Skip to main content
Gamereactor Kritiken Island Time VR
Kritiken Island Time VR

Island Time VR

Bewohner von Einzimmerwohnungen müssen nicht länger neidisch auf Inselbesitzer schielen - denn die haben manchmal noch weniger Platz!
Kalle Max Hofmann Aktualisiert 5 April 2018

Island Time VR ist ein in vielerlei Hinsicht kleines Spiel. Der Download bringt nicht mal 500 Megabyte auf die Waage, der Entwickler hat sicher nicht sehr viele Mitarbeiter und auch die Fläche, auf der sich die gesamte Handlung abspielt, ist gerade einmal ein bis zwei Quadratmeter groß. Grund dafür ist ein Schiffbruch, der auf diese überschaubare Insel führt, die man sich mit der quasselfreudigen Krabbe Carl teilt. Die könnte glatt ein Verwandter von Mister Krabs aus SpongeBob Schwammkopf sein und gibt einigermaßen witzige Kommentare von sich, die sich jedoch recht häufig wiederholen.

Dieses Geplapper gibt dabei Hinweise, was überhaupt los beziehungsweise zu tun ist, denn Island Time VR sieht sich als Survival-Spiel, bei dem bereits nach drei, vier Minuten ohne Nahrungsaufnahme der Hungertod droht. Nur, dass bei anderen Titeln dieses Genres oft die Erforschung eines großen Spielgebiets ganz vorne steht - statt wie hier die ganze Handlung auf einen Bereich zu beschränken, der kaum weiter reicht als die ausgestreckten Arme. Das Spiel versucht nämlich, neben der Veröffentlichung für HTC Vive und Oculus Rift, auch auf PSVR eine Art Roomscale-Gefühl aufkommen zu lassen. Der Spieler soll sich selbst im Raum bewegen - andere Optionen bietet das Spiel gar nicht, mal abgesehen von einer auf 90 Grad festgelegten Drehung per Tastendruck.

So heißt es, alles in Griffweite zu aufzuheben und damit herumzuexperimentieren, denn im Prinzip funktioniert Island Time am ehesten wie ein klassisches Point-and-Click-Adventure. Um weiterzukommen, muss man Gegenstände clever kombinieren, deswegen ist es schwierig, etwas über den Spielablauf zu erzählen, ohne nicht gleich die Lösungen vorwegzunehmen. Und damit würde man Island Time VR komplett seinen Reiz rauben, denn es macht schon eine Weile lang Spaß, herumzuexperimentieren und Dinge herauszufinden.

In dieser Hinsicht ähnelt das Spiel ein bisschen dem Job Simulator, nur dass es deutlich weniger Content bietet - und dies ist auch das größte Problem des Titels. Dass die Bedienung aufgrund der technischen Limitationen von PSVR nicht immer optimal funktioniert und ungewollte Resultate der Spielphysik einen öfter das Leben kosten als eigene Fehler, das sei dabei geschenkt, denn davon leben auch Spiele wie Surgeon Simulator. Aber 15 Euro für ein Spiel, das mit etwas Glück zwei Stunden unterhalten kann, sind schon ein bisschen viel, wenn man das gebotene Qualitätsniveau im Hinterkopf behält. Titel wie Batman: Arkham VR glänzen zwar auch nicht mit viel längerer Spielzeit, bieten aber faszinierende Schauplätze und deutlich abwechslungsreichere Aufgaben. Für Fans von Titeln wie Job Simulator und Surgeon Simulator ist Island Time VR aber schon einen Blick wert.

5
Durchschnittlich von 10 · Gamereactor Deutschland
Pro relativ saubere Grafik, witzige Idee
Contra technische Probleme, kurze Spielzeit, mangelnde Abwechslung
Netzwerk-Wertung Durchschnitt über 2 Gamereactor-Ausgaben
5,0
Gamereactor 5
Gamereactor Deutschland 5
Vollständiges Profil 169 veröffentlichte Artikel
5
Durchschnittlich Netzwerk-Wertung über 2 Ausgaben
Fakten zum Spiel
Entwickler Flight School
Termin 30 April 2018
Genre Puzzle
Plattformen
PS4 PC
Warum Gamereactor vertrauen
23 Ausgaben Jede mit eigener Redaktion und eigenen Wertungen.
1998 Erscheint seit Durchgehend unabhängig geführt.
100% Selbst gespielt Geschrieben aus Zeit mit dem Spiel, nie aus Pressematerial.
1–10 Netzwerk-Wertung Die Wertung jeder Ausgabe, gemittelt und ausgewiesen.