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Watch Dogs 2

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Wir haben zwei ungestörte Stunden in der offenen Welt von Watch Dogs 2 verbracht - und sind guter Dinge für das gesamte Spielerlebnis.

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Ubisoft hört auf seine Fans, das ist mal sicher. Das erste Assassin's Creed war voller guter Ideen, wurde aber durch die Hauptfigur ausgebremst, die keine Tiefe hatte und eine "Setz dich hin und hör zu"-Quest nach der anderen absolvieren musste. Assassin's Creed 2 hat dann all die guten Ideen tatsächlich in die Tat umgesetzt. Protagonist Ezio ist eine der besten Spielfiguren in der Geschichte der Videospiele und die Quests waren viel variantenreicher. Das erste Watch Dogs war auch voller schöner Ideen, aber wurde ebenso von einer Hauptfigur ohne Tiefgang und einem Gameplay ausgebremst, das nie die Erwartungen erfüllte. Zum Glück wissen sie bei Ubisoft, wie man Fortsetzungen machen muss.

Das erste Watch Dogs wurde zum ein Opfer seiner eigenen Versprechungen. Es wurde zur großen Überraschung auf der E3 2012, erschien dann aber erst 2014 und konnte die wachsenden Erwartungen einfach nicht erfüllen. Gut verkauft hat es sich trotzdem, aber Ubisoft arbeitet nicht nur an einem Nachfolger, um mehr Profit zu machen. Sie haben sich Zeit genommen und wollen nicht, dass es noch einmal zu Verzögerungen kommt. Und sie wollen sicherstellen, dass sie nur Dinge zeigen, die die Fans dann später auch wirklich spielen können und sie sollen all die Erwartungen, die mit dem ersten Spiel verbunden waren, jetzt auch wirklich erfüllen. Hohe Ziele.

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Marcus dagegen liebt das Chaos. Er lässt Karren in alle Richtungen fliegen und würde sich nie dafür entschuldigen.

Ich durfte unlängst in Paris zwei ungestörte Stunden mit Watch Dogs 2 verbringen - immer ein Zeichen dafür, dass die Entwickler mit ihrem Spiel glücklich und zufrieden sind. Sie haben mich nicht unterbrochen und ließen mich aus meinen eigenen Fehlern lernen und meine eigenen Erfolge feiern. Die erste Person, die ich im Spiel treffe, ist Marcus, der junge neue Hacker, der den Platz von Aiden Pearce übernimmt. Keine großen Fußstapfen, aber er meistert seinen Job mit Bravour. Ob Marcus so charakteristisch wirkt, weil ich ihn mit dem öden Aiden vergleiche? Schwer zu sagen, aber er liefert den nötigen Tapetenwechsel.

Ich hatte ein wenig Angst, dass die Dialoge in Watch Dogs 2 zu gewollt jugendlich werden würden, so ähnlich wie streckenweise bei Life is Strange. Im schlimmsten Fall drohen grottenschlechte Dialoge von etwas älteren Schreibern, die hip und jung klingen wollen. Glücklicherweise ist das nicht so eingetroffen. Die Dialoge sitzen und sind sogar manchmal recht unterhaltsam. Immer wieder habe ich meine Karre angehalten, einfach nur um den Gesprächen der NPC-Charaktere zu lauschen.

Aber es sind nicht nur die Dialoge und Figuren, die sich geändert haben. Auch das Free-Run-System, das es Marcus erlaubt, fließend über Hindernisse zu springen oder zu rollen, ist neu. Marcus fliegt tatsächlich mit Leichtigkeit über die Dächer der Stadt. Man fängt an zu laufen, drückt R2 und Marcus kümmert sich um den Rest. Die Art, wie er kämpft und läuft, passt zu seiner rebellischen Persönlichkeit. Er lässt sich nichts gefallen und wird fiesen Mega-Corporations immer den Mittelfinger zeigen. Bei Aiden Pearce hat es sich immer seltsam angefühlt, auf dem Weg zum Geburtstag seines Neffen siebzehn Leute zu überfahren und trotzdem zu behaupten, man wäre kein Serienmörder. Die Beziehung zwischen Aiden in den Zwischensequenzen und dem Aiden, den wir selbst steuern, hat nie gestimmt. Marcus dagegen liebt das Chaos. Er lässt Karren in alle Richtungen fliegen und würde sich nie dafür entschuldigen - und das ist lange nicht alles, was Aiden und Marcus unterscheidet.

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Ich konnte mich in ein Haus hacken und es mit meinem Ziel verlassen, ohne es überhaupt selbst zu betreten. So schleichfertig war ich noch nie unterwegs.

Der neue, junge Rebell hat Zugang zu mehr Spielzeugen als sein Vorgänger. Spielzeugen wie Drohnen und einem kleinem Fahrzeug. Die Drohne ist perfekt zum Auskundschaften der Situationen. Man kann hoch über den Köpfen der Wachen herumschwirren, sie markieren und sogar Bomben werfen. Danach wird es Zeit für das ferngesteuerte Auto. Alle Häuser haben Ventilationsschächte, die sich gut zum herumfahren und dem Hacken von innen eigenen. Ich konnte mich in ein Haus hacken und es mit meinem Ziel verlassen, ohne es überhaupt selbst zu betreten. So schleichfertig war ich noch nie unterwegs und das ist ein seltenes Gefühl für mich. Ich liebe Stealth-Games, aber ich habe nicht die Geduld, um sie richtig zu spielen. Ich werde immer erwischt. Wenn mir eines wichtig ist, dann dass ich geräuschvoll töten kann, ohne von jemand anderem erwischt zu werden.

In Dishonored waren immer alle sauer, wenn ich irgendwen gekillt habe, der nicht mein Ziel war. Ich meine, ihr habt mich dorthin geschickt, um jemanden zu töten und seid dann angepisst, wenn ich genau das tue? Watch Dogs 2 bewertet mich dagegen nie. Ich wurde mit Marcus immer wieder erwischt, wenn ich in ein Haus schleichen wollte, aber das war nie ein Problem. Das Spiel lässt mir meinen eigenen Stil.

Was mir nicht so gut gefiel waren die Trips auf dem Motorrad. Die Autos haben ein gute Gewicht, ganz so wie man es erwartet, aber die Motorräder wirken unnatürlich leicht. Ich habe einen kleinen Sprung gemacht und bin danach ewig geflogen - als hätte die Gravitation gerade Mittagspause gemacht. Die anderen Fahrzeuge haben sie besser hinbekommen, auch wenn sie etwa mit mit Grand Theft Auto V nicht mithalten können. Sie bringen einen von A nach B, aber das Spiel fängt erst richtig an, wenn man aussteigt und Marcus beginnt zu rennen, zu schleichen und zu hacken.

Ohne Frage wird man sich in zehn Jahren noch genauso gerne an Marcus erinnern wie an Ezio. In klassischer Ubisoft-Manier finden sich überall in San Francisco Aktivitäten, aber Watch Dogs 2 ist kein fauler Aufguss früherer Erfolge. Hier werden wirklich die Erwartungen erfüllt. Die Schleichpassagen sind erstaunlich gut, die Dialoge lustig und Marcus hat Zugang zu einer Reihe hübscher Spielzeuge. Ubisoft hat aus den Fehlern gelernt und schafft die gleiche Evolution wie schon bei Assassin's Creed 2. Ja. Ubisoft hört wirklich auf seine Fans.

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