Satoru Iwata präsentierte heute Nacht während einer Nintendo Direct-Konferenz die Wii U. Die Präsentation auf der E3 soll sich voll und ganz auf die Spiele konzentrieren, während es in dieser Konferenz um die Hardware ging.
Zunächst ging Iwata vor allem auf das Wii U-Gamepad ein. Es wird nicht über Slidepads, sondern über zwei normale Analog-Sticks verfügen. Diese können auch gedrückt werden, wie es etwa bei der Playstation 3 und der Xbox 360 möglich ist. Die Rückseite wurde auch angepasst und ist ergonomischer, außerdem gibt es einen NFC-Reader und -Writer. NFC steht für Near Field Communication und ermöglicht Kommunikation über kurze Entfernungen bis zu vier Zentimeter. Genutzt wird das unter anderem bereits Skylanders Spyro's Adventure - in der Wii U ist es fest verbaut.
Die Wii U wird außerdem über einen Pro-Controller verfügen, welcher eine klassische Steuerungserfahrung ermöglicht. Neben der Wii-Fernbedienung und dem Wii U-Gamepad ist das das dritte Eingabegerät. Für Entwickler wird es damit sicherlich nicht einfacher, Spiele zu entwickeln.
Iwata zeigt ein lustiges Video, bei dem ein Gamer mit einem schwarzen Wii U-Gamepad ein Zombie-Spiel spielt. Allerdings scheitert er und sucht Hilfe in einem integriertem sozialen Netzwerk. Dieses trägt den Namen Miiverse und ist standardmäßig aktiviert. Sichtbar ist es im Startbildschirm und zeigt nach Spielen sortiert die Miis auf dem System, die Miis unserer Freunde und Miis aus demselben Land oder derselben Sprache. Alle tragen eine Sprachblase über sich, die den aktuellen Kommentar zeigt. Damit soll es auch verbindend wirken, wenn ein Spiel keine Online-Funktionalität hat. In dem Fall fragt der Gamer, wie der Gegner zu besiegen sei. Für Mii sind verschiedene Stimmungen festlegbar. Nachrichten können geschrieben oder gemalt werden. Miiverse ist browser-basierend. Daher soll es auch auf Nintendo 3DS, PC und Mobiltelefone verfügbar sein. Das aber vielleicht nicht direkt zum Launch.
Der Gamer kann das Problem nicht lösen und er ruft einen Freund an. Die Wii U unterstützt nämlich Videotelefonie. Überhaupt ist die Idee von Nintendo, dass wir anders mit Konsolen, dem Fernseher und dem Internet umgehen. In Spielen lassen sich Bildschirmfotos machen und in Miiverse als Nachricht veröffentlicht werden. Auch im Spiel erstellte Inhalte können darüber geteilt werden. Wir können auf dem Gamepad normal surfen und diese Inhalte auch auf dem Fernseher sichtbar machen, um sie mit anderen Leute im Wohnzimmer zu teilen. Das ist wohl der Grund, warum Nintendo nur ein Gamepad pro Konsole vorsieht. Das Spielen wird sich nicht unbedingt revolutionieren, nur der Umgang damit.
Auf Grund der vielen sozialen Komponenten hat Nintendo den Slogan Together Wii U ins Leben gerufen. Ob sie damit auch die Werbekampagne befeuern, wird sich zeigen. In jedem Fall soll die Wii U mit dem Gamepad verbinden - von Spieler zu Spieler, von Wohnzimmer zu Wohnzimmer - gemeinsam und Allein. Ein bisschen scheint die Idee geklaut bei der Playstation Vita, denn Sony hat ganz ähnliche Konzepte in den Handheld integriert. Auch dort können wir Kommentare zu Spielen abgeben und wir sehen, welche Spiele in der Umgebung gespielt werden. Die Wii U ist aber mit dem zusammenhängenden Netzwerk deutlich fortschrittlicher und mit den Mii-Avataren hat Nintendo einen echten Trumpf im Ärmel.




