Dan Adelman war bei Nintendo USA lange Zeit für die Beziehungen zu Indie-Entwicklern zuständig und ist im August 2014 nach neun Jahren bei Nintendo ausgestiegen. Seither unterlässt er es selten, deutliche Worte zu den aus seiner Sicht klaren Problemen des japanischen Unternehmens zu finden. Bereits Tage nach seinem Abschied bezeichnete er den Markennamen Wii U Name als "miserabel". Nun hat er erneut in einem Interview ausgeteilt.
Nintendo müsse die Beziehung mit der Indie-Szene verbessern. Er bezeichnete das Unternehmen als "sehr traditionell und sehr konzentriert auf Hierarchie und Gruppenentscheidungen". Es gebe "eine Kultur, in der jeder ein Berater und niemand ein Entscheider ist". Fast jeder habe ein Vetorecht. Selbst Saturo Iwata scheue aus diesem Grund Entscheidungen. "Das größte Risiko besteht darin, dass an jedem Punkt in diesem Prozess, wenn jemand mit Hochdruck laut Nein sagt, ein Vorschlag so gut wie tot. Also schaffen es in der Regel kühne Ideen gar nicht durch den Prozess zu kommen", beschreibt Adelman das aus seiner Sicht große Problem. "Ideen werden oft vorzeitig stillgelegt, nur weil einige Leute mit Macht, eine Idee blockieren, einfach weil sie sie nicht verstehen." Das gelte für viele Manager in höheren Etagen, die Adelman zufolge die moderne Gameskultur nicht verstehen würden.