Valencias Regionalchef tritt ein Jahr nach tödlichen Überschwemmungen zurück
Carlos Mazón tritt inmitten wachsender Kritik am Umgang seiner Regierung mit Spaniens schlimmster Flutkatastrophe seit Jahrzehnten zurück.
Carlos Mazón, Präsident der östlichen spanischen Region Valencia, kündigte am Montag seinen Rücktritt an, ein Jahr nachdem katastrophale Überschwemmungen 229 Menschen getötet und Schäden in Milliardenhöhe verursacht hatten. Der Sturm, der am 29. Oktober 2024 wütete, ist nach wie vor die tödlichste Überschwemmungskatastrophe in Europa seit 1967.
"Ich kann nicht mehr weitermachen" Mazón sagte Reportern in Valencia, nachdem er eine Rede gehalten hatte, in der er die Reaktion der nationalen Regierung auf die Tragödie scharf kritisierte. Er hat weder klargestellt, ob er plant, seinen Sitz im Regionalparlament zu räumen (was seine parlamentarische Immunität aufheben würde), noch hat er einen Interimsnachfolger benannt oder vorgezogene Neuwahlen gefordert.
Vorwürfe der verzögerten Reaktion und der politischen Folgen
Die Bewohner der am stärksten betroffenen Vororte südlich von Valencia werfen der Regional verwaltung seit langem vor, zu spät auf die sintflutartigen Regenfälle reagiert zu haben. Als die Warnungen ausgegeben wurden, waren viele Gebäude bereits überflutet und ganze Stadtteile wurden von den Überschwemmungen mitgerissen.
Mazón sah sich täglich mit Rücktrittsforderungen konfrontiert, insbesondere von den Familien der Opfer, da die öffentliche Wut über das, was viele als vermeidbare Tragödie ansehen, zunahm. Sein Rücktritt fällt mit der Aussage von Maribel Vilaplana zusammen, einer lokalen Journalistin, die am Tag der Katastrophe mit Mazón zu Mittag aß und vor einem Richter erscheinen wird, der mögliche kriminelle Fahrlässigkeit der Behörden untersucht.
