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Kritiken The Dark Eye: Chains of Satinav

Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten

Die traditionsreiche Spielreihe von Das Schwarze Auge wird mit dem handgezeichneten Abenteuer Satinavs Kette würdig fortgesetzt und spielt sich dabei außerordentlich klassisch. Wir haben Geron auf seiner magischen Reise begleitet und versucht, das Geheimnis um die Krähen-Plage zu lösen.
Fabrizia Malgieri Getestet auf PC 27 Juni 2012

Das Schwarze Auge blickt auf eine Tradition von über 25 Jahren zurück und ist damit eine der ältesten und wichtigsten Spiele-Reihen Europas. Mit dem Abenteuer Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten wird die Reihe auf dem PC nun fortgesetzt. Entwickelt wurde der Titel von Deadalic, die unter anderem für Harveys neue Augen und Deponia verantwortlich sind. Das Spiel ist aus mehr als einem Grund besser als seine Vorgänger.

Kein Point-and-Klick-Adventure kann ohne eine magische Geschichte überzeugen und das gilt auch für Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten. Deshalb versetzt uns das Spiel in das legendäre Königreich von Andergast, dessen Bewohner ein furchtbar abergläubisches Völkchen sind. Verstrickt ist das Reich in einen seit Jahrhunderten andauernden Krieg mit dem Nachbarhof Nostria. Dessen Königin hat sich nun auf den Weg in unserer Königreich gemacht, um die alte Fehde zu beenden.

Es wäre schön, wenn das unser einziges Problem wäre, doch da ist noch diese unangenehme Krähenplage, die das Land heimsucht. Im Volksmund gelten die schwarzen Vögel als böses Omen und Boten unheilvoller Geschehnisse. Noch dazu bedrohen sie die Einwohner und tragen ein aggressives Verhalten zur Schau. Als die ungebetenen Gäste dann auch noch beginnen, in das Schloss einzudringen, muss der König von Andergast reagieren. Er sucht die Hilfe eines Vogelfängers und setzt all seine Hoffnungen in den jungen Geron.

Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten entführt uns ins Königreich Andergast, wo wir die Kontrolle über den jungen Vogelfänger Geron übernehmen und ihn fortan durch sein Abenteuer begleiten.

Geron ist der Sohn einer angeblichen Hexe und wurde von einem Hexenmeister verflucht. Demnach wird Geron schlimmes Unheil über das Land bringen. Wegen diesen nicht ganz unbedeutenden Faktoren hat Geron seit seiner frühesten Kindheit keinen besonders guten Stand bei den Bewohnern von Andergast. Die begegnen ihm mit Abscheu und Argwohn. Einzig der Jäger Gwinnheiwn fürchtet das dunkle Omen um Geron nicht und nimmt sich seiner an. Er zieht ihn auf wie seinen eigenen Sohn und unterrichtet ihn in der Kunst des Vogelfangs. Als Geron nun an den Hof gerufen wird und den Auftrag erhält, einen Raum von den Krähen zu säubern, sieht er sich einer schwierigeren Aufgabe gegenüber, als er es erwartet hätte.

Ratlos kehrt er nach Hause zurück, um dort seinen Mentor Gwinnheiwn um Unterstützung zu bitten. Doch der wurde in der Abwesenheit des Jungens von mysteriösen Kreaturen angefallen und zerrissen. Kurz bevor ihm der letzte Atem entweicht, verrät er Geron das Geheimnis zur Befreiung des Königreiches. Eine besondere Fee muss er suchen, denn nur diese ist in der Lage, eine magische Harfe zu spielen, deren Klang den fürchterlichen Fluch bricht. Geron begibt sich daraufhin auf eine lange Reise durch die Länder von Aventurien. Mit Hilfe der Fee Nuri versucht er dabei, den Rätseln um die Krähen-Plage auf die Spur zu kommen.

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Das Abenteuer lebt vor allem durch die tiefgründige und gut erzählte Geschichte, in der die Figuren Profil erhalten. Die animierten Dialoge bringen zudem das starke Skript voll zur Geltung, das auch gut aus einem Fantasy-Roman stammen könnte. Damit entsteht eine unvermeidliche Bindung zwischen uns und den drei Hauptcharakteren des Spiels. Geron bringt uns mit seinem sarkastischen und trockenden Humor immer wieder zum Schmunzeln. Damit bildet er einen starken Kontrast zu der eher unschuldigen und naiven Nuri. Stark ist hier die Synchronisation, nicht nur der beiden, sondern im gesamten Spiel. Die Stimmen unterstützen perfekt die Persönlichkeiten der Figuren und lassen die Geschichte und das Geschehen lebendiger erscheinen.

Und auch die Steuerung von Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten muss sich nicht hintern den großen Klassikern des Point-and-Klick-Genres verstecken. Die Interaktion der Umgebung funktioniert einfach und schnell. Optional lässt sich eine Hilfe einstellen, die mit leuchtenden Kristallen Interaktionspunkte anzeigt. Die linke Maustaste lässt uns Objekte dann aufnehmen oder verwenden und mit der rechten analysieren wir, welche weiteren Optionen sich noch hinter ihnen verbergen.

Interessant ist außerdem, dass sich unser Inventar am unteren Bildschirmrand befindet. Gehen wir mit dem Mauszeiger in die Nähe des Randes, ploppt es auf und bietet nun einen Überblick über unsere bisherigen Errungenschaften. Dumm nur, wenn wir gerade am Boden etwas aufheben wollen. Das ungewollt geöffnete Inventar sorgt dann immer wieder für Frust.

Eine der größten Stärken des Spiels ist seine von Hand gezeichnete Grafik. Hier zeigt sich viel Liebe zum Detail und es gibt eine Menge zu entdecken.

Wie in allen Point-and-Klick-Adventures kommen auch Rätsel nicht zu kurz in Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten. Nicht immer ist hier der erste Gedanke der beste und nicht immer reicht Intuition allein aus, um weiter voranzukommen. Das macht den Titel natürlich um ein Vielfaches interessanter und erhöht die Spielzeit um einige Stunden.

Eine der großen Stärken des Spiels ist ohne Frage seine Grafik. Die ist komplett von Hand gezeichnet und lässt die Welten und Hintergründe wie ein Tor zu den Illustrationen alten Märchenbücher werden. Die wunderschöne Ästhetik durchdringt fast alle Bereiche des Spiels und lässt uns mit offenem Mund vor dem Bildschirm erstarren. Aber eben nur fast alle. Denn verglichen mit der fast manischen Verliebtheit in die Details sind wir etwas enttäuscht von der Animation der Charaktere. Dennoch haben die Entwickler, trotz fehlender Lippensynchronität und hölzernen Bewegungen, einen fabelhaften Titel aus dem vorhandenen Budget gezaubert.

Gänsehaut gibt's aber nicht nur bei den ersten Bildern, sondern auch bei den ersten Tönen. Der Soundtrack, der sowohl in der Eröffnungs- wie auch bei verschiedenen Zwischensequenzen zum Einsatz kommt, bietet einige interessante und wirklich schöne Lieder.

Vor diesem Hintergrund ist Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten mehr als nur ein kurzer Zeitvertreib für Zwischendurch. Das Spiel spricht Fans des Genres und der Serie aber auch alle anderen an, die sich gern mal wieder in ein richtiges, märchenhaften Abenteuer stürzen wollen.

Zusätzliche Wertungen

Grafik
9 / 10
Sound
9 / 10
Spielbarkeit
7 / 10
Langzeitmotivation
8 / 10
8
Gut von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro wunderschöne, handgezeichnete Grafiken, toller Soundtrack, gute Synchronisation, schöne Geschichte
Contra sehr klassisches Gameplay, Animationene etwas hölzern
Vollständiges Profil 270 veröffentlichte Artikel
8
Gut Netzwerk-Wertung über 1 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler Daedalic Entertainment
Publisher Daedalic Entertainment
Termin 22 Juni 2012
Getestet auf PC
Genre Adventure
Plattformen
PC Mac
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.