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Auf dem Sofa mit dem DSi XL

Der DSi XL kommt am 5. März in den Handel. Christian hat es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht und sich bereits mit dem großen Bruder der Hosentaschen-Konsole vergnügt.
Christian Gaca 4 März 2010

4,2 Zoll groß ist jeder einzelne Bildschirm des neuen DSi XL. Macht 93 Prozent mehr Fläche (beide Screens zusammengenommen), rechnet Nintendo auf Plakatwänden und im Rest der Marketingkampagne vor. Mit mathematisch präzisen, japanischen Tugenden vermarktet Nintendo den neuen DSi XL - jene gefühlt sechste Variante des DS, die in Wirklichkeit aber erst die vierte ist. Während alle Welt versucht, die Geräte kleiner zu machen, wird der tragbare Nintendo größer und passt damit nicht mehr so bequem in jede Hosentasche. Fast doppelt so viel Bildschirmfläche also, er wiegt aber mit 314 Gramm nur etwa ein Drittel mehr als der DS Lite.

Als ich den DSi XL das erste Mal in den Händen halte, bin ich trotzdem überrascht, wie schwer er wiegt. Und dann noch einmal überrascht, wie schnell das keine Rolle mehr spielt. Denn der DSi XL hat einen enormen Vorteil: Er liegt um ein Vielfaches besser in der Hand eines Erwachsenen, so dass man bei längeren Sessions auf dem Sofa oder auf Reisen keinen Krampf mehr im Daumen der linken Hand bekommt, der das Steuerkreuz bedient. Das ist wirklich ein großer Vorteil.

Einige Designprobleme gibt es natürlich dennoch. Zwar liefert Nintendo einen wesentlich größeren Stylus für den DSi XL mit, allerdings verschwindet der genau deswegen nirgendwo seitlich im Gerät. Ich sehe den XL-Stylus schon in den ersten paar Tagen verloren gehen, aber zum Glück steckt weiterhin ein kleiner Stylus seitlich im Gerät drin.

Fotos kann er natürlich immer noch machen, der DSi XL. Aber wer bereits einen DSi hat, muss nicht unbedingt zum großen Bruder upgraden.

Unter Designaspekten betrachtet ist die glänzende, äußere Plastikoberfläche des DSi XL ausgesprochen hässlich, letzlich wirklich genauso schlimm wie ein schlimmer 80er-Jahre-Glastisch, der bestenfalls zum Konsum illegaler Drogen einlädt. Zum Glück sieht man die Vorderseite beim Spielen selten. Ich frage mich trotzdem, warum sie nicht einfach das matte Material der Unterseite auch auf der Vorderseite verwendet haben - aber so etwas ist ja eine Geschmackssache. Einzig deutlich resistenter gegen Kratzer scheint die Glanzoberfläche zu sein, dafür sieht man - wie auf der PSP auch - jeden Fettfinger sofort.

Der Bildschirm ist ein bisschen dunkler als beim DSi, vielleicht auch nur etwas wärmer in den Farbtönen. Ich bevorzuge tatsächlich eher helle, kontrastreiche Displays und nicht so sehr die warmen Töne. Aber es sind eher nur Nuancen und definitiv kein Grund zur Sorge. Dass es jetzt fünf anstatt vier Helligkeitsstufen gibt, macht sich nicht bemerkbar. Es ist wohl der durch die größeren Bildschirme insgesamt kürzeren Akkulaufzeit geschuldet.

Braun und weinrot - das sind die ersten beiden Farben, in denen der DSi XL in Deutschland in den Handel kommt.

Der Nintendo DSi XL kommt mit einem vorinstallierten Internet-Browser und Zugang zum DSI-Shop. Dazu gibt es ein 6 in 1 Wörterbuch mit 15.000 Wörter, dass in Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Japanisch übersetzt. Zusätzlich ist eine Kamerafunktion integriert, mit der man Wörter abfotografieren kann und dann Vorschläge serviert bekommt. Funktioniert hat das bei mir selten, in fremden Ländern möchte ich mich drauf lieber nicht verlassen. Das gibt nur Ärger. Außerdem mit an Bord: Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging für zwischendurch: Wortspiele - das ist eine nette Beigabe, mehr aber auch nicht.

Die wichtgste Frage: Braucht die Welt einen DSi XL. Die Antwort: ja und nein. Wer einen DSi hat und zufrieden ist, der muss nicht upgraden. Wer jetzt einen DSi kaufen will, der sollte dem großen Modell eine Chance geben. Besonders dann, wenn nicht nur kleine Hände damit spielen wollen.

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