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Vampire: The Masquerade - Coteries of New York

Vampire: The Masquerade - Coteries of New York

Vampire: The Masquerade - Coteries of New York ist vielleicht nicht Bloodlines 2, doch es ist trotzdem eure Zeit wert.

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Draw Distance hat im Vorfeld der Veröffentlichung von Vampire: The Masquerade - Coteries of New York die dichte Atmosphäre und das phänomenale, von spielerischen Entscheidungen geprägte Gameplay des Titels herausgestellt. Das Tempo ist absichtlich gemächlich, damit die Geschichte im Mittelpunkt steht und die Konsequenzen unseres eigenen Handelns gebührend inszeniert werden können. Als wir den Sprung wagten, haben wir schnell erkannt, warum sich der Entwickler auf diese Aspekte konzentrieren wollte. Allerdings wurde auch deutlich, an welchen Stellen das Game seine Themen verfehlt.

Coteries of New York erzählt die Geschichte blutrünstiger Vampirbanden, die um die Kontrolle verschiedener Regionen des Big Apples kämpfen. Im Mittelpunkt des Spiels steht je nach Wahl einer der drei spielbaren Charaktere (die sich alle voneinander unterscheiden). Wir übernehmen unmittelbar nach unserer Begegnung mit einem Dracula-ähnlichen Anwalt die Kontrolle über unsere Figur, die gewaltsam in die große Gesellschaft der Camarilla aufgenommen wird. Nach unserem rauen Erwachen nimmt uns eine matriarchalische Dame namens Sophie unter ihre Fittiche auf, da wir der Camarilla-Familie dabei helfen sollen, New York von den kleineren Vampirgesellschaften zu säubern.

Vampire: The Masquerade - Coteries of New York
Einige Charaktere sind wirklich gut geschrieben und steigern die Erfahrung, während andere nur der Sache zuliebe da sind.

Wer mit Vampirgeschichten und der Welt der Finsternis viel anfangen kann, wird sicherlich Gefallen an Coteries of New York finden. Doch dafür werden diskrete, nächtliche Aktivitäten vorausgesetzt, die keinerlei Aufmerksamkeit hervorrufen. Unsere vampirischen Fähigkeiten setzen Urteilsvermögen voraus, da wir uns auch dazu entscheiden können, nicht so vorsichtig mit den Lebenden umzugehen. Es hat uns gefallen, dass das Spiel viele Vampirklischees aufgreift und diese zu seinem Vorteil nutzt.

Coteries of New York ist in verschiedene Missionen unterteilt, die uns meistens ungefähr eineinhalb Nächte lang beschäftigen. Da das Spiel jedoch nur insgesamt zwanzig Nächte umfasst, müssen wir bei den zu erledigenden Missionen Prioritäten festlegen. Ihr werdet nicht in der Lage sein, alle Aufträge in einem Spieldurchlauf zu erledigen, was immerhin einen Anreiz dazu gibt, erneut in den Titel einzusteigen. Das Game ist eine Visual Novel, daher solltet ihr euch darauf vorbereiten, viel Text zu lesen. Man spricht mit verschiedenen Personen und klickt dabei mit der linken Maustaste, um das Gespräch fortzusetzen oder es zu beenden.

Grafisch würden wir Draw Distaces Präsentation am ehesten wohl als suggestives Ölgemälde bezeichnen. Im Hintergrund ist nicht viel los und trotz kleiner Bewegungen auf dem Bildschirm ist es im Grunde eine Serie von Standbildern. Die Farben erzeugen in Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Lichtstimmungen ein lebendigeres Bild, als es zunächst den Anschein hat. Ohne zu viel zu vorwegnehmen zu wollen, es gab einige Momente, die uns wahrlich einen Schauer über den Rücken jagen konnten.

Vampire: The Masquerade - Coteries of New YorkVampire: The Masquerade - Coteries of New York
Die Farben erzeugen in Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Lichtstimmungen ein lebendigeres Bild, als es zunächst den Anschein hat.

Trotz der unheimlichen Atmosphäre des Spiels und der schicken Präsentation leidet Coteries of New York darunter, nicht wirklich zu wissen, was es eigentlich sein will. Das Spiel ist zu sehr bemüht, eine dunkle Geschichte mit moralischen Fragen zu erzählen, dass sich einige der Charaktere und Dialogoptionen sehr fehlplatziert anfühlen. Einige der Figuren sind überraschend gut geschrieben, interessant und komplex, während andere im Vergleich dazu leichenblass und flach ausfallen - blutleer könnte man sagen.

Neben den Charakteren ist das Gameplay, das sich mit dem Prinzip von Ursache und Wirkung auseinandersetzt, einer der wichtigsten Aspekte des Spiels. Draw Distance möchte eindeutig, dass die getroffenen Entscheidungen schwerwiegende Konsequenzen haben, was zu einem interessanten, sich ständig ändernden Handlungsbogen führt. Manchmal müssen wir schreckliche Konsequenzen erleben, doch ab und zu fühlt sich unsere Wahl auch ein wenig unsinnig an. Wir hatten oft das Gefühl, dass das, was wir tun wollten, nicht wirklich vom Spiel verstanden und entsprechend umgesetzt wurde. Dadurch mussten wir häufig raten und hoffen, dass wir das Spiel richtig verstanden hatten.

Vampire: The Masquerade - Coteries of New YorkVampire: The Masquerade - Coteries of New York
Es hat uns gefallen, dass das Spiel viele Vampirklischees aufgreift und diese zu seinem Vorteil nutzt.

Eine der Herausforderungen von Vampire: The Masquerade - Coteries of New York ist die Kernidee des Blut-Trinkens. Wenn wir viel Blut zu uns nehmen, entfesseln wir unser inneres Biest, wodurch die anderen Vampire, die sich in der Stadt verstecken, in ihre Schranken gewiesen werden. Doch nehmen wir zu wenig Blut zu uns, lassen unsere vampirischen Fähigkeiten nach und wir sind weniger effektiv darin, die Umgebung zu bezaubern oder Leute einzuschüchtern. Es ist leider ein bisschen zu leicht, dieses System auszunutzen, deshalb verliert der Titel dahingehend etwas an Spannung.

Vampire: The Masquerade - Coteries of New York ist nicht unbedingt ein Meisterwerk, doch es bietet eine dunkle, faszinierende Geschichte, die dem Thema treu bleibt. Einige Charaktere sind wirklich gut geschrieben und steigern die Erfahrung, während andere nur der Sache zuliebe da sind. Leider sind auch die Entscheidungen und ihre Folgen nicht immer überzeugend, dennoch schafft es das Spiel, den Schein relativ lange zu wahren. Wenn ihr ein Fan von Visual Novels oder der Welt der Finsternis seid, werdet ihr Coteries of New York wahrscheinlich mögen. Denn dadurch bekommt man direkt mehr Heißhunger auf die bevorstehende Veröffentlichung von Vampire: The Masquerade - Bloodlines 2.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
+
stimmungsvolle Präsentation, bleibt dem Vampirgenre treu, passender Soundtrack.
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einige unsinnige Entscheidungen, Hungersystem zu einfach zu handhaben, manche Charaktere und Handlungsbögen sind uninteressant.
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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