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Xcom: Enemy Unknown

Xcom: Enemy Unknown

Es ist kein schöner Anblick, wenn der eigene Lieblingssoldat brutal zu Boden geschossen wird. Klar, Tod und Verderben lauern theoretisch hinter jeder Ecke und da ist es nur logisch, dass meine Soldaten regelmäßig schwer verwundet werden. Tatsächlich hat nur ein einziger das heftig gescriptete Tutorial überlebt. Aber wenn ein Soldat fällt, der in jeder Mission dabei war und sich zu einem agilen Sprinter gemustert hat, der länger rennen und besser schießen kann als alle anderen, dann tut das schon verdammt weh.

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Und das Frustrierende an der Sache: Es ist noch nicht einmal meine Schuld. Ich war einfach zu schnell. Nachdem ich das Gebiet um das abgestürzte UFO methodisch durchforstet habe - und jedes Alien, das dumm genug ist vor die Tür zu gehen, mit Blei vollpumpe - finde ich eine Öffnung in der Hülle des Fluggeräts. Ich stürme hinein, in der Hoffnung das mysteriöse Kristall-Alien zu überwältigen und gefangen zu nehmen.

Dafür werde ich nun bestraft. Mein Sergeant verblutet. Er wird sterben, wenn es mir nicht gelingt, ihn in den nächsten drei Zügen zu erreichen und zu verarzten. Dummerweise habe ich kein Erste-Hilfe-Paket mitgenommen. Doch noch gibt es Hoffnung: Für den Schuss hat das Kristall-Alien seine Deckung verlassen müssen. Die Bewegungspunkte eines meiner Soldaten reichen aus, um nahe genug an das Alien heranzukommen und es zu paralysieren. Ich kann das Biest noch lebend in die Finger bekommen.

Aber als ich mich nähere, verschwindet das Alien. Mein Betäubungsgewehr ist nutzlos. Verdammt! Stattdessen befehle ich dem Soldaten, sein schweres Maschinengewehr in Anschlag zu bringen und auf alles zu ballern was sich bewegt. Ich positioniere die übrigen Soldaten, damit sie ihm Deckung geben - und beende meinen Zug.

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Xcom: Enemy UnknownXcom: Enemy Unknown
Das ist ein Spiel voller Dinge, die unsere Aufmerksamkeit benötigen.

Da, das Alien bewegt sich! Nur einen Schritt vom Typen mit dem MG entfernt wird es wieder sichtbar. Einen Augenschlag später ballert dieser los und schießt dem Alien den Kopf weg. Die Gefahr ist beseitigt. Mission erfüllt. Alle Soldaten haben überlebt. Der Leiter der Forschungsabteilung verflucht mich allerdings, weil ich ihm das Alien nicht lebendig überbringe.

Es ist eine spannende Sache, dieses Xcom: Enemy Unknown. Es ist ein Spiel voller Dinge, die unsere Aufmerksamkeit benötigen. Da ist die Basis, die wir leiten und ausbauen müssen und die Ingenieure und Wissenschaftler, die Arbeit brauchen. Hinzu kommt die heikle Frage, welchen Alien-Aktivitäten wir uns widmen und welche Länder wir ihrem Schicksal überlassen. Soldaten müssen ausgerüstet, Waffen entwickelt, Aliens gejagt, getötet und gefangen genommen werden.

Abseits der Missionen geschieht das alles in Echtzeit. Allerdings mit der Möglichkeit, die Dinge zu beschleunigen und direkt zum nächsten Event zu springen. Im Gegensatz dazu verlaufen Missionen immer Zug um Zug. Wir befehligen ein Team von vier bis sechs Soldaten, die alle verschiedenen Klassen angehören (Assault, Heavy, Sniper und so weiter). In der Regel laufen diese Figuren entweder zweimal oder laufen einmal und schießen einmal, bevor die Runde endet und die Aliens am Zug sind. Das ist einfach und elegant, stressig und bewegend zugleich. Man kann nie so wirklich wissen, was vor einem in der Dunkelheit lauert. Der einzige Weg es herauszufinden, ist seine Soldaten loszuschicken, von Deckung zu Deckung, die Augen immer offen. Wer im Freien erwischt wird, hat so gut wie keine Chance.

Xcom ist schwer zu spielen, was schon im Tutorial deutlich wird, wo es gefühlt unmöglich ist, den Tod von drei Soldaten zu verhindern. Nichtsdestotrotz wird man langsam in die Spielmechanik eingeführt. Erst nach der dritten oder vierten Mission fühle ich mich bereit, die Welt da draußen zu erobern und frei zu handeln. Dass ist auch gut so, denn es gibt viel zu lernen.

Xcom: Enemy Unknown
Wir befehligen ein Team von vier bis sechs Soldaten, die alle verschiedenen Klassen angehören.

Die Missionen sind unterschiedlich: Gebiete von Feinden befreien, Bomben finden und entschärfen, entflohene Gefangene in Sicherheit bringen. Oft werden mehrere Missionen gleichzeitig angeboten. Dann will gut überlegt sein, welche zuerst angegangen wird. Die Entscheidung ist eine Gratwanderung zwischen der Pflicht, die Bevölkerung nicht der Panik zu überlassen und unseren eigenen Bedürfnissen.

Wer alte UFO: Enemy Unknown gespielt hat oder den Xcom-Nachfolger, der findet sich schnell zurecht. Xcom: Enemy Unknown ist in vielerlei Hinsicht gradliniger und nicht ganz so komplex, aber der Bezug zu den Wurzeln ist geblieben. Das Spiel scheint jedenfalls in jeder Hinsicht ein würdiger Nachfolger zu sein.

Es gibt sogar einen Multiplayer, der recht vielversprechend aussieht. Mit einem festgesetzten Budget an Punkten am Anfang jeder Runde müssen wir Soldaten, Aliens, und Ausrüstung kaufen. Der Gegner macht dasselbe und kurz darauf bekriegen wir uns im Deathmatch-Stil und mit den exakt gleichen Regeln wie in der Kampagne. Das funktioniert gut, obwohl die Aliens mit ihren Nahkampfwaffen nur schwer einsetzbar sind. Die meisten Spieler werden wohl mit einem reinen Soldaten-Team antreten.

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