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Kritiken
Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise

Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise

Der Nachfolger bleibt seinem exzentrischen Vorgänger treu.

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Deadly Premonition ist ein seltsames Spiel, das polarisiert. Es hat einen Platz im Guinnessbuch der Rekorde, weil die Kritiken so weit auseinander gingen. Es wurde schon als Kunst besprochen und hat trotz etlicher technischer Probleme eine treue Fangemeinde. Nun - 10 Jahre nach der Veröffentlichung des Vorgängers - bekommen wir endlich einen Nachfolger.

Deadly Premonition 2 ist Prequel und Sequel zugleich. Der erste Teil findet im Jahr 2015 statt - 5 Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers. Der zweite Teil von Deadly Premonition 2 - in dem wir die meiste Zeit verbringen werden - spielt fünf Jahre vor den Ereignissen des Originals. Agent York ist immer noch der Protagonist und löst Mordfälle. Gleichzeitig erklärt Deadly Premonition 2 auf seine eigene, verrückte Art über die Geschehnisse des ersten Teils auf.

Deadly Premonition 2: A Blessing in DisguiseDeadly Premonition 2: A Blessing in Disguise

Wir erleben die letzten Momente von Agent York auf dieser Erde. Ein Tumor fordert seinen Tribut und der alte Mann sitzt nur noch Zuhause und schaut Filme. Yorks Abenteuer hatten große Auswirkungen und genau deswegen taucht das FBI auf und stellt Fragen. In diesen Abschnitten folgen wir einfach der Geschichte - von „Spielen" kann hier keine Rede sein.

Die eigentliche Action findet im Dorf Le Carré in Louisiana statt. Hier verbringt Agent York seinen Urlaub, wo direkt nach seiner Ankunft ein Mord geschieht. Le Carré kann frei erkundet werden und es ist gerade groß genug für ein Spiel. Ihr werdet nicht mit dem Auto herumfahren, denn das wurde gestohlen, doch der Dieb hat sein Skateboard am Tatort zurückgelassen, welches ab jetzt unser Fortbewegungsmittel darstellt. Mit der Zeit lernt York neue Skateboard-Tricks und ihr dürft nie vergessen, euer Skateboard zu pflegen und zu verbessern.

Deadly Premonition 2: A Blessing in DisguiseDeadly Premonition 2: A Blessing in Disguise

Alles in Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise ist ein Ausflug in den Wahnsinn. Jeder Charakter eine Art Stereotyp mit definierten Charakteristika. Ein paar Beispiele: Der Besitzer des Hotels von Le Carré leidet an einer seltsamen Schizophrenie, während der Sheriff eine große Auswahl an kernigen Einzeilern parat hat. Agent York ist ein verrückter Gentleman, der Selbstgespräche mit der eingebildeten Figur Zach führt und uns mit sinnlosem Wissen über Filmklassiker versorgt.

Nach ein paar Stunden bekommt der Mord ein paar übernatürliche Elemente. Warum auch nicht - so tief im Süden ist Voodoo immerhin weit verbreitet. Ihr müsst euch auf das Spiel einlassen, dann zeigt sich die Brillanz der Geschichte und die innere Logik der Situationen offenbart sich. Auch wenn es erst nicht so wirken mag, hat Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise eine wirklich gut geschriebene Geschichte zu bieten.

Leider bleibt das Spiel seinen Wurzeln zu treu. Hübsch ist es ganz sicher nicht. Die Engine ist deutlich gealtert und trotzdem ruckelt das Spiel - insbesondere, wenn wir draußen herumlaufen. In gewisser Weise passt die B-Movie-Ästhetik zu den Umgebungen und das wollten die Entwickler wohl auch erreichen. Leider sind die technischen Probleme so zahlreich und die Ladezeiten so unerträglich lang, dass sie den Spielspaß stören. Neben Rucklern stürzt das Spiel auch gerne mal ab. Die Entwickler möchten in einem angekündigten Update auf die Probleme reagieren.

Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise

Doch es ist nicht alles schlecht. Das Interface funktioniert hervorragend und an die Action-Sequenzen gewöhnt man sich schnell. Die Schießereien sind nicht unbedingt innovativ, aber sind gut genug und sicher nicht schlechter als etwa in Resident Evil 4. Die Skateboard-Einlagen dagegen sind umständlich und die Soundeffekte beim Skaten grauenhaft.

Die Missionen selbst sind ein bunter Gemischtwarenladen. Auf der einen Seite folgt das Spiel seiner eigenen, verrückten Logik und in anderen Momenten wird maßlos übertrieben. Den logischen Gedankengängen Agent Yorks zu folgen, macht viel Freude, belangloses Zeug im Städtchen zu sammeln, eher weniger. Ok, der Typ, der über uns wohnt, hat Hunger, aber warum müssen ausgerechnet wir durch Le Carré hetzen, um Nahrung für ihn zu finden? Diese Art von Missionen bringt regelmäßig den Fortschritt der Story zum Erliegen. Ihr wollt wissen, wie es weitergeht? Pustekuchen - erstmal sucht ihr bitte stundenlang nach Eichhörnchen im Wald.

Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise

Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise versucht eine Atmosphäre von Fernsehserien wie Twin Peaks und Stranger Things entstehen zu lassen. Und das gelingt auch die meiste Zeit. Das Intro des Spiels ist eins der besten, die ich je gesehen habe und die Hintergrundmusik ist einfach wunderbar. Leider macht das Spiel nach jedem Schritt vorwärts zwei zurück.

Genau wie schon der Vorgänger, ist Deadly Premonition 2: A Blessing in Disguise ein Spiel, dem man keine Note verpassen sollte. Es ist ein Spiel, das man gleichermaßen empfehlen und vor ihm warnen kann. Die Geheimnisse zu lüften und der Geschichte zu folgen, ist großartig. Leider ist die Game-Engine schlecht und die Anzahl technischer Probleme immens. Das Missions-Design bewegt sich zwischen hervorragend und fürchterlich. Trotzdem kann ich sagen, dass ich meine Zeit mit dem Spiel genossen habe.

Deadly Premonition 2: A Blessing in DisguiseDeadly Premonition 2: A Blessing in Disguise
07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
fantastisches Intro, die Story ist ebenso abgedreht wie die Charaktere, interessantes Setting, spannende Mythologie, gutes Interface
-
Ruckler und Abstürze, veraltete Game Engine, Missionen sind entweder großartig oder furchtbar
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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