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Kritiken
World War Z

World War Z

Wir haben Tausende Zombies getötet, um Saber Interactives Spieladaption zum Buch von Max Brooks zu testen.

Der letzte Teil des Left-4-Dead- Franchise erschien 2009, obwohl es sich noch nicht so lange anfühlt. Nachdem die Fans jetzt also schon fast eine Dekade auf einen echten Nachfolger warten müssen, hat sich Entwickler Saber Interactive der Idee von Valves Zombie-Shooter angenommen und ein paar neue Aspekte verpasst.

World War Zbasiert auf dem Buch von Max Brooks, orientiert sich aber eher am Drehbuch zur Filmadaption. Hier erleben die Spieler brutales Zombiegemetzel, spaßige, aber auch stressige Aufgaben und Koop-Gameplay - genau die Zutaten, die wir auch von Left 4 Dead kennen. Gleichzeitig fällt auf, dass das Spiel ein paar eigene Innovationen zu bieten hat. Der Hauptfokus liegt nämlich auf der Koop-Story und den gewaltigen Massen an Zombies. Der Koop-Modus ist in vier individuelle Szenarien unterteilt, die sich wiederum in mehrere Kapitel abzweigen. Diese Episoden unterscheiden sich stark voneinander, sowohl beim Setting, als auch bei den gestellten Aufgaben, was viel Abwechslung bringt.

Vor jeder Mission wählen wir ein Kapitel, einen der fünf Schwierigkeitsgrade und unseren Charakter (die sich übrigens je nach verfügbarem Szenario unterscheiden). Im Multiplayer ist diese Entscheidung nicht final, da wir eine bevorzugte Figur wählen. Die Charaktere unterscheiden sich aber nicht allzu stark voneinander, es geht da eher um audiovisuelle Details. Die Klassen im Story-Modus sind Gunslinger (Knarren), Hellraiser (Explosionen), Medic (Heilen), Fixer (All-Rounder mit passiven Fähigkeiten und besonderen Pick-Ups), Slasher (Nahkampf) und Exterminator (Crowd-Control) - jeweils mit eigenem Fähigkeitsbaum. Bei Level 30 ist für jede Klasse Schluss, es dauert also eine ganze Weile, bis man alles gesehen hat. Die Skills decken so ziemlich alles ab: Mehr Gesundheit durch Verbandskästen, bessere Startwaffen, mehr Munition oder Buffs für Ausdauer und Schaden.

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Die Grundzutaten für einen guten Nachfolger von Left 4 Dead bietet World War Z schon einmal.

Die Vorgaben sind schlicht: Arbeitet zusammen (oder alleine mit der KI), um die Zombiebedrohung oder das Militär auszuschalten und aus der Gefahrenzone zu entkommen. Wenn ihr mehr Schlagkraft braucht, solltet ihr nach Sprengsätzen suchen, mit denen ihr besondere Türen öffnet, hinter denen frische Beute und schwerere Waffen auf euch warten. Die passen in den dritten Waffenslot und geben uns die Oberhand in kniffligen Situationen. Die Raketenwerfer, Kettensägen und schweren Maschinengewehre benutzen allerdings begrenzte Munition.

Vor manchen Szenarien dürfen wir leichte Verteidigungsanlagen errichten, dazu gehören Stacheldraht, Geschütztürme und Mörser. Dann stürmen die Zombiemassen auf uns zu und es kommt zu taktischen, aber hirnlosen „Zombi-Pyramiden", die wir auch aus dem Film kennen (die Zombies klettern übereinander, um höher gelegene Bereiche oder Mauern zu erklimmen) - wie ein blutrünstiger Cheerleader-Turm. Sprengkörper sind in solchen Situationen besonders nützlich, denn sie erledigen nicht nur eine Menge Untote, sie unterbrechen auch die Kletterpartie. Die Zombiehorde ist wirklich beeindruckend, denn es stürmen hunderte Zombies gleichzeitig auf uns zu. Auch optisch wirken die Untoten abwechslungsreich.

Immer wieder begegnen uns besondere Zombies, die uns das Leben zur Hölle machen. Von diesen Spezial-Zombies gibt es vier unterschiedliche Typen: Bulls (die stürmen uns entschlossen entgegen), Lurkers (sie springen uns an und nageln uns am Boden fest), Screamer (mit ihren Schreien locken sie noch mehr Zombies an) und Hazmats (die giftiges Gas produzieren, wenn sie nicht mit Kopfschüssen erledigt werden). Sie alle können relativ leicht ausgeschaltet werden, sind aber eine große Bedrohung für isolierte Überlebende und Einzelgänger.

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Etliche Charaktere sind regelrechte Meister im Zombie-Filetieren.

Falls ihr ein einzelner Überlebender seid, müssen wir euch vor dem Schwierigkeitsgrad warnen. Obwohl World War Z theoretisch auch solo mit drei KI-Kumpanen gespielt werden kann, können einige Kapitel selbst auf dem untersten Niveau extrem hart sein. Manchmal gibt es sich überlappende Aufgaben und die Leute sollen sich aufteilen, wie zum Beispiel im Kapitel „Dead Sea Stroll". Dort wollen NPC beschützt werden, während man Dinge auf der Karte einsammeln soll und Zombies kontinuierlich aus allen Richtungen heranstürmen. Sind Bots dabei müssen wir sie gut im Auge behalten, da sie sich eher um die Wiederbelebung kümmern, als auf das aktuelle Missionsziel zu achten.

Das ist ja eigentlich gut, aber nervig, wenn uns das Spiel dazu auffordert, uns aufzuteilen. World War Z wurde für einem Koop-Gedanken entwickelt und deshalb ist es mit Freunden zusammen am besten. Man kann natürlich auch alleine spielen, dann merkt man aber schnell, dass es eigentlich viel besser sein könnte. Mit seinen Teamkameraden zu kommunizieren, Strategien auszutauschen und zusammen zu arbeiten - das sind die Bereiche, in denen Saber Interactives Game glänzt.

Neben dem Koopspektakel gibt es noch den klassischen Multiplayer.World War Z bietet fünf Mehrspieler-Variationen: Swarm Domination (hier müssen die Teams Zonen einnehmen und gegen Zombies und feindliche Spieler kämpfen), King of the Hill (ein bestimmter Punkt soll eingenommen und gehalten werden), Swarm Deathmatch (die Teams kämpfen bis zum Tod), Scavenge Raid (wir sammeln Ressourcen an Spawnpunkten oder von gefallenen Gegnern für Siegpunkte) und Vaccine Hunt (wir müssen ein Gegenmittel einsammeln und verteidigen).

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Visuell sind wir sehr zufrieden mit dem Game, vor allem wenn man die Ambitionen betrachtet.

Man könnte denken, dass die Zombiehorde im PvP-Modus eine Quelle ewigen Frusts wäre, aber die macht die Modi tatsächlich eher zugänglicher. Falls ihr euch generell eher für PvE-Inhalte interessiert, könnt ihr im Mehrspieler trotzdem schnell in die Ranglisten eintauchen. Der Mehrspieler bietet ein eigenes Klassensystem und wir können vor dem Match aus folgenden Klassen wählen: Survivor, Trapper, Specialist, Phantom, Demolisher, Striker, Support, Assassin und Shadow. Sie alle haben unterschiedliche Waffen-Loadouts und einen eigenen Skill-Tree, der ähnlich wie im Story-Modus funktioniert,.

Auf größere Bugs sind wir nicht gestoßen, aber es gibt viele kleine Störungen. Die Sprachausgabe springt manchmal zwischen den Charakteren hin und her und ein Bug schickt uns plötzlich in Abgründe, aus denen wir uns nur durch einen Neustart befreien können. Abgesehen von einigen anfänglichen Server-Problemen, die mittlerweile beseitigt wurden, war es das aber auch und wenn man bedenkt, wie ambitioniert das Spiel ist, ist das schon beeindruckend. World War Z macht wirklich großen Spaß und bringt das Zombiegemetzel genau dahin zurück, wo die Fans es sich gewünscht haben. Selbst der PvP-Modus hat seinen Reiz und dass ich das mal sage, hätte ich früher auch nicht gedacht.

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
viele unterschiedliche Feinde, gute Kampfmechaniken, Koop macht Spaß, zugänglicher PvP-Mehrspieler mit vielen Modi, Charakterentwicklung bringt Vielfalt, Matchmaking lief gut.
-
etliche Audio-Bugs und kleine Patzer, Server laufen noch nicht perfekt.
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ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt