Blizzard Entertainment hat gestern den Big Brother Award 2011 in der Kategorie Verbraucherschutz abgestaubt. Organisiert werden die deutschen Big Brother Awards vom Bielefelder Verein FoeBuD. Der fördert seit 1987 als Verein den öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehr.
Blizzard hat den Award mit der Begründung bekommen, "aus einer spielerischen Freizeitbeschäftigung am Computer eine Schlacht mit einem siebenköpfigen Drachen um die Privatsphäre gemacht" zu haben. Blizzard habe einen Drachen im Spiel integriert, "der die Spieler ständig begleitet, ohne dass ihnen seine Gegenwart bewusst wird, weil er nicht sichtbar ist. Er versteckt sich nämlich in den Nutzungsbedingungen, erfolgreich getarnt in seitenlangen Texten, die erfahrungsgemäß einfach weggeklickt werden, damit man endlich ins Spiel kommen kann."
Die Nutzungsbedingungen seien "quasi das unsterbliche Oberhaupt der Spiele", das den den Nutzer zwingt, "alle vorgegebenen Bedingungen ausnahmslos zu akzeptieren. Ohne einen Klick auf den Accept-Button erhalten sie keinen Zugang zur World of Warcraft. Damit verzichten die Spieler auf alle Persönlichkeitsrechte, die Sie in Bezug auf Nutzerinhalte haben. Das stehe sogar genauso in Blizzards Bedingungen.
Man halte Online-Spiele aber nicht für ein generelles Übel. Gerade die Firma Blizzard habe mehrere sehr kreative Spiele im Programm. Der Verein will durch Verleihung der Big BrotherAwards, dass Blizzard seine Privatsphäre-Einstellungen überdenkt und die Spieler sich die Mühe machen, die Nutzungsbedingungen wirklich durchzulesen.