Skip to main content
Gamereactor Kritiken Everybody's Tennis
Kritiken Everybody's Tennis

Everybody's Tennis

Tennis ist irgendwie auf dem absteigenden Ast in Deutschland - immer noch. Seit den Erfolgen von Steffi Graf und Boris Becker hat es hierzulande nie wieder solche Aufmerksamkeit erreicht. Ob das der Grund ist, warum Sony sein Everybody's Tennis auf…
Christian Gaca Getestet auf PSP 5 Juli 2010

Everybody's Tennis für die PSP hatte einen erfolglosen PS2-Vorgänger, der vor allem durch mangelnde Extras und Gadgets auffiel - sonst ein Markenzeichen der erfolgreiche Everybody's Golf-Reihe. Drei Jahre nach der PS2-Version haben sie bei der PSP-Variante vieles besser gemacht. Herzstück des Spiels ist der Storymodus. In dem spielen wir die Geschichte eines Mitgliedes des Happy-Tennisclubs, das um die Welt reist. Einziges erklärtes Ziel: Leute glücklich zu machen, die kein Tennis mögen (keine Verarsche, ehrlich, das steht in einer der Sprechblasen im Spiel). Denn glückliche Menschen helfen als Clubmitglieder und irgendwie hilft mir das. Ist das hier Scientology-Tennis?

Es wird noch eigenartiger. Warum 16-jährige Charaktere von ihrem Trainer gesiezt werden, und sich dann auch untereinander siezen, das muss mir nochmal jemand genau erklären. Die Story bleibt dann im Verlauf so flach wie eine magersüchtige Flunder, aber darum geht's ja auch nicht. Dafür stimmt die oberflächliche Optik. Die niedlichen Charaktere sind überzeugend gemacht und zumindest in den Matches auch wirklich super animiert. Außerhalb davon sind ihre Bewegungen, nun ja, hölzern. Die Typen drehen sich während Konversationen sauber in 45 Grad-Schritten herum - das war vielleicht vor zehn Jahren okay, ist es heute aber nicht mehr.

Doch der Kern des Spiels sind ja keine Gespräche, sondern Tennismatches. Und die sind immer spannend und treiben die Leidensfähigkeit vor allem des linken Daumens an sein Maximum. Besonders im fortgeschrittenen Stadium, wenn die Gegner viele der Bälle gerne auch mal länger im Spiel halten, leidet nicht nur der Ausdauerbalken des virtuellen Charakters.

Troy ist der erste Endgegner und hat eine knallharte Vorhand. Ist er besiegt, wird er ein Freund und spielbarer Charakter.

Die Steuerung ist tricky und das Timing extrem wichtig. Das nervt besonders am Anfang einige Spiele lang ziemlich, weil man fast nur Luftlöcher schlägt. Nach einer Weile aber sitzt die Steuerung und gibt sich dann auch keine Blöße mehr. Besonders im Detail aber ist das Knöpfedrücken kompliziert und herausfordernd. Einen perfekten Volley mit einer Zwei-Tasten-Kombination und dem korrekten Timing zu treffen, dafür benötigt man eigentlich schon Zen-Fähigkeiten. Aber genau das macht den Titel auch langfristig interessant: Es gibt was zu lernen und erreichbar ist es auch.

Unterm Strich ist das kleine Tennis-Rollenspiel nett gemacht. Schön ist, dass die Story richtig gespielt werden darf und nicht nur als Abziehbild existiert. Man läuft auf den Tennisplätzen, Sporthallen und in den Umkleiden dieser Welt umher auf der Suche nach Gegnern. Ab und an gibt's sogar mal ein kleines Rätsel, was aber eher dadurch schwer wird, das man gar nicht so richtig damit rechnet, das jetzt eins kommt. Rollenspieltypisch gibt's reichlich Ausrüstung mit verschiedenen Attributen, die individuell hochgelevelt werden dürfen. Zum Beispiel Spezial-Rackets, die zwar präzise Schläge ermöglichen, aber im Gegenzug die Kraft rausnehmen. Oder Schirmmützen, Sonnenbrillen und Trainingsanzüge. Über 450 Gegenstände und Kleidungsstücke stehen zur Verfügung. Auch der Charakter selbst wird durch Loyalitätsboni und Level-Ups immer besser.

Ein Mehrspielermodus ermöglicht Duelle mit Freunden im lokalen Netzwerk. Doch richtig nett ist Everybody's Tennis alleine für Zwischendurch. Reichlich Tennis, ein kleines bisschen Rollenspiel - das passt! In dem Tennisabenteuer kann man sich schnell ein paar Stunden verlieren, was man spätestens dann merkt, wenn man zwei S-Bahn-Stationen zu spät aussteigen musste oder vergessen hat, ans Telefon zu gehen. Wer das Spiel länger spielen möchte, sollte es dringend auf dem Memory-Stick installieren oder gleich digital kaufen, um die sonst nervigen Ladezeiten zu verkürzen.

Zusätzliche Wertungen

Grafik
7 / 10
Sound
6 / 10
Spielbarkeit
8 / 10
Langzeitmotivation
8 / 10
7
Gut von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro Story-Modus ist nett gemacht, spannende Matches, gute Lernkurve
Contra Die Hintergrundmusik, schlechte Animationen im Story-Modus
Netzwerk-Wertung Durchschnitt über 2 Gamereactor-Ausgaben
8,0 Spanne 7–9
Gamereactor Suomi 9
Gamereactor Deutschland 7
Vollständiges Profil 18.512 veröffentlichte Artikel
7
Gut Netzwerk-Wertung über 2 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler Clap Hanz
Publisher Sony
Termin 2 Juli 2010
Getestet auf PSP
Genre Sports
Plattformen
PSP
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.