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Vampire: The Masquerade - Bloodhunt
Feature: E3-2021-Berichterstattung

Vampire: The Masquerade - Bloodhunt - Anspielbericht

In diesem Battle-Royale-Ableger fließt das Blut eurer Feinde durch die Straßen Prags.

  • Ben Lyons
Vampire: The Masquerade - Bloodhunt

Battle Royale ist seltsames Genre. Vor ein paar Jahren hat gefühlt jedes Franchise seinen eigenen Ableger produziert und dann war plötzlich Schluss. 2021 sind neue Versuche recht selten geworden, daher ist es umso ungewöhnlicher, dass wir jetzt eines bekommen, das im Universum der Marke „The World of Darkness" angesiedelt ist.

In Vampire: The Masquerade - Bloodhunt werden verschiedene Vampire in Prag eingekesselt und kämpfen anschließend ums Überleben und den Sieg. Es herrschen die üblichen Battle-Royale-Regeln, allerdings gibt es auch NPCs, Vampire können über Gebäude klettern und unterschiedliche Charakterklassen mit individuellen Fähigkeiten.

„Wir sind dem Universum von Vampire: The Masquerade treu geblieben", behauptet Martin Hultberg, der Communications/IP Director bei Sharkmob. „Es war eine Zusammenarbeit mit dem Team hinter der Marke bei Paradox, die zeitgleich zum Regelbuch 'Vampire V5' entwickelt wurde. Wir waren also in die ganzen Hintergründe eingeweiht und bei den Archetypen stand das Gameplay im Vordergrund."

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Ihr könnt die Karte nicht nur nach Waffen und Ausrüstung durchsuchen, sondern dürft auch NPCs vernaschen. Die meisten Menschen geben euch nur ein wenig Gesundheit zurück, wenn ihr deren Blut trinkt, aber es gibt auch einige seltene Blutgruppen, die euch nette Boni verschaffen. Das können zum Beispiel passive Gesundheitsregeneration oder verkürzte Abklingzeiten eurer Fähigkeiten sein... Der Haken ist allerdings, dass ihr euch besser nicht erwischen lasst, denn dann werdet ihr auf der Minikarte markiert und seid für alle anderen Vampire sichtbar.

Wir haben Game Director Craig Hubbard gefragt, wie dieses System die Dynamik des Battle-Royale-Matches verändert: „Wenn ihr beim Blutsaugen gesehen werdet, also einen Zivilisten tötet, dann werdet ihr zum 'Bloodhunted' erklärt und seid sichtbar für alle Gegner. Selbst wenn ihr eure Fähigkeiten vor einem Zivilisten nutzt, seid ihr danach auf der Minikarte zu sehen. Ihr müsst euch also genau überlegen, was ihr bereit seid zu riskieren."

In Bloodhunt könnt ihr euch frei bewegen, egal ob ihr die Straßen durchstreift oder wie Spider-Man an der Seite von Gebäuden hängt. Ihr könnt die Häuser nicht betreten, dafür könnt ihr aber auf so gut wie alles heraufklettern. Hubbard beschreibt diese Gameplay-Mechanik folgendermaßen: „Die Bewegungsmöglichkeiten unterscheiden es von anderen Spielen. Es gibt keine Hindernisse und ich glaube, das ändert die Dynamik. Es ändert nicht nur [die Herangehensweise bei der Verfolgung von] Zielen, sondern auch wie ihr über eure Bedrohungen nachdenkt."

Vampire: The Masquerade - BloodhuntVampire: The Masquerade - Bloodhunt

In der Pre-Alpha-Version gab es drei Familien mit jeweils zwei Varianten von Archetypen. Jede dieser Klassen greift einen anderen Spielstil auf, beispielsweise machen sich der Brute und der Vandale gerne die Hände schmutzig und stürzen sich direkt in den Kampf. Muse und Sirene nutzen hingegen ihre Agilität aus und setzen unterstützende Talente ein, um ihren Gegnern das Leben schwer zu machen. Jeder Vampir-Archetyp hat eigene Fähigkeiten.

Mein Favorit war die Muse, eine Heilerin. Sie zaubert eine spektrale Projektion herbei, zu der sie sich teleportieren kann, falls es erforderlich ist. Es gibt auch einen Saboteur, der sich unsichtbar machen kann, um aus brenzligen Situationen zu entkommen. Diese Fähigkeiten definieren die Charaktere und das Gameplay, aber sind nicht so stark, dass sie das Battle-Royale-Prinzip unterwandern würden.

Bloodhunt ist ein Free-to-Play-Battle-Royale und Sharkmob hat ein Anpassungssystem einwickelt, das eine von zwei Einnahmequellen erarbeitet, um mit dem Titel Geld zu verdienen (die zweite Option ist der allgemein übliche Battle-Pass). Im Gegensatz zu Spielen, wie Call of Duty und Apex Legends, in denen ihr nur optische Variationen spezifischer Charaktere auswählt, dürft ihr in Bloodhunt wirklich euren eigenen Vampir erschaffen.

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Geschlecht, Frisur, Haar- und Hautfarbe und natürlich die Kleidung selbst lassen sich auf diese Weise bestimmen. Hubbard kommentiert: „Es hat etwas, wenn man die Möglichkeit hat, seinen eigenen Charakter zu erstellen, der den eigenen Geschmack und Stil ausdrückt. Ihr habt hier sechs Charaktere, die ihr jeweils nach euren Wünschen anpassen könnt." Beide Monetarisierungsstrategien sorgen also dafür, dass ihr euren Vampir nach euren Wünschen gestalten könnt.

Das Spiel ist hektischer und schneller, als ich zunächst dachte. Ein Match dauert um die 15 Minuten und selbst wenn ihr es langsam angehen lasst, kämpft ihr eigentlich immer ums Überleben, während die Zone ständig kleiner wird. Die Steuerung reagiert bereits gut und obwohl die Bewegungsmöglichkeiten recht wild sind, bleiben die Kämpfe unterhaltsam und machen Spaß.

Mein größter Kritikpunkt ist eher dem Genre geschuldet. Die Konkurrenz ist brutal und es tauchen oft neue Wettbewerber auf, die gegen die aktuellen Platzhirsche eigentlich chancenlos zurückbleiben. Das Problem könnte auch Bloodhunt plagen, aber über Erfolg und Misserfolg wird die Zeit entscheiden. Das Gameplay scheint jedenfalls Spaß zu machen und eine gewisse Tiefe haben die Systeme ebenfalls. Nur ist die Konkurrenz von Fortnite, Warzone und Apex halt erschreckend groß...

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