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Deutscher Online-Markt boomt

Fast jeder vierte spielt über das Internet
Martin Eiser 14 April 2011

Nach einer aktuellen Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) nutzten im vergangenen Jahr rund 23 Prozent der Deutschen, die über zehn Jahre alt sind, das Internet zum Spielen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte die Zahl der Internet-Spieler um 17 Prozent auf nunmehr 14,5 Millionen Menschen gesteigert werden. Der Umsatz mit Internet-Spielen in Deutschland belief sich auf insgesamt 268 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung um 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bevorzugte Spielvariante stellen mit 11,3 Millionen Nutzern die sogenannten Browsergames dar. Der Zugriff erfolgt bei diesen Spielen direkt über den Web-Browser, eine vorherige Programminstallation ist nicht erforderlich. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Aufbaustrategiespiele wie Die Siedler Online und Farmarama sowie Facebook-Spiele wie Farmville, Cityville oder Mafia Wars. Der Browserspieler ist im Durchschnitt 36 Jahre alt. Knapp zweidrittel der Spieler sind älter als 30 Jahre.

Weiterhin geben 5,6 Millionen Menschen an, Online-Games zu nutzen, die vorzugsweise oder ausschließlich über das Internet gespielt werden und eine vorherige Installation auf dem Computer erfordern. Dazu zählen Rollenspiel-Klassiker wie World of Warcraft oder Guild Wars ebenso wie Mehrspieler-Modi in Titeln wie Counterstrike oder Call of Duty. Der Online-Gamer ist im Durchschnitt 34 Jahre, wobei ohnehin mehr als die Hälfte über 30 Jahre ist. Anders als Browser-Games, die bei Frauen wie Männern gleichermaßen beliebt sind, dominieren bei den Online-Games die männlichen Spieler mit 58 Prozent.

Die Ausgaben für Online-Abonnements und Premium-Accounts lagen in 2010 bei 194 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung um 24 Prozent im Vergleich zu 2009. Dabei machen die Gebühren für Online-Spiele in 2010 mit 167 Millionen Euro den Großteil der Ausgaben aus. Neben den monatlichen Gebühren findet die Möglichkeit, sich über virtuelle Zusatzinhalte Spielvorteile gegen Bares zu sichern, immer mehr Akzeptanz. In 2010 verdreifachte sich die Zahl der Menschen, die davon Gebrauch machten, auf insgesamt 3,2 Millionen. Der Umsatz konnte um 38 Prozent auf 73 Millionen Euro gesteigert werden (53 Millionen Euro in 2009). Gleichzeitig reduzierten sich allerdings auch die durchschnittlichen jährlichen Ausgaben pro Spieler von 48 Euro in 2009 auf 23 Euro in 2010.

"Der Gesamt-Umsatz mit Games-Software in Deutschland betrug insgesamt 1,86 Milliarden Euro in 2010. Der Großteil dieses Umsatzes wird nach wie vor durch den klassischen Vertrieb von Spielen auf Datenträgern und per Download erwirtschaftet. Neuere Geschäftsmodelle wie der Verkauf von Abonnements und virtuellen Inhalten machen mittlerweile einen Anteil von 15 Prozent aus und werden in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen", stellt Wolters abschließend fest.

Für die Studie wurden seit 2008 insgesamt 25.000 in Deutschland lebende Menschen über einem Alter von zehn Jahren von der GfK zu ihren Spielgewohnheiten im Internet befragt.

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