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Gamereactor Kritiken Powerstar Golf
Kritiken Powerstar Golf

Powerstar Golf

Ein Golfspiel für Gelegenheitsspieler versteckt sich im Launch-Lineup der Xbox One. Es ist ein echter Old-School-Klassiker mit netten Ideen.
Christian Gaca Getestet auf Xbox One 26 November 2013

Das System des Knopfdrückens, um den Schlag zu starten und zu beenden, es wirkt anachronistisch.

Powerstar Golf ist einer dieser Launch-Titel, die gerne untergehen. Es ist ein Golf-Spiel. Da steigen schon die ersten 75 Prozent aus. Und es ist nicht einmal ein realistisches, was sicherlich auch noch einmal ein paar potenzielle Kandidaten rauskegelt. Aber die Microsoftvariante von Everybody's Golf ist ein gutes Spiel, also sollte man bei Interesse am Thema durchaus mal reinschauen.

Auf vier Golfplätzen warten zahlreiche Events und Duelle gegen andere Golfer. Wir dürfen leider nicht mit unserem eigenen Avatar spielen (was wirklich toll gewesen wäre), sondern müssen mit den fest eingebauten Golferinnen und Golfern Vorlieb nehmen. Zwei stehen anfangs zur Verfügung, die restlichen müssen mir im direkten Duell besiegen, um die als spielbare Charaktere freizuschalten. Wie immer. Zur Seite steht uns zudem noch ein Caddie.

Der Clou sind ein paar Details. Jeder Golfer hat Spezialfähigkeiten, die je nach Level oder zusätzlichen Upgrades mehrfach pro Runde eingesetzt werden können. Das können härtere Schläge sein, aber auch mehr Spin oder absurde Sachen wie fünf Bälle, die sich beim Putten auf den Weg zum Lock machen. Diese Dinge brechen wie bei Spaßgolf üblich das starre Regelwerk etwas auf. Auch der Caddie hat bedingt verfügbare Spezialfähigkeiten, die extrem hilfreich sind.

Das Gameplay ist quasi altertümlich. Das System des Knopfdrückens, um den Schlag zu starten und zu beenden, es wirkt anachronistisch. Das ist vor allen Dingen so, weil die Tiger Woods-Spiele den natürlichen Schwung mit den Analogsticks gefühlt komplett etabliert haben. Aber es unterstreicht den Ansatz des Spiels, eher ein Casualerlebnis sein zu wollen.

Wir dürfen aufleveln wie in einem Rollenspiel, was unsere Fähigkeiten in allen Belangen steigert. Mehr Kraft, höhere Präzision, bessere Schläge, mehr Spin und besseres Putting. Außerdem schalten wir mit jedem Level Zugriff auf neue Herausforderungen auf den Golfplätzen frei. Nett ist, dass beiläufig viele Sachen integriert sind, um uns zusätzliche Erfahrungspunkte zu bringen. Man sieht immer die Bälle von Freunden auf dem Kurs, kann ihre Rekorde schlagen und wird dafür belohnt. Oder eigene verbessern, was auch belohnt wird, egal ob es ein besserer Annäherungsschlag zur Fahne oder ein weiterer Abschlag ist. Ab und an werden auch Live-Herausforderungen für Extra-Erfahrungspunkte angeboten. Dann muss man etwa nur perfekte Schläge abliefern an einem Loch oder aus absurder Position mit dem Driver eine Annäherung spielen.

Eine gelungene Comic-Präsentation, die schicke Grafik und das tadellose Old-School-Gameplay machen das Spiel zu einem hübschen Zeitvertreib beim Warten auf echte Next-Gen-Spiele.

Kern ist der Karrieremodus, der einen ein paar Tage bei Laune hält, bis man alles erledigt hat. Schade, dass man nur lokal einen Multiplayer spielen kann. Online sind "nur" die Bälle der Freunde auf den Plätzen sichtbar. Alternativ gibt es einen Gegnermodus, in dem wir virtuell gegen die Runden unserer Freunde antreten. Schlagen wir sie, gibt's Erfahrungspunkte. Spielen wir schlechter als die bis zu drei Freunde, bekommen diese Punkte gutgeschrieben.

Im Shop kann man Upgrades kaufen, eingeteilt in Ausrüstung nach fünf Klassen, von Upgrade bis Weltklasse. Die dafür nötigen Credits kann man sich erspielen oder sie einfach kaufen. Zum Glück ist der Echtgeldshop offline (warum auch immer), so dass man sich die neuen Items nur erspielen kann. Ein bisschen Glückselement ist zudem dabei, weil einem die Items per Zufall zugelost werden. Neben festen Items gibt es auch einmalige Upgrades, von denen wir bis zu drei pro Runde verwenden dürfen.

Powerstar Golf mag kein wichtiges Spiel sein. Aber die gelungene Comic-Präsentation, die schicke Grafik und das tadellose Old-School-Gameplay machen das Spiel zu einem hübschen Zeitvertreib beim Warten auf echte Next-Gen-Spiele. Und bitte die Finger vom Echtgeld lassen, das bringt gerade hier nun wirklich gar nichts, weil es das Spiel komplett zerstört.

7
Gut von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro schlichtes Old-School-Gameplay, nette Ideen, schöne Herausforderungen
Contra kein echter Online-Multiplayer, wenig Content, Echtgeldkäufe für Items
Netzwerk-Wertung Durchschnitt über 1 Gamereactor-Ausgaben
7,0
Gamereactor Deutschland 7
Vollständiges Profil 18.512 veröffentlichte Artikel
7
Gut Netzwerk-Wertung über 1 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler Zoë Mode
Publisher Microsoft
Termin 22 November 2013
Getestet auf Xbox One
Genre Sports
Plattformen
Xbox One
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.