So richtig symphatisch wirkt er ja nicht, der gute Jak. Der blasse Held mit den Elfenohren strahlt im Grunde erst durch seinen Kumpel Daxter. Sein loses Mundwerk sorgt für einen angenehm spritzigen Humor, den Freunde der Serie schätzen. Sogar so sehr, dass sie das als wichtigsten Unterschied zu Ratchet & Clank ausmachen. Auch im aktuellen Abenteuer wird darauf nicht verzichtet.
Dabei wurde ansonsten auf einiges verzichtet. Zum Beispiel ein bisschen Hintergrundgeschichte zur Serie. Neueinsteigern wird zwar erklärt, was sie machen müssen, aber das Spiel spart sich ein erläuterndes Intro. Findige Spieler entdecken vielleicht einen kurzen Abriss in der Bedienungsanleitung, der Kurzinfos zum bisherigen Geschehen vermittelt. Die meisten werden aber wohl ahnungslos in die Röhre gucken.
Zumindest die Story von Jak and Daxter: The Lost Frontier wird ordentlich in sauber gerenderten Zwischensequenzen präsentiert. Die beiden suchen gemeinsam mit Keira nach einer neuen Eco-Quelle, um die Welt zu retten und dafür fliegen sie bis an das Ende selbiger. Eben zur letzten Grenze, um es mit dem Titel des Spiels zu sagen. Aber als wenn die Suche nicht mühselig genug wäre, kommen ihnen auch noch Eco-Piraten in die Quere. Das riecht nach Ärger.
Doch es gibt auch Erfolge im Spielverlauf zu vermelden. Nach und nach erlangt Jak diverse Eco-Fähigkeiten, die durchaus hilfreich sind. Eco-Reflexe sorgen beispielsweise dafür, dass die Zeit langsamer läuft. Der Eco-Raketensprunge lässt Jak eine Weile schweben. Kampfgerät ist ein aufrüstbarer Waffenstab, mit dem er im Bedarfsfall auch schießen kann. Dieses Gerät gehört auch zu jenen Gegenständen, die eigentlich nichts in einem klassischen Plattformer zu suchen haben. Aber das Jak and Daxter nichts für Puristen ist, dürfte hinlänglich bekannt sein.
Und ein bisschen Action ist schließlich nicht verkehrt. Die Waffensteuerung ist relativ simpel gehalten, da Jak automatisch den Gegner trifft, sobald er in seine Richtung zielt. Dafür sind die Plattform-Anteile ein klein wenig kniffliger geraten, um zu unterstreichen, was für ein Spiel hier vorliegt. Ein gewisser Anspruch besteht mit Sicherheit im Kampf mit der Kamera und der Daumenakrobatik. Wenn Ecofähigkeiten, Sprungpassagen und Kampfeinlagen möglichst sauber miteinander kombiniert werden sollen, sind Hakeleien nicht unüblich.
Fortbewegungsmittel zwischen den einzelnen Leveln ist eins von fünf Flugzeugen, dass selbstverständlich auch über Waffen verfügt und natürlich auch aufgerüstet werden kann. Die Flugsteuerung ist ähnlich galant wie die von Jak selbst. Im Grunde gibt es nichts zu nörgeln, aber das mit der Kamera ist nicht immer ideal.
Mitverantwortlich dafür ist wohl die Größe des Bildschirms bzw. die Auflösung der PSP. Einerseits will man ran an den Helden, um den Nahkampf gut über die Bühne zu bringen und authentisch zu sein. Andererseits führt diese Ansicht vor allem in kleinen Räumen oft zu Problemen. Das Nachjustieren funktioniert nicht immer und Jak versucht einen Angriff auf gut Glück, ohne zu sehen, wo der Gegner überhaupt gerade ist. Auch im Flugzeug fehlt schnell die Übersicht, weil der Bildschirmausschnitt zu klein ist.
Über all die kleinen Macken würde es sich aber leicht hinwegsehen lassen, wenn das Spiel ansonsten glänzen würde. Aber so richtig rocken wollen Jak und Daxter nicht. Die Geschichte verbindet zwar sämtliche Handlungen miteinander, aber irgendwie scheint es zu vollgepackt, ohne dass sich darüber Gedanken gemacht worden ist, ob das wirklich sein muss. Dazu gehört im Grunde auch der Fluganteil mit seinen frei wählbaren Einzelmissionen, vor allem aber die Dark-Daxter-Sequenzen. Völlig sinnfrei scheinen diese Action-Knobbel-Passagen ins Spiel hineinprogrammiert.
Klar, ist es super, wenn ein Spiel vielseitig ist, aber das hier ist zu viel des Guten. Lieber hätte sich High Impact Games das Wesentliche herauspicken und das dann gut umsetzen sollen. Mal ganz davon abgesehen, dass Daxter auch schon witziger war. Für zwischendurch ist der Titel nett, und auch Freunde der Serie sind sicher daran interessiert, wie sich ihre Helden weiterentwickeln. Aber mehr als oberes Mittelfeld flimmert da trotz ansprechender Grafik und nettem Sound nicht über den Schirm. Dazu hätte es mehr als nur ein Minimum an Herz und Seele gebraucht.
Zusätzliche Wertungen
- Grafik
- 8 / 10
- Sound
- 7 / 10
- Spielbarkeit
- 6 / 10
- Langzeitmotivation
- 6 / 10