Der Mangel an Rail-Shootern in der heutigen Gaming-Landschaft ist eine echte Schande. Klobige Erzählung, unerwartete Wendungen, kitschige Charaktere und unerbittliche Schüsse... Was gibt es da nicht zu lieben? Deshalb fühlt sich das Remake des Klassikers The House of the Dead 2 von MegaPixel Studio wie ein kultureller Dienst an.
Ein Jahr nach den Ereignissen des ersten Spiels bricht in Italien ein Zombie-Ausbruch aus. AMS-Agenten werden entsandt, um zu untersuchen und aufzudecken, was mit ihrem vermissten Kollegen passiert ist. Wenn du das Original The House of the Dead nicht gespielt hast, könnte die Handlung der Fortsetzung direkt an dir vorbeifliegen. Namen und Ereignisse werden herumgeworfen, als ob jeder bereits mit den bizarrsten Wendungen und Charakteren vertraut wäre. Andererseits, sobald das Spiel beginnt, ist das Tempo so hektisch, dass die Geschichte kaum eine Rolle spielt. Das Drama und die erzählerischen Umwege auf Seifenopern-Niveau sind leicht abzuschütteln, wenn die Leinwand von grotesken Monstern überflutet wird, die darum betteln, in einem glorreichen Gewaltrausch mit einem Arsenal von Waffen durchlöchert zu werden. Während die Geschichte immer an der gleichen Stelle endet, ändert sich der Weg dorthin je nach Auswahl des Spielers und Schusszielen, was der etwa einstündigen Kampagne einen anständigen Wiederspielwert verleiht.
Das Kernkonzept ist erfrischend einfach. Der Spieler wird automatisch durch verschiedene Bereiche geführt und bleibt in Momenten stehen, in denen Monster angreifen. In der Ego-Perspektive steuerst du ein Fadenkreuz, um zu zielen und zu schießen. Um voranzukommen, musst du jede Begegnung von Feinden räumen, wo es noch interessanter wird, wenn hilflose Zivilisten auftauchen. Die Rettung dieser armen Seelen kann alternative Routen freischalten oder hilfreiche Boni wie bessere Waffen oder zusätzliche Leben gewähren, bei denen die Rettung in der Regel von Sekundenbruchteilen abhängt, bevor die Monster sich an ihnen laben, es sei denn, dein Abzugsfinger besiegelt ihr Schicksal vorzeitig. Das ist mir öfter passiert, als ich zugeben möchte...
Die Spielmechanik fühlt sich an den Rändern etwas rau an. Das Zielen mit dem Stick ist unzuverlässig, obwohl die Einstellungen eine überraschend detaillierte Anpassung bieten. Das Spiel glänzt am hellsten mit der Gyro-Steuerung, die dem Schießen ein authentischeres Arcade-Gefühl verleiht. Leider leidet der Joy-Con Kreisel unter Ungenauigkeiten und, was noch ärgerlicher ist, unter Drift- und Verbindungsproblemen. Nach nur einer kurzen Sitzung beginnt das Fadenkreuz aus der Mitte zu geraten und zwingt Sie, mit einem verzerrten Controller zu spielen, es sei denn, Sie schütteln ihn zum Zurücksetzen. Manchmal friert der Kreisel sogar ein oder verliert das Fadenkreuz ganz aus den Augen, was mitten in einem Feuergefecht alles andere als ideal ist.
Trotz seiner einfachen Prämisse ist The House of the Dead 2: Remake ein schwieriges Spiel. Selbst auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad werden dich die unerbittlichen Wellen von sich schnell bewegenden Monstern und Überraschungsangriffen zum Schwitzen bringen. Die Munition ist zwar unbegrenzt, aber du musst immer noch zwischen den Salven nachladen, wo die ikonische Aufforderung "Nachladen!" des Spiels zu einem nahezu konstanten Mantra wird, das während des Chaos alle paar Sekunden widerhallt.
Du kannst den Schwierigkeitsgrad verringern, indem du den Koop-Modus aktivierst. Die Story-Kampagne kann mit einem Freund vor Ort gespielt werden, was den Spaßfaktor erhöht. Ihr könnt die Geschichte gemeinsam angehen oder um Punkte kämpfen. Die Kampagne ist sowohl in der ursprünglichen als auch in der aktualisierten Arcade-Version erhältlich, obwohl die Unterschiede minimal sind. Es gibt auch einen Trainingsmodus, in dem du dein Ziel schärfen kannst, indem du Geiseln rettest oder gegen Bosse kämpfst. Diese Modi bieten einige Stunden Feststoffstrahlen.

Visuell und akustisch ist The House of the Dead 2: Remake eine Zeitkapsel aus dem goldenen Zeitalter der Spielhallen. Die ursprüngliche stimmungsvolle Ästhetik bleibt erhalten, bis hin zu den kantigen Charaktermodellen. Die Texturen sind scharf und die Action ist klar, und die Welt ist vollgepackt mit Details, von mit Boni gefüllten Kisten und Fässern bis hin zu großzügigen Blutspritzern. Toll ist auch, dass Einschusslöcher an Wänden sichtbar bleiben. Die Gegnerdesigns sind amüsant kreativ, obwohl die Vielfalt mit einigen recycelten Modellen nur mäßig ist. Der Soundtrack ist ein vorhersehbarer Mix aus Rock-Riffs und Gothic-Vibes, der wie angegossen zu dem monsterknallenden Chaos passt. Die Soundeffekte sind meist schrille Zischgeräusche, aber die Waffen haben es in sich, und die Sprachausgabe ist herrlich steif und unbeholfen, was dem ganzen Gemetzel eine zusätzliche Ebene Charme verleiht. Das mit Helium versetzte Kreischen eines fliegenden Monsters ist so absurd, dass es das Spiel in das Territorium der Komödie treibt. Insgesamt läuft das Spiel aber flüssig auf dem Nintendo Switch OLED, auch wenn das Durchsuchen der Gegner- und Schatzgalerie zu großen Verzögerungen führt, die nur ein Neustart beheben kann.
The House of the Dead 2: Remake ist eine erfrischende Explosion aus der Vergangenheit. Es beweist, dass Old-School-Spieldesign immer noch Biss hat und dass Rail-Shooter ein Comeback verdient haben. Das Remake hätte mehr Glanz vertragen können, und es gibt definitiv Probleme, aber vor allem im Koop-Modus ist es immer noch ein Spaß, den es wert ist, ausprobiert zu werden, auch für diejenigen, die es nicht beim ersten Mal erlebt haben.