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Artifact

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Valve bringt sein eigenes Sammelkartenspiel an den Start. Artifact ist deutlich von Dota inspiriert und bietet Tiefgang neben Zugänglichkeit.

Wir leben im Zeitalter der Sammelkarten-Spiele. Viele Studios veröffentliche ihre Variante zu großen Marken und geben dem Genre etwas neues, ob nun klein oder groß. Es begann mit dem Schulhofliebling Magic: The Gathering, wir haben Blizzards Hearthstone bekommen, CD Project machte ein Minispiel zu Gwent und dann ist da noch Bethesda mit The Elder Scrolls: Legends. Nun, die Fans scheinen verrückt nach Kartenkämpfen zu sein. Das neuste unter den Kartensammelspielen ist Valves deutlich von Dotas inspiriertes Artifact - ein Erlebnis selbst für die erfahreneren Spieler unter euch.

Der große Unterschied zu den anderen Genre-Giganten sind die drei Pfade bei Artifact (ja, genau wie die Moba-Pfade). Statt dem üblichen Brettspiel-Stil mit mehreren Phasen haben wir in Artifact drei Wege, die gleichzeitig gespielt werden, während wir uns schnell von links nach rechts bewegen. Um zu gewinnen, müssen die Spieler an allen drei Fronten strategisch planen und den Turm zerstören.

Es müssen Helden gespielt und organisiert werden und wir brauchen Ressourcen für jeden Pfad, während wir gleichzeitig den Zustand von unserem und dem gegnerischen Turm im Auge behalten müssen. Unser Deck kann bis zu fünf Helden in verschiedenen Farben beinhalten, die ihre Fähigkeiten auf jedem der drei Pfade anwenden dürfen (und die wieder neu auftauchen, sollten sie zerstört werden). Um einen farbspezifischen Schergen oder Fähigkeitsfarben zu spielen, muss ein Held der jeweiligen Farbe auf jenem Pfad anwesend sein. Ein weiterer Grund, streng strategisch vorzugehen.

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Alle Heldenkarten können mit nicht-farbspezifischen Buffs, Fähigkeitskarten, Rüstungen und Waffen ausgerüstet werden. Die Farben im Spiel sind: Rot als teure Farbe mit hohem Angriffswert, Blau mit vielen Zaubern, Grün mit vielen Einheiten auf dem Feld und Schwarz, das ähnlich wie rot arbeitet, aber eher die Einheiten verstärkt oder gegnerische schwächt. Ein volles Deck besteht aus mindestens 40 Karten inklusive der Helden, aber es gibt keine Grenze nach oben. Ihr wollt ein 100-Karten-Deck? Kein Problem, aber mit so einem Deck sind die Chancen hoch, dass ihr viele Karten mit hohen Kosten habt, die ihr euch nicht leisten könnt.

Neben dem Basis-Deck müsst ihr noch auf die Gegenstandskarten achten. Darunter sind Gesundheitsboosts und Helden-, Waffen-, Rüstungs- und Pfad-Buffs, die ihr jederzeit auf jeden Helden spielen könnt. Die Karten treffen dann auf jene auf der anderen Seite des Felds oder greifen direkt den Turm an, wenn kein Held den Weg versperrt. Nach der Kampfphase auf allen Wegen, beginnt die Shopping-Phase, in der wir für Gold neue Karten kaufen können. Danach werden die Helden platziert.

Jedes Spiel wird gewonnen in dem wir entweder zwei Türme ausschalten oder einen Turm und seine kristallartige Seele. Die hat aber doppelte Gesundheit im Vergleich zu einem Turm, daher ist es eigentlich leichter zwei Türme zu bezwingen.

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Was Artifact von anderen Kartenkampf-Spielen unterscheidet, ist die Komplexität. Auch wenn es sehr detailliert ist, fühlt es sich dennoch nie zu kompliziert an und überfordert nicht. Es sind eine Menge Karten im Spiel, aber sie wirken alle flüssig und logisch. Daher können auch unerfahrene Spieler gut ins Spiel kommen, während Veteranen sich über den strategischen Tiefgang freuen dürften.

Es stehen viele Modi zur Auswahl. Featured bietet wettbewerbsorientierte Events, Solo Play lässt uns gegen Bots kämpfen, Social Play lässt uns gegen Freunde antreten und Casual Play ist ein leichtherziger PvP-Modus, während Expert Play zu Ranglistenkämpfen einlädt. In Expert Play gibt es eine Ziehung, um ins Turnier zu kommen. Das bedeutet, ihr kauft ein paar Kartenpacks und baut dann daraus das bestmögliche Deck. Ein fairer Weg, denn so gewinnt nicht der Spieler, der das meiste Geld in sein Deck gesteckt hat.

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In Phantom Draft dürfen wir am Ende einige Karten behalten, bei Keeper Draft behalten wir alle gezogenen Karten, müssen aber fünf ungeöffnete Pakete im Inventar haben. Die Rangkämpfe benötigen Tickets, die wir durch das Auseinandernehmen von Karten erhalten - es ist also nicht ganz umsonst. Wenn ihr kostenlos Karten bekommen wollt, müsst ihr Rangliste spielen und ihr könnt mit anderen Spielern Karten tauschen.

Das Spiel selbst sieht absolut atemberaubend aus und fühlt sich definitiv wie ein Valve-Titel an, auch wenn das Studio sich einem neuen Genre gewidmet hat. Wir hatten keinerlei technische Probleme, allerdings nervt es natürlich, das Karten gekauft werden müssen, um das eigene Deck zu erweitern. Valves Kartensammelspiel gehört sicher zu den besseren des Genres und es hat viel Raum, um noch zu wachsen. Wer auch nur ein wenig interessiert ist, sollte einen Blick riskieren.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
neue Idee fürs Genre, sehr viel Tiefgang ohne zu komplex zu sein, viele Spielmodi und reichlich Inhalt
-
komischer Deck-Builder, Shopping-Phase nervt, gutes Deck kann schnell teuer werden
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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