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Gamereactor Kritiken Legends of Exidia
Kritiken Legends of Exidia

Legends of Exidia

Wenig gibt es davon bisher als DSiware: Vollwertige Spiele oder zumindest jene, die mehr sind als ein kleines Minispielchen für zwischendurch. Legends of Exidia versucht das zu ändern. Das Rollenspiel des Mobilgames-Spezialisten Gameloft gibt's exklusiv für den Nintendo DSi.
Martin Eiser Getestet auf DSiware Aktualisiert 3 Februar 2010

Und tatsächlich hat sich Gameloft bei dem Titel Mühe gegeben. Zwar handelt es sich nur um schlichte 2D-Optik, aber da liegen sowieso eher die Stärken des tragbaren Nintendo. In Sachen Präsentation hat man sich ansonsten zumindest halbwegs an alles wichtige gehalten: Charaktere mit Profil, ein eigener Soundtrack und natürliche eine interessante Geschichte.

In Legends of Exidia schlüpfen wir in die Rolle von Louis. Unheil braut sich in Exidia zusammen. Eine Armee voller Monster, Morgost genannt, ist in das Land eingefallen. Sie haben Königin Sofia besiegt und die Insignie des Zaubers gestohlen. Zusammen mit der Insignie des Schwertes kann jenes Siegel gebrochen werden, dass Daraka seit 2000 Jahren gefangen hält. Nun muss Louis der guten Sofia zur Seite stehen, um das Schlimmste zu verhindern.

Versprochen wird alles, was ein echtes Action-RPG braucht. Nämlich Kämpfe mit Schwert und Zauber sowie die Steigerung der Kräfte durch ein Levelsystem. Waffen und Rüstungen beeinflussen ebenfalls die Statuswert. Die gibt's im Laden zu kaufen, oder besiegte Monster hinterlassen sie. Bezüglich der Zauber sei allerdings angemerkt, dass immer nur ein aktiver zur Verfügung steht. Wird durch den Levelaufstieg ein neuer Zauber freigeschaltet, ersetzt dieser den vorherigen.

Die Story ist ebenso schlicht wie die Grafik. Beides wirkt generisch.

Insgesamt erstreckt sich das Abenteuer über sieben Kapitel in durchaus abwechslungsreichen Gebieten. Nett gemacht sind hierbei auch die Spielvarianten. Statt sich einfach schnurstracks durch ein Level zu kämpfen, muss beispielsweise nebenher eine Figur beschützt werden. Sogar kleine Geschichklichkeitspassagen gibt es. Schnell genug Tasten drücken, um Gefahren auszuweichen oder eine Melodie nachspielen - alles Spielelemente, die das ansonsten recht gleichförmige Spielkonzept auflockern.

Ebenso verhält es sich mit den mehr als zwanzig Nebenmissionen. Auch hier müssen nicht immer einfach nur bestimmte Gegner geschlagen werden, sondern es gilt verschiedene Aufgaben zu vollführen. Leider ist der Begriff Nebenmission ein wenig irreführend. Richtig ist, dass diese nicht notwendig sind, um im Spiel voranzukommen. Allerdings steigt der Schwierigkeitsgrad in dem mit drei bis vier Stunden Spielzeit trotzdem recht kurz geratenen Spiel rasch an, so dass jede zusätzliche Aufgabe gern mitgenommen wird.

So bleibt es auch nicht aus, dass der Charakter einfach eine Weile aufgelevelt bzw. Geld für neue Gegenstände gesammelt werden muss. Im Grunde würde das nicht weiter stören, wenn nicht die Gegnervielfalt so karg wäre. In der Regel werden diese nämlich im späteren Verlauf einfach nur stärker. Wirklich viel Kreativität wurde an dieser Stelle nicht investiert.

Während die Kämpfe wenig aufrengend sind, gibt es nette Abwechslungen im Gameplay. Hier muss etwa ein Drache durch schnelle Reflexe gelenkt werden.

Ohnehin wirkt das Spiel wie eine Sparvariante von etwas, dass wirklich interessant hätte sein können. Neben den angesprochenen Mängeln wirkt auch die Story mit ihren Wendungen auf eine seltsame Art und Weise billig. Vielleicht liegt es daran, dass alles so generisch und austauschbar ist. So als hätte Gameloft das Spiel mit einem Baukasten zusammengesetzt. Ebenso wie die schlichte Grafik. Auch bei der Musik bleibt oft das Gefühl, diese schon einmal bei einem Action-Adventure von Nintendos Helden mit der grünen Mütze gehört zu haben.

Da rettet auch der Heldenmodus mit schwierigeren Aufgaben nichts mehr. Nein, der sorgt eher noch für Frust. Nachdem das Spiel durchgespielt ist, gibt es kein Zurück ins Spiel mehr. Daher können auch keine weiteren Missionen mehr freigeschaltet, da diese an das aktuell erreichte Level im Hauptspiel gekoppelt sind. Beginnt man im gleichen Profil ein neues Spiel, werden gar bereits freigespielte Missionen wieder zurückgesetzt - eine sehr unglückliche Lösung.

Und so verschenkt Legends of Exidia auch viel Potenzial. Da ist es auch nur kurz amüsant, dass das Spiel offenbar in China entwickelt wurde, wo vielleicht diese Mittelmäßigkeit mit Niveau herkommt. Ein Spiel, das sauber und fehlerfrei ist und dem trotzdem irgendetwas fehlt. Episch sind jedenfalls nur die Ladezeiten, die man sonst vom DS nicht gewohnt ist. Für acht Euro wird man sicher nicht schlecht unterhalten, aber genauso findet man auf dem Grabbeltisch wahrscheinlich auch ein richtiges Rollenspiel, dass weniger belanglos ist.

Zusätzliche Wertungen

Grafik
6 / 10
Sound
6 / 10
Spielbarkeit
5 / 10
Langzeitmotivation
5 / 10
5
Durchschnittlich von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro nette Ideen, die das Gameplay abwechslungsreicher gestalten
Contra Ladezeiten, zu kurz, ohne Wiederspielwert, wirkt generisch und belanglos
Netzwerk-Wertung Durchschnitt über 1 Gamereactor-Ausgaben
5,0
Gamereactor Deutschland 5
Vollständiges Profil 13.607 veröffentlichte Artikel
5
Durchschnittlich Netzwerk-Wertung über 1 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler Gameloft
Publisher Gameloft
Termin 29 Januar 2010
Getestet auf DSiware
Genre RPG
Plattformen
DSiware
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.