The Wrecking Crew
Gastautor Fredrik begleitet Bautista und Momoa auf ihrem neuen Actionabenteuer und ist nicht besonders beeindruckt.
Erinnerst du dich an die 90er, als du in die Videothek gegangen bist und Filme gefunden hast, von denen du noch nie gehört hast? Oft war das Cover ansprechender als der Inhalt, und manchmal nahm man etwas mit nach Hause, das sich schnell als fragwürdiger Zeit- und Mietaufwand herausstellte. Für mich ist ein klassisches Beispiel Dolph Lundgrens The Last Patrol, das leider in den VHS-Player unserer Familie gelangte. Heute bekommen wir direkt zum Streaming statt direkt auf VHS, aber das Gefühl ist dasselbe. The Wrecking Crew auf Amazon Prime ist genau so ein Film: das, was man bekommt, wenn man L.A. Cop und Lethal Weapon mischt, aber mit einem etwas schwächeren Ensemble und ohne das gleiche Selbstvertrauen in die Umsetzung.
Die Hale-Brüder haben sich auseinandergelebt und haben eine nahezu nicht existente Beziehung. Als ihr Vater unter mysteriösen Umständen stirbt, sind sie gezwungen, sich wieder auf Hawaii zu treffen. Bald wird klar, dass sie trotz alter Konflikte und Unregelmäßigkeiten zusammenarbeiten müssen, da offensichtlich ist, dass der Tod ihres Vaters kein Unfall war. Das Setting ist vertraut, und der Film unternimmt keine großen Versuche zu überraschen, sondern stützt sich sicher auf bekannte Buddy-Cop-Klischees.
James Hale, gespielt von Dave Bautista, ist Kommandeur der amerikanischen Eliteeinheit Navy Seals und äußerst ordentlich. Jonny Hale, gespielt von Jason Momoa, ist das komplette Gegenteil: ein kaputter, suspendierter Polizist, der ebenfalls von seiner großen Liebe verlassen wurde. Die Dynamik soll von ihrer völligen Unfähigkeit getrieben werden, zusammenzuarbeiten, aber auch von der Erkenntnis, dass nur sie verstehen, dass jemand der Familie schaden will. Das Problem ist, dass die Konflikte eher schematisch als echt wirken.
Die Geschichte ist geradlinig und vorhersehbar, oft so sehr, dass man die nächste Zeile erraten kann, bevor sie vorgetragen wird. Bautista und Momoa liefern kompetente Darstellungen ab und scheinen ihre Rollen manchmal zu genießen, doch die Chemie zwischen ihnen ist nicht ganz da. Es ist eher wie zwei Stars, die sich auf der Leinwand teilen, als ein dynamisches Duo, das sich gegenseitig hochhebt. In Nebenrollen sehen wir unter anderem Temuera Morrison und den dänischen Schauspieler Claes Bang. Morrison scheint hauptsächlich daran interessiert zu sein, seine Szenen durchzustehen, während Bang zumindest Spaß an seiner Rolle als Bösewicht hat und etwas Energie mitbringt, wenn er auftaucht.
Regisseur Angel Manuel Soto, der zuvor Blue Beetle und La Granja gemacht hat, tut, was er kann mit Jonathan Troppers Drehbuch. Allerdings fühlt es sich eher so an, als wären es Matt Flannerys Kameraführung sowie Bautistas und Momoas reiner Starkraft, die den Film überhaupt zum Höhepunkt bringen. The Wrecking Crew ist gut verpackt, gelegentlich kichernd und nie direkt schmerzhaft – aber auch nie besonders einprägsam. Insgesamt ist der Eindruck meist mittelmäßig, und wenn der Abspann läuft, fühlt es sich an wie ein weiterer Streaming-Titel, der schnell vergessen wird.




