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Erstes Halbjahr: Markt schrumpft

Der deutsche Spielemarkt auf Talfahrt
Martin Eiser 12 August 2010

2008 war ein Traumjahr für den Handheld-Markt. Seit dem geht es bergab.

Es ging so gut los. Laut dem Bundesverband für interaktive Unterhaltung (BIU) lief das erste Quartal noch ziemlich gut, während der Spielebranche im zweiten die Fußball-WM und das gute Wetter offenbar einen Strich durch die Rechnung machten und so das gesamte erste Halbjahr verhagelten.

Demnach wurden zwischen Januar und Juni im deutschen Einzelhandel 632 Mio. Euro mit dem Verkauf von Computer- und Videospielen erzielt. Wie sich der Markt mit Hardwareverkäufe und digitaler Distribution entwickelt hätte, ist nicht bekannt. Die Veröffentlichten Zahlen jedoch weisen einen Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf, der nicht auf sinkende Preise, sondern allein auf eine reduzierte Nachfrage. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 24,7 Mio. Spiele verkauft.

Umsatzstärkstes Segment waren weiterhin die Konsolenspiele. Um sieben Prozent auf 9,2 Mio. Spiele stieg der Absatz. Hier entwickelte sich Durchschnittspreis entwickelte sich parallel negativ, sodass die Umsatzentwicklung mit dem Absatzplus nicht Schritt halten konnte. Laut dem Bundesverband beträgt der Umsatz hier 334 Mio. Euro, drei Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2009.

Absatzstärkste Plattform blieb aber einmal mehr der PC. 11,5 Mio. Spiele wurden für die immer wieder totgesagte Plattform im ersten Halbjahr verkauft. Das sind rund 200.000 mehr als im ersten Halbjahr 2009. Der Umsatz mit PC-Spielen allerdings ging in den ersten sechs Monaten des Jahres um zwei Prozent auf 197 Mio. Euro zurück. Einen wahren Absturz musste jedoch der Handheld-Markt verkraften. Um 25 Prozent auf 102 Mio. Euro brach der Umsatz mit Software für Nintendo DS und PlayStation Portable im ersten Halbjahr ein. Die Zahl der verkauften Spiele ging um 19 Prozent auf 4,1 Mio. zurück.

Trotzdem will der Bundesverband für interaktive Unterhaltung den Kopf nicht in den Sand stecken: "Wir gehen davon aus, dass sich der Markt nach der gamescom wieder erholen wird, zumal sich aktuell eine Aufhellung des Konsumklimas abzeichnet", so Geschäftsführer Olaf Wolters. Er setzt auf 3DS, Kinect und Playstation Move. Die sollen es richten. Zumindest für dieses Jahr, werden diese Produkte wahrscheinlich nicht die erhoffte Wende bringen, auch wenn der BIU davon ausgeht, das Jahr mit einer schwarzen Null abzuschließen.

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