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Kritiken
Bow to Blood: Last Captain Standing

Bow to Blood: Last Captain Standing

Was haben Reality-TV, Space-Shuttles und Roboterdrohnen gemeinsam? Dieses Spiel hier verrät es euch.

  • Text: Ben Lyons

Wir wussten gar nicht, wie sehr wir eine Reality-Show brauchten, in der Sci-Fi-Piraten in ungewöhnlichen Umgebungen gegen gefährliche Drohnen kämpfen - zumindest wussten wir das nicht, bis wir auf Bow to Blood getroffen sind. Dieses Arena-Game für Solospieler von Tribetoy lässt uns in einem Turnier antreten, das nur einen einzigen Sieger zulässt. Unser Erfolg hängt stark davon ab, wie wir mit unseren Galeonen in den Kampf ziehen. Aggression mag auf kurze Sicht lohnend erscheinen, doch klug zu spielen und sich die Kämpfe selbst auszusuchen sorgt dafür, dass wir lange genug überleben, um eventuell zum Champion ernannt zu werden. Allerdings können wir dann auch leichter der Abstimmung zum Opfer fallen, falls wir uns zu viele Feinde gemacht haben.

Wir spielen jedenfalls einen Captain, der nur Freelancer genannt wird (seine wahre Identität versteckt unsere Figur hinter einer Maske). In einer kurzen Einführung treffen wir auf unsere Mannschaft - zwei Crewmitglieder, die uns auf dem überraschend großen Schiff zur Hand gehen. Das Duo ist charismatisch, doch es wird auch schnell klar, dass wir keinen Einfluss auf die Aktionen dieser Sidekicks haben. Wir bekommen ein Tutorial, das die Grundlagen abdeckt und gerade mal die Steuerungsoptionen des Schiffs erklärt (wie bewegt man sich auf und ab, wie stoppt man in der Bewegung und kommt wieder zum Stillstand?).

Man bekommt ganz gut zu tun, wenn man sich um all diese Dinge gleichzeitig kümmern muss, daher wäre es schön gewesen, wenn wir die Tasten selbst hätten belegen dürften. Als wir unser Schiff in ein großes, offenes Gebiet steuern, bemerken wir schwebende Monitore in der Mitte und uns wurde klar, dass wir uns in einer Art Gameshow befinden. Ein blondgefärbter Moderator beginnt seine charismatische Ansprache, denn nun ist es an der Zeit für das Turnier.

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Bow to Blood: Last Captain StandingBow to Blood: Last Captain Standing
Das schwache Tutorial hat uns natürlich nicht wirklich auf die Dinge vorbereitet, die uns im Spiel bevorstehen.

Das schwache Tutorial hat uns natürlich nicht wirklich auf die Dinge vorbereitet, die im Anschluss anstanden. Über zwei Phasen verdienen wir Punkte, die unseren Captain und seine Crew auf einer Rangliste platzieren. Die unteren Plätze müssen sich einer Abstimmung stellen und wer die wenigsten Stimmen erhält, ist raus. Wer denkt er hätte genug drauf, um sich direkt in die Kämpfe zu stürzen, erleidet schnell irreparable Schäden. Auf die Konsequenzen kaputter Schiffsteile wurden wir nicht sonderlich gut vorbereitet. Eigentlich wurde gar nicht erklärt, wie die Kämpfe funktionieren oder wie das Turnier überhaupt abläuft. Aber nachdem wir ein paar Runden lang für unsere Unwissenheit abgestraft wurden, ergab das Ganze langsam Sinn.

Die komplexeren Aspekte von Bow to Blood liegen ohnehin woanders. Wir müssen unseren Crewmitgliedern Anweisungen erteilen, was schnell stressig und unübersichtlich werden kann. Und als würde das nicht reichen müssen wir auch noch ständig die Energie unseres Schiffes umleiten, um die Effektivität bestimmter Schiffsteile zu regulieren. In Kampfsituationen ist es beispielsweise sinnvoll, die Energie, die unseren Boost versorgt, in die Waffen einzuspeisen, damit uns mehr Kampfkraft zur Verfügung steht, oder um die Schilde mit zusätzlicher Energie zu versorgen. Das klingt einfach, aber wenn eine ganz Reihe von Drohnen gerade unser Schiff auseinandernimmt, während wir in den Menüs die Aufgaben verteilen, läuft selten alles nach Plan.

Bow to Blood: Last Captain StandingBow to Blood: Last Captain Standing
Die Mischung aus taktischen Kämpfen, Management der Aufgaben und Schiffsteile, sowie das Abstimmungsverfahren ergibt eine coole Spielerfahrung.

Ein weiterer wirklich interessanter Teil von Bow to Blood ist das Abstimmungsverfahren. Nach jeder Runde des Turniers müssen sich die Kapitäne mit der niedrigsten Punktzahl vor den anderen verantworten und anschließend verlässt jemand das Turnier. Das sorgt für seltsame Interaktionen, denn wir können uns mit anderen Kapitänen anfreunden, um uns ihre Stimme zu sichern oder genau das Gegenteil probieren - seid also vorsichtig. Das verändert natürlich die Art, wie wir spielen müssen. Kapitäne mit wenigen Punkten können trotzdem viele Abstimmungen überleben, was natürlich frustrierend ist, wenn wir selbst von ihnen rausgewählt werden. Und es beeinflusst, wie aggressiv wir spielen sollten, denn wenn wir ein gegnerisches Schiff versenken, können wir in dieser Runde mit ziemlicher Sicherheit die Stimmen der betroffenen Crews vergessen.

Der Grafikstil des Spiels ist wirklich beeindruckend. Es ist ein ähnlicher Cel-Shading-Look, wie wir ihn aus Borderlands kennen und alles wirkt, als würde es aus einem Comic stammen. Die Explosionen und die Schussanimationen der Waffen sorgen für sehr unterhaltsame Schlachten. Insgesamt ist Bow to Blood: Last Captain Standing ein doch recht einzigartiges Spiel mit interessanten Mechaniken. Manche Elemente sind schwer zu verstehen und manchmal etwas ärgerlich, aber der größte Teil des Spiels ist ein wahres Vergnügen und der Wiederspielwert ist ebenfalls groß.

07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
einzigartiges Konzept, hoher Wiederspielwert, spaßige Prämisse.
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Steuerung und Mechaniken können sich überwältigend anfühlen, Spielgefühl ab und zu stressig, Auswahlverfahren kann nerven.
overall score
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