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Kritiken Atelier Arland Series Deluxe Pack

Atelier Arland Series Deluxe Pack

Die Neuauflage der Trilogie fügt keine neuen Inhalte hinzu, die Spiele machen aber noch immer eine tolle Figur.
Paweł Matyjewicz 3 Januar 2019

Lulua: The Scion of Arland wird uns 2019 in die magischen Welten der Atelier-Reihe entführen und falls ihr noch keinen Kontakt mit einem Ableger der Arland-Serie hattet, bleibt gerade noch genügend Zeit, um in die ursprüngliche Trilogie reinzuschauen. Die wurde nämlich Ende des Jahres neu aufgelegt und als Atelier Arland Series Deluxe Pack für den Weihnachtsbaum verpackt. Das Atelier-Franchise hat über die Jahre zahllose Spiele hervorgebracht, in diesem Set stehen die Titel Atelier Rorona - The Alchemist of Arland DX, Atelier Totori - The Adventurer of Arland DX und Atelier Meruru - The Apprentice of Arland DX bereit. Um es gleich zu sagen: Die drei jungen Alchemisten konnten uns auch nach all den Jahren (das erste Game erschien 2009) noch gut unterhalten.

Der rundenbasierte Kampf spielt in Atelier eher eine Nebenrolle.
Eine der wichtigen Fragen bei solchen Kollektionen ist immer, ob bestehende Fans von einem erneuten Kauf profitieren. Die Antwort darauf hängt in hohem Maße von der jeweiligen Person ab. Das Atelier Arland Series Deluxe Pack bietet nicht viel Neues, abgesehen von einem kleinen grafischen Schub. Natürlich werden die Spiele mit sämtlichen Erweiterungen komplett ausgeliefert, aber wer bereits mit der Welt von Arland vertraut ist, der muss die vielen verführerischeren Konkurrenten auf dem Markt deshalb natürlich nicht beiseitezuschieben - selbst innerhalb des gleichen Genres. Das Deluxe Pack sollte deshalb vielleicht weniger als Einzelstück und umso mehr als Erinnerung an eine Serie mit einer langen und komplizierten Geschichte gesehen werden.

Rorona, Totori und Meruru sind die drei Protagonisten, die uns durch die magische Serie führen. Obwohl die Spiele durch dasselbe Universum und eine durchgängige Handlung miteinander verbunden sind, erlaubt es der respektive Aufbau der Games theoretisch, jeden Titel ohne Wissen des jeweils anderen zu betreten. Die Welt von Arland entwickelt sich im Laufe der Spiele allerdings ständig weiter und ihr werdet zufrieden sein, alle Veränderungen selbst mitzubekommen. Die Atelier-Games in chronologischer Reihenfolge zu spielen, bietet sich deshalb unserer Meinung nach an, allerdings solltet ihr dafür natürlich ein gutes Zeitpolster bereitstellen. Die gesamte Trilogie ist umfangreich genug, um über 150 Stunden eurer Zeit in Anspruch zu nehmen.

Unter der Oberfläche der niedlichen, unschuldigen Anime-Gesichter dieser jungen Hauptfiguren verbirgt sich die Hölle eines gut gemachten JRPG, bei dem der Schwerpunkt nicht auf rundenbasierte Kämpfe, sondern auf die Erstellung von Gegenständen mittels Alchemie liegt. Während jeder der Protagonisten seine eigenen Motive verfolgt, sind alle Figuren persönlich bestrebt, der beste Alchemist des Landes zu werden. Auf dem Weg dahin lösen wir die Probleme des gewöhnlichen Volkes mit der Gabe der Alchemie. Einfach gesagt werdet ihr viel Zeit mit dem Sammeln von Zutaten und Botengängen verbringen - notfalls im Kampf gegen verschiedene Bestien. Zwischendurch gibt es immer wieder Abschnitte, in denen die Geschichte vorangetrieben wird.

Wer alle drei Titel abschließen will, kann locker 150 Stunden investieren.
Die meisten Aufgaben erfordern die Abgabe einer Reihe von Materialien, einige davon finden wir im Freien, während andere als Belohnung für das Besiegen von Feinden in unseren Besitz wandern. Unsere Fähigkeiten verbessern sich im Laufe der Spiele stetig unter den scharfen Augen unserer Mentoren weiter. Allerdings nehmen Zubereitung eines Gebräus und natürlich die vielen Reisen viel Zeit in Anspruch, und diejenigen, die um Hilfe bitten, warten nicht ewig auf unsere Rückkehr - es bleibt also nur begrenzt Zeit, um jede Aufgabe zu erfüllen. Das Zeitmanagement wird zu einem wesentlichen Bestandteil des Gameplays, der fast so wichtig wird, wie in den Persona-Spielen.

Die Serie ist aber bei weitem nicht so anspruchsvoll. Die Zugänglichkeit der Reihe macht es ideal für Menschen, die Entspannung suchen und friedlich ein einfaches und charmantes Abenteuer erleben wollen. Die Atelier-Reihe bietet wenig taktische Herausforderung, weshalb der Kampf auf Rundenbasis eher als Nebenaktivität zwischen dem vielen Basteln in großen Kesseln dient. Das hat uns gut gefallen, denn es gibt der Serie ihren eigenen Stil, anstatt generisch Elemente aus anderen Spielen zu kopieren.

Bestehende Fans profitieren von der Frischzellenkur vielleicht nicht so sehr, doch für Neulinge ist die Sammlung ideal.
Für Spiele, die teilweise neun Jahre zurückliegen gehen die Grafiken in Ordnung. Die Sammlung kann zwar nicht mit aktuellen Hochglanz-Produktionen mithalten, aber sie ist sicher nicht hässlich und der Soundtrack trägt ebenfalls zum Charme bei. Die drei Spiele sind lebhaft und gleichzeitig entspannend und das zeichnet die Atmosphäre der magischen Welt von Arland unserer Meinung nach eben aus. Leider ist die Synchronisation erstaunlich schlecht gealtert, glücklicherweise erlaubt jedes Spiel aber immerhin auf die Originalstimmen umzustellen. Wem japanische Stimmtöne generell nicht zusagen, der sollte sich von Atelier vielleicht lieber fernhalten... Einige der Stimmen sind ebenso süß wie quietschend, sie müssen schließlich bekannten, japanischen Rollenbildern entsprechen.

Atelier Arland Deluxe Pack bietet einige einzigartige Spiele, die auf jeden Fall einen Versuch wert sind. Die Titel sind voller Charme und zeichnen sich durch ihren unverwechselbaren Stil aus. Diejenigen, die mit der Trilogie vertraut sind, werden hier nichts Revolutionäres finden, es sind nämlich nur leicht verbesserte Versionen der Originale. Doch wenn ihr die Abenteuer dieser drei Alchemisten verpasst haben solltet und die jeweiligen Spiele eh schon immer nachholen wolltet, dann besteht kein Grund zum Zögern. Außer vielleicht der Preis, der bei knapp 90 Euro liegt - aber es stecken ja auch drei umfangreiche Titel drin. Neuankömmlinge erhalten ein Trio von bezaubernden Abenteuern, die die lange Wartezeit bis zur Veröffentlichung von Lulua verkürzt.

7
Gut von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro Über hundert Stunden Spielspaß, trotz der vielen Jahre sind Stil und Grafik noch immer okay, schöne Musik, Alchemiesystem entfaltet Suchtspirale.
Contra Exorbitanter Preis, Probleme mit Texturen, geringfügige technische Probleme, schlechte englische Sprachausgabe, manchmal etwas zu süß.
Netzwerk-Wertung Durchschnitt über 4 Gamereactor-Ausgaben
7,0
Gamereactor 7
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Vollständiges Profil 56 veröffentlichte Artikel
7
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Fakten zum Spiel
Entwickler Gust Co. Ltd.
Publisher Koei Tecmo
Termin 20 September 2018
Genre RPG
Plattformen
Nintendo Switch PS4
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23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
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