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Gamereactor Kritiken Adventure Park
Kritiken Adventure Park

Adventure Park

Es ist ein bisschen still geworden um das Genre der Wirtschaftssimulationen. Umso schöner, mit Adventure Park endlich wieder unter die Parkbetreiber gehen können.
Martin Eiser Getestet auf PC Aktualisiert 30 September 2013

Der Traum vom eigenen Freizeitpark, wir leben ihn, seitdem Bullfrog Production vor fast zwanzig Jahren Theme Park herausgebracht haben. Tatsächlich gab es seither immer wieder Ausflüge in dieses Genre - so etwa mit dem großartigen Rollercoaster Tycoon. Aber der letzte Teil davon erschien vor fast zehn Jahren. Was diese Simulationen so schön macht, ist vor allem die Möglichkeit, einen Park nach den eigenen Wünschen zu gestalten. Einen aufregenden und großartigen Ort anzulegen, an den Besucher jedes Jahr zu Tausenden strömen. Tatsächlich wäre die Zeit wieder reif für ein gutes Spiel und B-Alive versuchen sich in diesem Jahr an Adventure Park.

Das Spiel bietet einen Kampagnen-Modus, der gleichzeitig auch als Tutorial fungiert. Fünf Kapitel führen uns durch die fünf verschiedenen Themenbereiche, die das Spiel bietet. Es gibt eine Piraten-, Afrika- und Science Fiction-Welt, eine Kinder-Themenwelt im Wilden Westen und eine Fantasy-Welt. Jeder der fünf Bereiche ist einer Parkwertung zugeordnet und die schalten wir nach und nach frei. Mit jeder neuen Stufe werden uns dann neue Attraktionen, Verbesserungen, Geschäfte und Verschönerungen ermöglicht. Die Auswahl am Ende ermöglicht einen wirklich hübschen Park, obwohl die Zahl der einzelnen Elementen recht beschränkt ist. So gibt es beispielsweise nur 21 Fahrgeschäfte, die wir überhaupt bauen können.

Der Park ist relativ einfach zu bauen und an vielen Stellen gibt es Hilfen - so sind zum Beispiel keine Warteschlangen nötig.

Alles in Adventure Park scheint darauf ausgelegt zu sein, möglichst simpel zu funktionieren. Es gibt zwar ein Grundraster, auf dem wir unsere Einrichtungen platzieren. An vielen Stellen aber ist das Spiel offen, etwa beim Bau von Achterbahnen oder auch Wegen. Wenn wir eine Achterbahn bauen, gibt es keine Loopings und Schrauben. Wir können die Höhe verändern, schmale und weite Kurven ziehen und ein paar Entertainment-Elemente wie Explosionen hinzufügen. Die Beschränktheit des Spiels ist aber nicht nur ein Nachteil, denn dadurch bleibt alles überschaubar und einfach zu bedienen.

Etwas, das der Titel außerdem ganz hervorragend hinbekommt, ist die Nähe zwischen uns und Park. Wir können uns sowohl in die Egoperspektive eines Parkgastes versetzen als auch in die einer Lore auf der Achterbahn oder etwa einer Gondel im Riesenrad. Jede Attraktionen lässt sich so ausprobieren und man fühlt sich wie ein echter Parkbesucher. Bereits in Theme Park World war das eines der Features, aber damals war die Technik einfach noch nicht so weit, damit das auch halbwegs hübsch aussieht. Tatsächlich ist aber dieser Titel wohl der beste Vergleich - denn auch dieses Spiel war in seinen Möglichkeiten relativ beschränkt.

Allerdings war damals einer der Kritikpunkte, dass der Park ab einer bestimmten Größe nur schwer zu verwalten ist. Adventure Park funktioniert hier anders. Das Spiel legt es ein bisschen darauf an, das wir uns langsam hocharbeiten. Dabei nimmt es uns eigentlich immer an der Hand, denn den nächsten von fünf Rängen erreichen wir erst, wenn der Park eine Weile gut funktioniert. Und wenn er funktioniert, dann können wir den Besuchern auch mehr Geld abnehmen. Und das ist der Teil, wo der Managementaspekt klar versagt. Nehmen wir weniger Geld, sind wir damit nicht automatisch attraktiver. Die Beliebtheit und Zufriedenheit hat hier nichts mit Geld zu tun. Es braucht keinen klugen Geschäftsmann, um in dieser Simulation erfolgreich zu sein.

Wir können stufenlos ins Geschehen zoomen und dies sogar so nah heran, dass wir auf unseren Achterbahnen selbst mitfahren könnnen.

Und das, obwohl es diverse Möglichkeiten gibt, unsere Besucher zu befragen und ihre Bedürfnisse herauszufinden. Wir können für Fahrgeschäfte und Service-Einrichtungen selbst die Preise festlegen, aber jedes Mal gibt es sofort eine Rückmeldung der Nutzer, ob es zu teuer, zu günstig oder genau richtig ist. Damit drehen wir einfach so lange am Rädchen, bis unsere Einnahmen maximiert sind. Gleiches gilt übrigens auch für die Zusatzoptionen, die wir mit jedem Rang freischalten. Werden diese nicht aktiviert, nörgelt die Kundschaft, dass unsere Einrichtung langweilig ist. Unser Können zeigt sich lediglich beim Anlegen des Parks. An welche Stelle kommt welche Attraktion, wie sind Laufwege sinnvoll und brauchen wir vielleicht eine Monorail-Bahn, um Leute auch in den hinteren Bereich des Parks zu transportieren.

Es macht dadurch deutlich mehr Spaß, den Park zu gestalten, ihn hübscher zu machen und uns dann daran zu erfreuen. Es gibt relativ viele Pflanzen und andere Objekte zur Verschönerung, die das Gefühl für einen Themenpark ermöglichen - wenn auch nur mit fünf Bereichen. Aber auf der anderen Seite müssen wir uns einfach nur einmal echte Freizeitparks anschauen. Das Phantasialand bietet sechs Themenwelten mit etwas mehr als 30 Attraktionen. Der Heidepark Soltau verfügt über vier Themenbereiche mit 40 Fahrgeschäften. Richtig groß ist lediglich der Europapark in Rust mit seinen 16 Bereichen und fast 60 Attraktionen. Wer aber bereits in einem der mittelgroßen Parks war, der weiß genau, dass man auch dort viel Spaß haben kann, denn Nervenkitzel gibt es überall.

Wirklich messen kann sich das Spiel eigentlich nicht mit den anfangs genannten Klassikern. Adventure Park ist nicht die große Simulation, sondern ein relativ fokussiertes Spiel. Allerdings ist es deswegen keinesfalls schlecht. Es bietet eine hübsche Präsentation, wir können auf unserer Attraktionen mitfahren und auch der Managementaspekt bietet trotz seiner Schwächen eine halbwegs annehmbare Tiefe. Allerdings versagt der Titel eben dabei, einen langfristig zu fordern. Das Spiel plätschert dahin und schnell ist der ideale Weg gefunden, wie wir einen Park aufbauen müssen. Wenn dieser Punkt erreicht ist, verliert Adventure Park für Freunde des Genres schnell seinen Reiz. Bis dahin aber lassen sich durchaus einige nette Stunden damit verbringen. Es bleibt zu hoffen, dass der Entwickler den guten Ansatz weiterentwickelt. Das Grundgerüst ist nämlich durchaus vielversprechend.

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Gut von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro endlich wieder einen Freizeitpark bauen, alle Attraktionen selbst ausprobieren
Contra idealer Weg ist schnell gefunden und dann verliert der Park seinen Reiz, geringer Umfang
Vollständiges Profil 13.607 veröffentlichte Artikel
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Gut Netzwerk-Wertung über 1 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler B-Alive
Publisher Bitcomposer Games
Termin 2 Oktober 2013
Getestet auf PC
Genre Simulation
Plattformen
PC
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