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World of Warcraft: Classic

World of Warcraft: Classic

Fünfzehn Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung dreht World of Warcraft die Uhr zurück und bringt uns dorthin, wo alles begann.

  • Clover HarkerClover Harker

World of Warcraft ist heute ein anderes Spiel, als in 2004. Durch ständige Updates, Erweiterungen, veränderte Spielmechaniken und überholte Spielstrukturen hat sich in World of Warcraft vieles geändert. Diese Updates und Erweiterungen haben das Spiel definitiv interessant gehalten, World of Warcraft trägt den Titel für das beliebteste MMORPG der Welt schließlich nicht ohne guten Grund bis heute. Trotz und gerade wegen der Neuerungen gab es jedoch immer schon Spieler, die sich nach den alten Tagen zurücksehnten. Diese Spieler starteten ihre eigenen, nicht autorisierten Server mit älteren Spielversionen, bekannt als Vanilla-WoW. 2016 hat Blizzard damit begonnen, diese Server herunterzufahren, um 2017 anzukündigen, dass eine offizielle Version des klassischen World of Warcraft veröffentlicht wird. Das soll für aktive Abonnenten völlig kostenlos sein und seit letzter Woche ist es erhältlich.

Bei der Veröffentlichung von WoW: Classic gab es unglaublich lange Warteschlangen, einige Spieler haben mehrere Stunden warten müssen, bevor sie spielen konnten. Der nostalgische Rückschritt in die frühen Anfänge von World of Warcraft begann dort in gewisser Hinsicht, da volle Server von Anfang an ein Problem des MMOs waren. Blizzard hat seitdem weitere Server dazu geschaltet und Lösungsmaßnahmen ausprobiert, doch die Spieler mussten trotzdem erst einmal lange bangen und warten. Nachdem man diese Phase erst einmal durchstanden hatte, wartet Azeroth wie es damals war darauf, dass wir es (erneut) erkunden. Wie schon im Jahr 2006, als Patch 1.12 (bekannt als "Drums of War") live war.

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Haushaltet mit eurem Geld, um euch frühzeitig ein Mount zu kaufen.

Das Kernspiel von WoW ist seit 2004 relativ unverändert: In der Welt von Azeroth gibt es zwei verschiedene Fraktionen (Horde und Allianz), die sich nicht so sehr mögen (PvP). Man steigt auf, lernt neue Fähigkeiten und Talente, bekommt neue Ausrüstung und kann schließlich an einem Raid teilnehmen und noch viel größere Bedrohungen (PvE) bekämpfen. Das Spiel zwischen diesen Schritten hat sich seit damals jedoch erheblich verändert.

Falls ihr mit der aktuellen Live-Version von World of Warcraft: Battle for Azeroth vertraut seid, werden die Unterschiede zwischen "damals und heute" bereits in der Charaktererstellung auffallen: Die Anzahl der spielbaren Rassen wurde von jeder Fraktion auf die ursprünglichen vier reduziert. Zwerge, Gnome, Menschen und Nachtelfen kämpfen auf Seiten der Allianz und Orks, Trolle, Tauren und Untote für die Horde. Ebenso wurden die Klassen von einem Dutzend auf neun zurückgeschoben, wobei die Paladine auf die Allianz und die Schamanen auf die Horde beschränkt sind. Das höchste Level, das ihr in Classic erreichen könnt, ist Level 60 - in Battle for Azeroth ist die Maximalstufe 120.

Die klassischen Talentbäume sind ebenfalls zurück und sie geben den Spielern bis zu 51 Punkte, die sie in vorhandene Fähigkeiten oder Statistiken (wie z. B. Waffenfertigkeiten) investieren können. Dadurch erhalten unsere Fertigkeiten neue Funktionen und entwickeln mitunter brandneue Talente. Es liegt an euch, wie ihr diese Punkte verteilt, ob ihr sie gleichmäßig investiert oder euch auf bestimmte Aspekte spezialisiert. Bevor ihr etwas Neues erlernt oder Änderungen vornehmt, muss man einen Klassenlehrer aufsuchen. Das bedeutet auch, dass wir wohl oder übel über die richtige Skillung nachdenken müssen, da Talente nicht mehr im Handumdrehen gewechselt werden können.

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Die Faszination hinter der Vanilla-Erfahrung von WoW liegt in der großen und zeitaufwändigen Herausforderung.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit bedeutet auch, dass die Karte erheblich kleiner ist, als in der Gegenwart. Kontinente, die erst später in das Spiel eingeführt wurden, sind noch nicht aufgetaucht. Azeroth hat (noch) nicht den Zorn des Lichkönigs gespürt oder wurde von Deathwing in den Ruin getrieben. Zu unserer großen Freude sind die ursprünglichen Länder mit den frühen Soundtracks ausgestattet worden. Die kleinere Karte bedeutet jedoch nicht, dass es auch einfacher ist, sich darauf fortzubewegen - tatsächlich ist jetzt absolut alles viel, viel, viel zeitaufwendiger. Im Laufe der Jahre hat Blizzard es den Spielern leichter gemacht, sich fortzubewegen und zeitintensive und repetitive Aufgaben verkürzt. In der Live-Version kann man relativ früh im Spiel ein billiges Reittier kaufen und es gibt viele Verbindungspunkte für Schnellreisen. World of Warcraft: Classic bietet keinen solchen Luxus und euer Charakter wird viel laufen müssen, weil die Option erst ab Level 40 verfügbar ist. Und selbst dann werdet ihr möglicherweise noch kein Exemplar kaufen können, da Mounts nicht billig sind! Apropos, schlechte finanzielle Entscheidungen sollten wir in Classic unbedingt vermeiden. In Battle for Azeroth ist es relativ einfach, Geld zu verdienen, doch in Classic ist das eine ganz andere Sache...

Man muss das Beste aus seiner Reisezeit machen, weil ihr euch nicht auf einen einfachen Transport verlassen könnt. WoW: Classic weist uns nicht auf Quest-Standorte hin, wie das in neueren Versionen des Spiels der Fall ist. Infolgedessen werdet ihr unweigerlich Orte und Aufträge verpassen oder öfter hin und herrennen müssen, als ihr vielleicht erwartet habt (wir können das nicht genug betonen; spart für ein Reittier). Wenn ihr in einem Dungeon sterbt setzt euch das Game nicht mehr zum Anfang der Instanz zurück. Das bedeutet - ihr erratet es sicher bereits - mehr Laufen. Viele Spieler geraten das erste Mal in Panik, wenn sie sich nicht daran erinnern können, wo der Eingang zur aktuellen Instanz lag...

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Verabschiedet euch von allen Komfortfunktionen und seid bereit, euch absolut alles mühsam zu erspielen.

Ein weiterer bemerkenswerter Unterschied ist, dass Classic nicht für diejenigen geeignet ist, die lieber alleine spielen. In Battle for Azeroth ist es mittlerweile möglich, das Spiel weitgehend alleine zu meistern. Wenn ihr beispielsweise eine Gruppe für eine Instanz benötigt, hilft der Dungeon-Finder automatisch dabei, euch mit anderen Helden zusammenzuführen - man muss dafür nur auf "Gruppe suchen" klicken. Ihr fühlt euch stark genug, um zu raiden? Das seid ihr wahrscheinlich nicht, aber in Battle for Azeroth konntet ihr trotzdem einer zufälligen Schlachtzugsgruppe hinzugefügt werden, die euch mit relativer Sicherheit durch den Dungeon gezogen hat. Raids sind noch immer sehr herausfordernd, doch zu alten Classic-Tagen bestand die eigentliche Schwierigkeit darin, 20 bis 40 Personen gleichzeitig auf dem eigenen Server zu finden, die bereit und in der Lage sind, sich dem Boss über mehrere Stunden hinweg entgegenzustellen. Das gilt auch für Dungeons in WoW: Classic, und dabei ist die Gruppengröße hier ja noch auf lediglich fünf Abenteurer beschränkt...

Also heißt es wieder laufen und den höflichen Planer spielen. Wenn ihr solo spielen möchtet, solltet ihr euch wahrscheinlich von Classic fernhalten. Doch wisst ihr was? Diese langwierige Herangehensweise sorgt für ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Zahlreiche Fotos der ersten Tage zeigen Spieler, die sich ordentlich anstellen, um darauf zu warten, dass sie an die Reihe kommen, um einen bestimmten Feind zu töten (die Respawn-Zeiten in Classic WoW sind viel niedriger, als in Battle for Azeroth). Wir haben auch einen viel lebhafteren allgemeinen Chat erlebt.

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Das hier ist eure Chance, an den Ursprüngen von World of Warcraft teilzunehmen.

World of Warcraft hat in den letzten 15 Jahren zweifelsohne viele positive Veränderungen erfahren, warum sollten die Menschen also in diese schwierigeren Zeiten zurückkehren wollen? Die einfache Antwort liegt in der Herausforderung, die Veteranen und neue Spieler gleichermaßen anzieht. World of Warcraft: Classic hält euch nicht die Hand, so wie es die moderne Version von WoW tut. Ihr müssen eure Strategien selbst schaffen und vorausplanen, wenn es um Quests, Talentpunkte und sogar um das Ausgeben von Gold geht (tut euch den Gefallen und kauft euch bitte ein Reittier). Die kleinere Karte fühlt sich durch die persönlichere Erkundung auch viel größer an, das Leveln ist schwieriger und zeitaufwändiger, und wenn euer Charakter stirbt, müssen wir lange nach unseren Körper suchen, um ihn wiederzubeleben. Das Raiden ist wieder einmal ausschließlich denjenigen vorbehalten, die viele Stunden im Spiel verbracht haben und die über etwas Geschick verfügen - gelegentliches Raiden und sich ziehen lassen ist keine Option. Teamwork ist nicht nur beim Raiden von Vorteil, in Classic werden wir durch das Spiel dazu gebracht, uns mit anderen zusammenzuschließen.

Blizzard hat bereits angekündigt, weitere Erfahrungen in World of Warcraft: Vanilla einzubeziehen. Geplant sind aktuell die folgenden sechs Phasen:

Phase 1 (Classic Launch): Molten Core, Onyxia, Maraudon
Phase 2: Dire Maul, Azuregos, Kazzak
Phase 3: Blackwing Lair, Darkmoon Faire, Dunkelmondkartenset kann wieder gefunden werden
Phase 4: Zul'Gurub, Green Dragons
Phase 5: Ahn'Qiraj-Kriegsanstrengungen beginnen, Ahn'Qiraj Raids öffnen (sobald der Krieg weit genug vorangeschritten ist), Dungeon-Loot Rekonfiguration (Tier 0.5 Dungeon-Ausrüstung, Relikte, Dropraten und Schauplätze variieren)
Phase 6: Naxxramas, Scourge Invasion

Außerdem wird Blizzard auch Updates für den PvP-Bereich des Spiels veröffentlichen:

Phase 1 (Classic Launch): Ihr könnt euch auf PvP-Welten gegenseitig umbringen, es gibt aber weder einen Register noch formelle Belohnungen dafür.
Phase 2: Ehrensystem (inklusive ehrloser Kills), PvP-Ranglistenbelohnungen
Phase 3: Alterac Valley (Version 1.12), Warsong Gulch
Phase 4: Arathi Basin
Phase 6: World PvP-Ziele in Silithus und den Eastern Plaguelands

Und was folgt danach? Wir fragen uns das Gleiche. Es ist unwahrscheinlich, dass Classic über die Phase 6 hinaus aktualisiert wird, das würde ja schließlich den Sinn zunichtemachen. Es gibt jedoch bereits zahlreiche Gerüchte darüber, dass Blizzard möglicherweise andere, von Fans favorisierte Erweiterungen zurückbringen könnte. Die Zeit wird es zeigen - vielleicht in weiteren fünfzehn Jahren, vielleicht nie.

Wenn ihr nach einem nostalgischen Erlebnis sucht, dann ist World of Warcraft: Classic genau das Richtige für euch. Wenn ihr mit dieser wunderbaren Fantasy-Umgebung noch nicht vertraut seid, auch dann ist Classic-WoW etwas für euch. Und wenn ihr die Ursprünge des beliebtesten MMORPGs der Welt kennenlernen möchtet, dann springt auf die Classic-Server und erlebt es selbst. Wir empfehlen World of Warcraft: Classic allen Spielern, den Alten und den Neuen. Aber bitte, tut euch den Gefallen und kauft früh ein Reittier.

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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
Das ist eure Gelegenheit, zum Zeitpunkt des MMO-Urknalls zurückzukehren. Kostenlos (jedenfalls bei aktivem Abo), Spieler dürfen sich über weitere Inhalte freuen. Gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit und eine großartige Erfahrung für neue Spieler.
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Ihr müsst viel laufen, noch mehr laufen, und haben wir schon all das Laufen erwähnt?
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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