Oder sie reiten auf der philosophischen Kunstschiene herum. Wie man irgendwo dazwischen gekonnt Kunst zu Geld macht, hat in den letzten Jahren Christopher Nolan demonstriert. Immitiert hat ihn nun das aufstrebende US-Talent Rian Johnson, der Looper selbst geschrieben und verfilmt hat. Das Resultat ist ein cineastischer Smoothie bestehend aus Twelve Monkeys, Terminator und Inception.
Joseph Gordon-Levitt und sein disziplinierter Charme sowie sein unverbrauchtes Gesicht, das gegen den coolen Veteranen Bruce Willis anspielt, sind wesentlich für die Qualität von Looper verantwortlich. Das Zeitreise-Stück erfordert übrigens mehrere Durchgänge vor der Glotze, bis alle Teile korrekt ihren Platz im Gehirn finden.
Looper sind Auftragskiller für ein Syndikat, das aus dem Jahr 2074 seine Schergen ins Jahr 2044 zurückschickt, um unliebsame Personen verschwinden zu lassen. Das geht in der 2074er-Realität wegen fortschrittlicher Technologie nicht mehr. Die doppelte Zukunft macht das Leben für uns Zuschauer nicht gerade leicht. Trotz aller chronologischen Tricks, parallelen Geschichten und kryptischen Zeitebenen ist Looper aber in erster Linie eine Geschichte über Ethik. Wie weit wird jemand für sein Glück gehen? Diese moralische Drehtür zwischen zwei Versionen von Joseph Simmons ist schlicht toll.