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Yo-kai Watch 3

Yo-kai Watch 3

Aus zwei Teilen wird mit dem dritten Haupteintrag der Yo-kai-Serie von Level-5 ein Ganzes.

  • Marcos CatalánMarcos Catalán

Das Yo-kai-Phänomen (wir beziehen uns explizit auf die Videospiele) gibt es schon eine ganze Weile, selbst wenn es hierzulande bislang noch nicht so stark aufgegriffen wurde. Der erste Titel, den Level-5 für den Nintendo 3DS entwickelte, sollte mit den Pokémon-Spielen von Game Freak konkurrieren und an deren Erfolge anknüpfen. Yo-kai Watch ist für den japanischen Markt geschaffen worden und es dauerte etwas, bis sich die Faszination ausweitete. Im Westen mussten Fans für jeden Titel etwa zwei Jahre länger warten, weshalb Yo-kai Watch 3 auch erst zum Ende der 3DS-Lebzeiten eingetroffen ist. Die Konsole zeigt mittlerweile deutliche Anzeichen von Erschöpfung...

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Yo-kai Watch 3Yo-kai Watch 3
Die amerikanischen Yo-kai bringen frischen Wind ins Spiel, unterscheiden sich von ihren asiatischen Geschwistern aber nicht grundlegend.

Yo-kai Watch 3 ist zwar keine Revolution, implementiert aber genügend neue Funktionen, um eine eigene Existenz zu rechtfertigen. Die meisten davon dienen dazu, neue Spieler in das RPG-Genre einzuführen oder Beginnern ein einfaches, schnelles und vertrautes Spiel zu bieten. Trotz der übermäßigen Linearität und des sehr geringen Schwierigkeitsgrades kann das Spiel auch erfahrene Spieler fordern. Yo-kai Watch 3 wurde - wie die restlichen Spiele der Serie - ursprünglich als Doppeltitel geboren (vergleichbar mit Pokémon: Let's Go Pikachu!/Let's Go Evoli!). Für die Ankunft im Westen wurden diese beiden Spiele jedoch zu einem Gesamtpaket zusammengelegt und wir können uns nur dafür bedanken. Die Geschichten von Tempura und Sushi (so heißen die beiden Episoden in Japan) zu mischen funktioniert deutlich besser, als wir es erwartet haben. Obwohl die Geschichte zwischen Charakteren und Orten wechselt, konnten wir dem roten Faden stets folgen.

Zum ersten Mal in einem Yo-kai-Kerntitel verlassen wir Nathans Heimatstadt Springdale und reisen aus beruflichen Gründen mit unserem Vater in die USA. Nathan zieht mit seiner Familie, Jibanyan und Whisper in die Stadt Peanutsburg, wo natürlich ebenfalls problematische Yo-kai hausen. Nur für den Fall, dass ihr bislang noch nichts über Yo-kai (oder Yōkai) wisst: Hierbei handelt es sich um mystische Monster aus japanischen Volksgeschichten, die manchmal mit Menschen in Verbindung kommen und dann meistens für große Probleme sorgen (dabei sind längst nicht alle Yōkai bösartig). Level-5 hat mehr als 600 Kreaturen aller Formen und Größen geschaffen, mit denen wir uns anfreunden wollen, anstatt sie zu fangen. Dieser neue Kontinent ist die Heimat von den sogenannten Merican-Yo-kai, die ihren östlichen Namensvätern sehr ähnlich sind (einige unterscheiden sich nur optisch ein wenig). Das ist jedoch nicht die einzige Veränderung in Nathans Leben, da er jetzt mit neuen Klassenkameraden in einer brandneuen Gegend eine neue Schule besucht.

Außerdem erwarten Serienkenner mit dem neuen Kampfsystem die bis dato größte Änderung in der Hauptserie. Das Roulette hat ausgedient und wurde mit einem Spielbrett ausgetauscht, das in insgesamt neun Felder unterteilt ist. Wir bewegen unsere Geister über diese Felder und nehmen dabei Lebens- und Energiekugeln, sowie Zuschauerobjekte auf. Wie in den vorherigen Titeln erfolgt der Angriff automatisch, doch wir können aktiv werden und einen starken Spezialangriff starten. Vorher muss man allerdings ein kurzes Minispiel absolvieren, die noch immer genauso stumpf wie repetitiv sind. Immerhin gibt es ein paar Ausnahmen davon, die deutlich kniffliger ausfallen. Wenn wir zum Beispiel ein temperamentvolles Yo-kai entzaubern, kommt es zu einem solchen Event und anschließend haben wir etwas Zeit, um unsere Freunde zu heilen.

Yo-kai Watch 3
Yo-kai Watch 3Yo-kai Watch 3
Obwohl der Schwierigkeitsgrad von Yo-kai Watch 3 super simpel ausfällt, gibt es einige frustrierend schwierige Kämpfe.

Auf der anderen Seite des Globus wartet Hailey Anne Thomas auf uns, die neue Hauptfigur, die in Springdale lebt und eine verbesserte, universelle Yo-kai-Uhr baut. Dadurch kann sie die Yo-kai-Geister sehen, unabhängig davon auf welchem Kontinent sie sich befinden. Wie ihr nun sicher richtig vermuten werdet, laufen ihre beiden Geschichten zusammen. Hailey ersetzt - zumindest in gewisser Weise - Katie, die Hauptfigur, die in früheren Spielen an Nathans Seite war. Wir sagen "in gewisser Weise", weil wir das Geschlecht unseres Avatars nicht mehr auswählen können - wir spielen mit dem einen und dem anderen Charakter. Darüber hinaus wird jeder ein eigenes Yo-kai-Team haben, was super nervig wird, da wir stets beide Mannschaften im Auge behalten müssen.

Nathans Geschichte ist die traditionellere von beiden, mit vielen Yo-kai und Laufburschenaufgaben. Haileys Story ist viel origineller, weil sie fröhlicher ist, als jeder bisherige Level-5-Charakter (wodurch sie uns direkt sympathisch wurde). Ihre manchmal etwas abwesende Persönlichkeit ist ein großer Vorteil für die Erfahrung und sie beschäftigt sich häufig mit Fremden und anderen, interessanten Dingen. Von den beiden Protagonisten ist Haileys Geschichte um Längen besser.

Die neue Umgebung von Peanutsburg erkunden wir entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Die fremde Stadt birgt, ebenso wie Springdale, viele Details und Geheimnisse. Trotzdem fanden wir, dass sich die Erkundung nicht genug lohnt. Yo-kai verstecken sich in bewaldeten Gebieten, unter Autos, am Wasser oder in Hydranten (das muss ein wahres Paradies für diese Geister sein!), sowie in mysteriösen Kisten und in unheimlichen Gassen. Häufig kommt es zudem beim Öffnen geschlossenen Türen zum Kampf, wir treten durch mystische Portale, stoßen beim Angeln und in Käferjagdzonen auf sie oder werden sogar in einem spontanen Alptraum mit ihnen konfrontiert. Es gibt also viel Abwechslung in Yo-kai Watch 3, was den beiden Hauptfiguren sehr hilft. Es ist eine Serie für Spieler aller Altersklassen, daher wird das Spiel ständig geführt (abgesehen von einigen wenigen Gelegenheiten, in denen die Kämpfe unangemessen schwierig ausfallen).

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Yo-kai Watch 3Yo-kai Watch 3
Technisch hat sich in den letzten Jahren vielleicht nicht viel getan in der Serie, doch Yo-kai Watch lässt den alten 3DS noch einmal glänzen.

Weitere Abwechslung finden wir in den sogenannten Expeditionen, die Spielern von Yo-kai Watch: Blasters (beliebige Edition) bekannt vorkommen sollten. In diesem Modus durchlaufen wir verschiedene Dungeons mit einem sehr eigenen Stil und unterwegs kämpfen wir in Echtzeit. Die Yo-kai agieren ebenfalls direkt, sprich ohne ihren jeweiligen Trainer. Mit solchen Überarbeitungen wird die Fürsorge deutlich, mit dem Level-5 diese Titel aktualisiert hat. Und diese Arbeit gilt natürlich auch für die technischen Gesichtspunkte: Yo-kai Watch 3 ist perfekt für tragbare Konsolen geeignet und wird nur von einigen Square Enix- oder Capcom-Spielen übertroffen, zumindest in Bezug auf das visuelle Erscheinungsbild.

Die Städte sind detailreich und nichts bleibt dem Zufall überlassen. Jede Person, der wir begegnen, hat etwas zu sagen und die Übersetzung, bzw. die Synchronisation sind bemerkenswert gut gelungen. Wir freuen uns, dass die doppelte Bedeutung bestimmter Yo-kai-Namen bei der Übersetzung nicht verloren ging. Was den Sound mit seinen Melodien und Soundeffekten anbelangt, so stimmt er größtenteils mit den Vorgängerspielen überein. Das ist ein bisschen schade, weil viele Songs und Geräuscheffekte wiederverwertet werden. Das muss sich früher oder später ändern und wir können nur hoffen, dass die geplante Nintendo-Switch-Version nicht die gleichen Fehler macht (und in dieser Hinsicht vielleicht sogar einige Risiken eingeht).

Alles in allem ist Yo-kai Watch 3 Nathans (und Haileys) bisher bestes Abenteuer. Es ist das vielfältigste, das größte Spiel und der Titel mit dem besten Kampfsystem. Was die technische Qualität angeht, so mag sich die Serie im Laufe der Jahre nicht allzu weit entwickelt haben, aber das war auch nicht nötig. Die frische Kampfmechanik, die uns intensiver mit dem Touchscreen beschäftigt, hat viel am Gameplay geändert. Leider ist der Suchmodus für die Yo-kai noch immer die gleiche nervige Wiederholung...

Yo-kai Watch 3 hat die originellste Geschichte - was freilich nicht so gut erzählt wird, wie es hätte sein können - und eine neue Hauptfigur, die in wenigen Minuten unsere Zuneigung gewinnt. Der Austausch von Charakteren hätte besser gehandhabt werden können, andererseits waren wir dankbar für die Gameplay-Vielfalt, die wir beim Spielen erleben durften. Es wird Stunden dauern, bis sich unsere Abenteuer in Peanustburg und Springsdale miteinander verbinden, doch bis dahin hatten wir viel Spaß am Blaster-Modus oder in Online- und lokalen Schlachten.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Zwei Spiele in einem, es ist ein großartiger Einstiegspunkt.
-
Extrem einfach und linear, das Zusammenführen von beiden Geschichten dauert sehr lange. Etliche Gegenstände, die wir nie verwendet haben.
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ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt