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Transformers: Untergang von Cybertron

Transformers: Untergang von Cybertron

Die High Moon Studios haben die Transformers-Lizenz übernommen und wollten damit eines der besten Roboter-Action-Spiele abliefern, die es je gegeben hat. Ob das wirklich gelungen ist?

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Cybertron steht am Rande des Abgrunds. Die unzähligen Jahre des Krieges zwischen den Autobots und den Decepticons haben den Planeten unwiederruflich geschädigt, sodass er nicht mehr das lebensnotwendige Energon produzieren kann. Die letzte Hoffnung der Autobots ist die Flucht ins das Raumschiff Arche, um irgendwo im Weltraum eine neue Heimat zu finden. Doch die Decepticon haben andere Pläne und sogar im Nebel der Galaxien tobt jetzt der Krieg zwischen beiden Parteien und das heftiger als jemals zuvor.

Der Handlungsfaden wird dort aufgenommen, wo High Moon Studios ihn im vielfach gelobten Vorgänger Transformers: Kampf um Cybertron fallen gelassen hatten. Die Hoffnung auf ein ebenso gutes Spiel war nicht vergebens. Das hier ist vielleicht sogar das beste Videospiel, was das Franchise jemals hervorgebracht hat. Es ist ein Spiel mit viel Abwechslung.

Jedes der dreizehn Kapitel aus den zwei Perspektiven der Autobots und Decepticons rückt einen neuen Transformer als Hauptdarsteller ins Rampenlicht. Sie alle haben ihre einzigartigen Fähigkeiten und Fertigkeiten. Daher fühlt sich jedes Kapitel schön anders und frisch an. Zeit für Langeweile bleibt keine. Dabei schlüpfen wir in die Rolle vieler beliebter Charaktere auf beiden Seiten - und das Wechseln zwischen ihnen macht mehr Spaß, als man zunächst annehmen mag.

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Transformers: Untergang von CybertronTransformers: Untergang von Cybertron
Es ist vielleicht das beste Videospiel, was das Franchise jemals hervorgebracht hat - und dazu mit viel Abwechslung.

Leider ist das Solo-Abenteuer nicht gerade lang und kann leicht in knapp acht Stunden abgehakt werden. Das Spiel fordert uns ausreichend, dass wir aber mehrmals plötzlich das Zeitliche segnen und absurde Abgründe hinnehmen müssen, irritiert uns anderseits etwas. Schnell lernen wir, dass man keinen Gegner mit Schrotflinte auch nur näher als einen Kilometer an sich ranlassen sollte. Als kleine Überraschung besitzen wir übrigens ein regeneratives Schild, das mit einer Gesundheitsanzeige kombiniert ist, die wir mit Energon füllen müssen.

Die Steuerung der Roboter vermittelt prima und sehr treffend dieses etwas schwerfällige Gefühl, ist aber immer präzise genug. Sich in Fahrzeuge zu verwandeln ist nun übrigens deutlich sinnvoller, weil diese Form mehr Haltbarkeit und Feuerkraft bietet - insbesondere in brenzligen Situationen ist das sehr hilfreich. Die Steuerung im Fahrzeugmodus erfordert indes ein bisschen Umstellung. Vor allem auf vier Rädern verhalten sich die Transformers in keinster Weise realistisch. Stattdessen scheinen sie fast ein wenig zu schweben und können sogar im guten alten Egoshooter-Strafe-Style durch die Kurven gejagt werden.

Neben der Kampagne gibt es fünf Multiplayer-Modi, die machen die kurze Solonummer wett. Diesmal gibt es keinen Story-Koop-Modus, sondern das Spiel bietet einen neuen Modus namens Escalation, der dem Horde-Modus aus Gears of War ähnelt. Der Versus-Multiplayer bietet vier klassische Spielmodi. Das neue Feature ist hier die Möglichkeit, eine von vier Charakterklassen zu wählen, um einen Transformer nach eigenen Vorstellungen aus einer Fülle von Bauteilen zu erschaffen.

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Optisch ist es ein schönes Beispiel für gelungene Videospiel-Unterhaltung. Die etwas dunkleren und ernsten Töne passen perfekt. Der Soundtrack ist einfach genial und stellt sicher, dass die explodierende Action auf dem Bildschirm mit Bass aufgepumpt wird. Ein Extralob gibt‘s für die dynamisch zerfallenden Level. Auch wenn faktisch nichts wirklich zerstörbar ist, liefern zerbrechliche und explodierende Gegenstände eine charmante Illusion. Und so liefert das Spiel das, was die Fans erwartet haben. Es führt den Vorgänger stilsicher weiter und lässt den Zehnjährigen in uns Freudensprünge machen. Es ist trotzdem nicht ohne Fehler und wen Onlinespiele nicht interessieren, für den könnte die Kampagne zu kurz sein.

Die Transformers im Selbstbau sind ein echtes Argument für den Multiplayer. Leider müssen fast alle Bauteile erst freigeschaltet werden, so dass wir nicht sofort voll mit dem Traum-Bot durchstarten können. Der Multiplayer ist nicht so aufwändig poliert wie die Einzelspielererfahrung. Die High Moon Studios haben offensichtlich bei erfolgreichen Titeln abgeschaut. So erleben wir modernes Online-Gaming inklusive Aufleveln, Perks und Extras zum Freischalten. Zunächst aber wählen wir eine der vier Klassen.

Transformers: Untergang von Cybertron
Der Multiplayer ist absolut okay und eine gute Ergänzung zum kurzen Solo-Abenteuer - trotzdem ist er etwas seelenlos.

Der Wissenschaftler ist dabei vor allem auf das Heilen seiner Teamkameraden bedacht. Der Eindringling ist vor allem ein Freund des schleichenden und leisen Todes, wohingegen der Titan vorwiegend schießt und schießt und schießt. Wer es lieber ausgeglichen mag, entscheidet sich für den Zerstörer.

Haben wir unseren Gegnern mit unseren Fähigkeiten den tödlichen Treffer versetzt, lassen diese Energon-Währung fallen, mit der wir im Shop Verbesserungen für unsere Waffen kaufen. Um neue Waffen zu kaufen, müssen wir zunächst die Blaupausen auf dem Schlachtfeld finden. Im Grunde ist alles ist an Ort und Stelle, aber die Ausführung fühlt sich nicht so an, als hätte man viel Zeit und Geld investiert. Es wurde eben nicht so gut abgeliefert, wie es hätte sein können. Am Ende ist der Multiplayer trotzdem absolut okay und wird uns in wilden Gefechten gegen Freunde sicher eine ganze Weile unterhalten.

Transformers: Untergang von Cybertron
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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Massen von Robotern, nette Kampagne hervorragender Soundtrack, dynamische Umgebungen, toll für Fans
-
kurze Kampagne, Multiplayer ein wenig seelenlos
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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