza gewöhnt sind, haben wir auch in Horizon wieder die Möglichkeit unser Auto nach Lust und Liebe zu gestalten und zu tunen. Dabei nimmt es Forza wie immer relativ genau mit der Beschreibung der einzelnen Fahrzeug-Komponenten. Wem das zu detailliert ist, kann sein Auto aber auch einfach mit einem Komplettpaket aufrüsten. Der Kreativität sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt.

Forza Horizon hat mit dem Horizon-Festival ein Eldorado für Autos geschaffen. Es ist ein riesiger Spielplatz, wo jedes Auto und jeder Fahrer auf seine Kosten kommt. In unzähligen Events und Challenges können wir unsere Boliden an die Grenzen treiben und pure Autofaszination erleben. Aber das müssen wir nicht. Denn wir können auch einfach fahren - irgendwohin. Wir können uns loslösen von Rundenzeiten und Rekorden und durch die Täler und Berge Colorados brausen. Dann gibt es nur das Auto, die Natur und uns. Diese Freiheit ist der wahre Verdienst von Forza Horizon.

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10 Gamereactor Deutschland
10 / 10
+
irrer Sound, wunderbare Spielwelt, tolle Festival-Feeling, klasse Fahrphysik
-
keine Wettereffekte, nur begrenztes Schadesmodell
overall score
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