Kurz vor der Gamescom orakelt die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers über die Zukunft der Spielebranche in Deutschland. In ihrer Studie, dem German Entertainment and Media Outlook: 2010 - 2014, ist lediglich eine minimale Erlössteigerung um 0,4 Prozent auf knapp 1,81 Milliarden Euro zu erwarten.
Grund dafür sieht das Unternehmen sowohl auf Seiten der Konsumenten, die sich zurückhaltend verhielten, aber auch Hersteller, würden weniger neue Spiele auf den Markt bringen. Für das kommende Jahr rechnet man ebenfalls nur mit einem kleinem Wachstum von 1,5 Prozent, bevor ab 2012 wieder Raten von mehr als fünf Prozent erreicht werden können. Damit würde nach Einschätzung von PwC Deutschland beim Spiele-Umsatz weiter hinter Großbritannien und Frankreich bleiben und sich der Abstand mittelfristig sogar vergrößern.
Die stärksten Umsatzzuwächse gibt es dank der Studie vor allem im Internet. Die hohe Breitbandabdeckung und Popularität sozialer Netzwerke wie Facebook und Co. sollen möglich machen, dass die Erlöse aus Abogebühren und Microtransaktionen mit Onlinespielen von 203 Millionen Euro im letzten Jahr um durchschnittlich 11,2 Prozent pro Jahr bis 2014 auf knapp 330 Millionen Euro steigen. Spiele für mobile Endgeräte (Smartphones oder Tablets wie das iPad) tragen im Jahr 2014 mit einem Umsatz von voraussichtlich 80 Millionen Euro zum Gesamtumsatz in Deutschland bei. Dies entspricht einem Zuwachs von durchschnittlich rund 20 Prozent pro Jahr.
Konsolenspiele bleiben aber auf absehbare Zeit der wichtigste Umsatzträger für die Branche. Im laufenden Jahr werden Konsumenten in Deutschland für Spiele auf Plattformen von Sony, Microsoft und Nintendo 1,13 Milliarden Euro ausgeben, 2,2 Prozent weniger als 2009. Unter anderem rückgängige Preise für Konsolenspiele würden im laufenden Jahr das Wachstum bremsen. Bis 2014 rechnet PwC aber mit einem Umsatzanstieg bei Konsolenspielen um durchschnittlich 6,6 Prozent auf 1,45 Milliarden Euro. Profitieren soll der Markt auch von Move und Kinect.
PC-Spiele sind dagegen würden schrumpfen, wenngleich der Markt ausgerechnet im Schrumpfjahr 2010 - bedingt durch steigende Preise für PC-Spiele - um 3,9 Prozent wachsen dürfte. Bis 2014 erwartet PwC einen durchschnittlichen Rückgang von 3,6 Prozent pro Jahr auf 371 Millionen Euro. Weitere Ergebnisse der Studie werden am 13. Oktober 2010 auf den Münchner Medientagen vorgestellt.