Es gibt nur wenige Spiele vom Kaliber eines Arcana Heart 3. Spiele, die so heiß sind, dass sich dafür Menschenschlangen vor den Geschäften bilden wie sonst bei Street Fighter IV oder Tekken 6. Ja, in Japan, da ist das so. In Europa allerdings bewegt sich der Titel weit unter dem Radar. Und das überrascht auch nicht, denn dieses Prügelspiel ist einfach sehr, sehr seltsam, altbacken und dazu ziemlich japanisch.
Wir sprechen über ein Spiel, bei dem ausschließlich weibliche Kämpferinnen zur Auswahl stehen und alle 23 Charaktere sich in einem Alter bewegen, das maximal bis zum wohlgeformten Teenager reicht. Die Grafiken wurden direkt aus der Playstation 2-Fassung übernommen und das Kampfsystem ist von Tarotkarten inspiriert, aber enthält beispielsweise auch riesenhafte Schleim-Klumpen, Mech-Roboter und unförmige Fantasie-Figuren, die mit Kreide gezeichnet wurden.
Aber wie bereits erwähnt, ist das Spiel unglaublich japanisch. Manche tun es womöglich daher leichtfertig als Titel nur für Otakus ab, für jene Menschen und einer Vorliebe für Mädchen mit grünen Haaren in Neon-Kleidung und einer Stimme, die an einen getretenen Hamster erinnert. Arcana Heart 3 jedoch versteckt glücklicherweise unter der bunten Oberfläche ein Prügelspiel mit einer kleinen, bescheidenen Auswahl von schier unendlich vielen Möglichkeiten. Die 23 Mädchen können nämlich mit 23 Arcarna-Fähigkeiten verbunden werden, die letztendlich die Eigenschaften des Charakters beeinflussen. Dadurch ergeben sich über 500 verschiedene Kombinationen und es wird schwierig, die perfekte Kombination für sich selbst zu finden.

Das Spiel bietet nur weibliche Kämpferinnen und ist genau deswegen bei den Japanern ziemlich beliebt.
Das Spiel steuert sich geschmeidig und bietet eine erstaunlich große Spieltiefe. Von Kampf zu Kampf wagen wir uns weiter in den Dschungel aus Spezialattacken, Kombos und Konterangriffen. Für alle, die nicht selbst den Controller in der Hand haben, sehen die Kämpfe ziemlich komisch und wenig nachvollziehbar aus. Und viele werden wahrscheinlich zu dem Schluss kommen, dass ein wenig zu viel Japan über den Bildschirm flimmert. Witzigerweise ist etwa mit Petra Hohanna Lagerkvist ausgerechnet eine Schwedin unter den Kämpferinnen - eine eher ungewöhnliche Zugabe.
Arcana Heart 3 ist rein spielerisch gesehen intensiv und spektakulär. Wir müssen uns das wie Blazblue ohne hochauflösende Grafik vorstellen. Dazu läuft der Online-Modus unglaublich gut (wir denken wieder an Blazblue), so dass es eine wahre Freude ist, selbst wenn uns gehörig die Fresse poliert wird. Denn wer Arcana Heart 3 online spielt, der ist nicht zimperlich, so viel steht fest.
Aber das offensichtlichste Problem bleibt bei allen Stärken bestehen. Das Spiel ist definitiv nicht für jeden gemacht. Es gibt keine vernünftigen Trainingsmöglichkeiten, es ist nicht intuitiv und man muss Prügelspiele wirklich lieben. Und so mancher wird obendrein große Probleme damit haben, die veraltete Grafik und den Stil insgesamt zu verdauen. Aber wer diese Hürden überwindet, den erwartet ein wundervolles Spiel mit einer Tiefe, die wirklich nur ein Bruchteil der Spieler zu schätzen wissen wird.
Zusätzliche Wertungen
- Grafik
- 5 / 10
- Sound
- 6 / 10
- Spielbarkeit
- 8 / 10
- Langzeitmotivation
- 7 / 10