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Whispers of a Machine

Whispers of a Machine

Im dystopischen Schweden der Zukunft lösen wir mit technologischen Superkräften einen Mordfall.

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Whispers of a Machine ist der Vertreter eines Genres, von dem ich gar nicht wusste, dass ich es bisher verpasst habe. Wer vor 2000 auf einem Computermonitor gespielt hat, der wird Point&Click-Adventure kennen, doch diese Vorherrschaft ist längst vorbei. Mit Telltales The Walking Dead und The Fall Part 2: Unbound sind in letzter Zeit ein moderne Varianten dieses Genres aufgetaucht, allerdings enthalten nur wenige Titel die Essenz, die die Oldschool-Titel so beliebt gemacht haben.

Diese spezifische Erfahrung, die heutzutage wirklich nur schwer zu erklären ist, versuchen Clifftop Games und Faravid Interactive mit den Spielen Cathy Rain und Whispers of a Machine zu liefern. Das sind Spiele mit starken Erzählungen, pixeliger Kunst und ähnlichen Mechaniken, wie die Klassiker des Genres. Direkt zu Beginn des Spiels waren wir vorsichtig begeistert von dieser Prämisse: Whispers of a Machine ist, wie die Entwickler es erklären, ein "Nordic Noir" - ein Krimi im futuristischen, dystopischen Schweden. Obwohl der Begriff "Noir" in Bezug auf den Stil und das Setting des Spiels etwas großzügig ist, ist die Welt wirklich ein schöner, exotischer Ort zum Erkunden.

Die skandinavische Dystopie, die wir erleben und erforschen, spielt in einer Zukunft, in der sich die Zivilisation aus Angst vor systematischer Unterdrückung durch künstliche Intelligenz dazu entschlossen hat, fortschrittliche Technologien aufzugeben. Aus diesem Grund wurde alles verboten, was einen Prozessor enthält. Man könnte sagen, dass die Bewohner des Landes in einer Art Science-Fiction-Fantasie leben (stellt euch den Schauplatz von Battlestar Galactica vor, nur dass sich die Menschen nicht auf Raumschiffen und High-Tech-Geräten leben, sondern sich in einer Stadt auf dem schwedischen Land niedergelassen haben). Dort finden wir jedenfalls die Agentin Vera, die einen mysteriösen Mordfall im ruhigen Örtchen Nordsund untersuchen soll. Wir stellen schnell fest, dass der Fall nicht einfach zu knacken ist, denn um den Mord zu lösen, müssen wir all unsere Fähigkeiten und logisches Denken einsetzen.

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Im Gegensatz zu vielen älteren Titeln bestraft uns Whispers of a Machine nicht dafür, wenn man versucht ein Problem logisch zu lösen.

Mechanisch ist Whispers of a Machine genau das, was wir von einem Spiel in diesem Genre erwartet haben. Vera bewegt sich von unseren Clicks geleitet zwischen wunderschönen Szenen umher und untersucht Gegenstände, spricht mit verschiedenen Charakteren und kombiniert etliche Gegenstände in ihrem Inventar. Dadurch treiben wir die Geschichte Stück für Stück voran. Das Spiel hat eine Menge Asse im Ärmel, wie zum Beispiel Veras besondere Fähigkeiten. Als neu eingesetzte Agentin wird sie mit Nanomaschinen (was Gegenstand der Debatten im Universum ist) aufgewertet, die ihr besondere Kräfte verleihen. Dadurch kann sie für kurze Zeit eine Art Superkraft aktivieren und mit schweren Objekten interagieren, Bereiche nach DNA-Spuren abscannen oder Fußabdrücken folgen.

Im Laufe des Spiels erhalten wir viele unterhaltsame Möglichkeiten und Dialogoptionen, mit denen wir Veras Wahrnehmung auf ihren Job bestimmen. Das wiederum verleiht ihr neue Fähigkeiten, basierend auf diesen getroffenen Entscheidungen. Wem das zu abstrakt war: Wenn Vera zum Beispiel einfühlsam ist, können wir lernen eine kurze Instanz der Erinnerungen von Charakteren zu löschen, um einen in Panik geratenen Zeugen durch Dialoge wieder zu beruhigen und auf diesem Wege mehr Informationen zu erhalten. Diese verschiedenen Optionen bieten uns anschließend weitere Möglichkeiten und vielleicht den entscheiden Hinweis, um unser Ziel zu erreichen. Dadurch erhält Whispers of a Machine sogar einiges an Wiederspielbarkeit.

Das Game optimiert das klassische Point&Click-Genre mit seinen bodenständigen Rätseln und nachvollziehbaren Lösungen. Die meisten Hindernisse können auf logische Art und Weise gelöst werden, einfach wenn wir darüber nachdenken. Im Gegensatz zu vielen älteren Titeln bestraft uns Whispers of a Machine nicht dafür, wenn man versucht ein Problem logisch zu lösen. Das heißt aber natürlich nicht, dass dieser Titel gar keine Herausforderung darstellt. Einige Male mussten wir anhalten, umkehren und unsere Notizen noch einmal in Ruhe durchgehen. Da die Rätsel aber wie gesagt machbar sind, trägt ein kleiner Stopp zum Belohnungsgefühl bei, wenn wir schließlich auf die Lösung kommen.

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Vera hat einige Asse im Ärmel und kann mit besonderen Fähigkeiten von sich überzeugen.

Wenn wir in diesem ansonsten schönen Spiel aktiv nach Fehlern suchen müssten, wäre es wohl die mobile Optimierung von Whispers of a Machine. Selbst auf einem Display, wie dem unseres Samsung S10+, ist die Erfahrung zu klein geraten. Sobald der Bildschirm mit genügend interaktiven Elementen bestückt wird, wird es unübersichtlich. Man drückt ständig versehentlich das falsche Symbol und muss Dinge wiederholen. Eine zweite Sache ist die Vorhersehbarkeit der Erzählung und der Länge des Spiels, aber das sind natürlich schnell persönliche Präferenzen. Wir hätten gerne mehr Zeit mit Vera, ihren persönlichen Intrigen und der wirklich interessanten Spielwelt verbracht, jedenfalls wären wir jetzt schon für eine Fortsetzung bereit.

Ich bin auf jeden Fall froh, Whispers of a Machine ausprobiert zu haben, obwohl ich gerne mehr gespielt hätte. Trotzdem ist es ein großartiges und einzigartiges Erlebnis mit einem wunderschönen Design, herausfordernden, aber fairen Rätseln, großartiger Vertonung und einem schönen Gefühl für Nostalgie. Wir empfehlen es Fans von Point&Click-Abenteuern und denen, die es eigentlich nie werden wollten. Hoffentlich schafft der Entwickler in Zukunft noch so einmal so eine angenehme Überraschung.

Whispers of a Machine
Auf dem recht großen Display meines Smartphones hatte ich teilweise Probleme, die richtige Schaltfläche zu finden.
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
großartige Sprachausgabe, wunderbar gemachte, herausfordernde Rätsel.
-
etwas kurz, unübersichtliches Interface.
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