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Bleach: The 3rd Phantom

Bleach: The 3rd Phantom

Wie klein die Welt manchmal ist. Im April 2006 startete die Manga-Reihe Bleach in Deutschland. In Japan kämpft Ichigo Kurosaki schon seit 2001 gegen Seelen-fressende Hollows. Mit der Veröffentlichung hierzulande zog ein Kultvideo durchs Internet. Ein Mädchen singt in Endlosschleife finnische Volksmusik und schwingt dabei eine Porreestange. Das Mädchen in der psychedelischen Flash-Animation ist Orihime, einer der Hauptcharaktere der Serie. Fast vier Jahre später schließt sich für mich endlich der Kreis.

In der Welt von Bleach gibt es eine Welt der Menschen und eine Paralleldimensionen, in der die Soul Reaper leben. Diese Welt wird als Soul Society bezeichnet. Seireitei im Zentrum, der Rukon District außen herum. Im Zentrum findet die Ausbildung der Soul Reaper statt. Sie sollen die Hollows daran hindern, Menschen ihrer Seelen zu berauben. Soul Reaper verfügen über eine speziell auf sie zugeschnittene Waffe, die Zanpakuto genannt wird. Hartes Training macht es möglich, den Namen der Waffe zu erfahren, was es ermöglicht, der Waffe zusätzliche Fähigkeiten zu entlocken.

Auch die beiden Zwillinge, das Mädchen Matsuri Kudo und ihr Bruder Fujimaru, lernen eines Tages die Welt der Soul Reaper kennen. Sie werden von Seigen Suzunami aus einer gefährlichen Situation gerettet und später von ihm und seiner Schwester Konoka adoptiert. Dieser Handlungsstrang ist komplett neu, denn die vier tauchten bisher weder in einer anderen Videospielumsetzung noch in Manga oder Anime auf. Trotzdem wurden sie eng mit der bisher bekannten Geschichte verwoben und Tite Kubo selbst bediente sich dafür eines eleganten Tricks.

Bleach: The 3rd PhantomBleach: The 3rd Phantom
Die Geschichte mit ihren vielen kleinen Nebenschauplätzen ist gelungen.

Das Spin-Off des Bleach Universums beginnt über hundert Jahre in der Vergangenheit. Hier trifft das Zwillingspärchen bereits auf zahlreiche bekannte Gesichter - darunter auch Kisuke Urahara. Damals war er noch Captain eines eigenen Squads. Er half Konoka dabei, Arturo Plateado zu schwächen, damit die anderen Soul Reaper ihn besiegen können. Doch dann kommt es anders als geplant. Interessant dürfte für Fans auch sein, dass Sosuke Aizen in dieser Zeit noch Lieutenant war.

Die Geschichte ist wirklich gut erzählt und mit zahlreichen Hintergrundinformationen gespickt. Für Fans der Serie offenbart Bleach: The 3rd Phantom einiges an Tiefgang. Durch den Wechsel ins bereits bekannte Universum und dem damit verbundenen Auftritt von bereits bekannten Charakteren, allen voran Ichigo Kurosaki, liefert das Strategie-Rollenspiel Einblicke aus einem ganz anderem Blickwinkel. Die beiden Kudo-Zwillinge sind schließlich diesmal die Hauptfiguren.

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Leider ist es auch die Geschichte, die den Titel ansonsten fast unerträglich macht. Die Dialoge scheinen endlos und die Momente, in denen tatsächlich gespielt werden kann, sind selten. Insbesondere der Einstieg ist unfassbar träge und zieht sich in die Länge. Jedes Kapitel beginnt und endet mit Gesprächen. Außerhalb der Textboxen wird keine Geschichte erzählt. Wer also auf Sprachausgabe oder Videoschnipsel wartet, wird enttäuscht.

Bleach: The 3rd PhantomBleach: The 3rd Phantom
Gespielt wird aus der isometrischen Perspektive und auch sonst ganz klassisch. Als Extra gibt Team-Optionen.

Das Strategie-Rollenspiel muss sich aber keinesfalls verstecken. Das Angriffs- und Verteidigungssystem ist relativ ausgefuchst und bietet genug Variationsreichtum, um öfter zum Einsatz zu kommen. Bekannt dürfte das System bereits jenen sein, die ein Taktik -Rollenspiel auf dem Nintendo DS gespielt haben. Es gibt ein Netz, auf denen sich die Charaktere bewegen, gespielt wird rundenbasierend aus einer isometrischen Perspektive.

Und dazu gibt es noch eine Team-Option, die es erlaubt, Charaktere miteinander zu koppeln, damit sie sich in Kämpfen helfen können. Stehen diese zwei Charaktere nebeneinander, können sie sich gegenseitig bei Angriffen oder beim Verteidigen mit ihren jeweiligen Stärken als Duo unterstützen. Das kommt im Spiel auch gut rüber, da es Möglichkeiten gibt, dass Verhältnis zwischen Charakteren zu verstärken und damit ihre Bindung zu festigen. Wer mit wem zusammenkommt, das ist variabel. Aber auch ohne Team-Option gibt es die Möglichkeit, dass Charaktere gegenseitig unterstützen. Dann nur eben nicht ganz so effektiv.

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Außerdem wird das sture Durchklicken der Dialoge ein wenig mit Freizeit-Episoden aufgebrochen. Auch hier stehen zwar Dialoge im Vordergrund, aber die Gesprächspartner können mehr oder weniger frei gewählt werden und das Spielchen, dass dafür eingesetzt wird, erfordert zumindest ein Minimum an Hirnschmalz. Außerdem gibt es bei geschicktem Vorgehen diverse Preise oder Statusverbesserungen zu gewinnen.

Bleach: The 3rd PhantomBleach: The 3rd Phantom
Aufgelockert wird das Spiel durch Freizeit-Episoden. Aufgewertet werden so der Status und das Zanpakuto.

So gesehen gibt es eigentlich nichts dagegen einzuwenden, das man mit den bisherigen Spielen gebrochen hat. Die waren nämlich Prügelspiele und boten trotz ordentlicher Qualität natürlich weniger Tiefgang. Sega war trotzdem mutig und hat nicht am bewährten Konzept festgehalten, sondern eine neue Spielerfahrung geschaffen. Das verdient durchaus Anerkennung.

Zwar ist das Spiel technisch nicht vollends auf der Höhe der Zeit, aber zumindest sehr solide. Alle Charaktere wurden im Spiel ordentlich umgesetzt und manchmal gibt es sogar den ein oder anderen Lacher. Lediglich der Sound nervt gehörig. Die Musik ist keinesfalls schlecht. Aber sie wiederholt sich einfach immer und immer wieder. Und das auch an unpassenden Stellen. Da rettet auch das Intro Remaining Wind von Ikimono-gakari nichts mehr.

Trotzdem des gelungenen Strategie-Parts ist die ausufernde Geschichte für alle Taktik-Rollenspieler ohne Bleach-Kenntnisse eher ein Ärgernis. Die schiere Trägheit des Titels erschlägt und macht es für alle ohne Interesse am Manga uninteressant. Allerdings ist Bleach: The 3rd Phantom eben auch in erster Linie für Fans der Serie gemacht. Und die werden dankbar für die brandneue Geschichte sein, die ein Wiedersehen mit alten Freunden bietet und das Universum weiter komplettiert.

PS: Wer das verrückte Flash noch nicht kennt, der wird inzwischen auch bei Youtube fündig.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
detailverliebte Story, passables Taktik-Rollenspiel mit Team-Option
-
ausufernde Story, komplett in Englisch, keine Touchscreen-Unterstützung, nervige Musik
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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