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The Mighty Quest for Epic Loot

The Mighty Quest for Epic Loot

Exklusive Eindrücke aus der geschlossenen Beta des Action-Rollenspiels. Das Beste: Es ist Free to Play. Wie gut es wirklich ist, könnt ihr hier lesen.

Über den Wolken schweben nicht nur gewaltige Städte wie Columbia oder Elysium. Sogar ganze Königreiche und gewaltige Schlösser soll es dort geben. Auch die mittelalterlich anmutende Hochburgenzivilisation namens Opulentia existiert hier. Dort erwarten uns mächtige Aufgaben und epische Ausrüstungsgegenstände. Jedenfalls lässt sich das dem vielsagenden Titel entnehmen The Mighty Quest for Epic Loot. Was dann im Kern bleibt ist eine zeitfressende Verwebung aus einem Browser-Strategiespiel und einem nett anzusehenden Hack'n'Slay aus der Iso- Perspektive. Keines der beiden Elemente kann man jedoch fokussieren, da sie sich gegenseitig beeinflussen.

Wie man in einem solchen Titel erwarten darf, spielt die Inszenierung der Kampagne eine untergeordnete Rolle. Als angehender Held müssen wir unserem unfreiwilligen Geschäftspartner Cornelius beweisen, dass wir eine Investition wert sind. Nachdem das Tutorial beendet ist, pegelt sich der normale Spielfluss ein. Auf der Tagesordnung stehen Plünderungen schwebender Städte. Nicht nur für die Ressourcen, auch die zentralen Erfahrungspunkte gibt's dort. Nur so haben wir eine Chance gegen die fordernden Bossgegner, da sie neue Zauber und Fertigkeiten freischalten. Nachdem der Erste dieser Halunken - ein großer, blauer Frosch namens Graf Snottingham - besiegt ist, verändert sich der Spielfluss leicht. Bis dahin spielen wir nämlich nur gegen computergenerierte Dungeons. Danach treten wir endlich gegen menschliche Spieler an. Verschiedene Statistiken und Filter sollen so für eine faire Verteilung und gleiche Bedingungen sorgen. Deshalb sind stets Schlösser von Spielern in der Nähe, die ähnlich weit wie wir sind.

The Mighty Quest for Epic LootThe Mighty Quest for Epic Loot
Sollten zu irgendeinem Zeitpunkt  1000 Goldstücke zu viel in unserer Schatzkammer liegen, darf ein neuer Held angeworben werden.

Es ist und bleibt die Qual der Wahl. Zu Beginn stehen drei verschiedene Heldenklassen zur Auswahl. Der wackere Krieger Sir Painhammer, der Bogenschütze Blackeye Bowgart und der böser Earl von Evilosity, ein Zauberer. Endgültig festlegen müssen wir uns aber nicht. Sollten zu irgendeinem Zeitpunkt  1000 Goldstücke zu viel in unserer Schatzkammer liegen, darf ein neuer Held angeworben werden. Dieser startet zwar wieder bei Stufe 1, aber ein Problem entsteht dadurch nicht, da jeder Level zur individuellen Meisterung frei zur Verfügung steht und unendlich oft wiederholt werden darf. Dann muss nicht gänzlich neu gestartet werden, um einen anderen Charakter zu spielen. Außerdem finden die Helden während ihrer Reise auch Gegenstände für andere Heldenklassen. Dies können problemlos untereinander getauscht werden, da sich alle Figuren ein Inventar teilen.

Jede Figur darf aus insgesamt zwölf Fertigkeiten wählen, jedoch nur maximal vier im Kampf mit sich führen. Leider sind die drei Klassen noch sehr unausgeglichen. Der Bogenschütze ist flink und macht ordentlichen Schaden, aber sobald er umzingelt oder eingeholt wurde, sieht es schlecht um ihn aus. Der Zauberer hat vor allem zu Beginn des Spiels seine Schwächen und scheint bisher die schwächste Klasse zu sein - trotz ambitionierter Zaubersprüche. Der Krieger ist wiederum unverhältnismäßig stark. Auch seine Ausrüstungsgegenstände haben die besten Boni. Da muss unbedingt noch nachgebessert werden.

Das zweite große Element von The Mighty Quest For Epic Loot ist der Aufbau der eigenen fliegenden Burg. Deshalb ergibt es auch keinen Sinn neu anzufangen, wenn man einen anderen Helden spielen möchte. Wie in vielen vergleichbaren Browsergames geht es hauptsächlich darum, seine Bauvorhaben auf die Maximalstufe zu bekommen, damit deren Statistiken den höchstmöglichen Nutzen bringen. Der Fokus des Spiels liegt offensichtlich aber eher auf dieser Schiene. Wer tolle Action haben möchte, dem sei abgeraten. Die Kämpfe dienen hauptsächlich dem Sammeldrang und der Zeitüberbrückung während der langen Bauvorgänge. Denn eine Goldmine auf Stufe 2 aufzubessern, dauert nur etwa 10 Minuten. Aber auf Stufe vier sind es fast zwei Stunden. Nichtsdestotrotz: der Titel des Spiels lässt es vermuten, lässt sich nette Beute in den gegnerischen Schlössern findet.

The Mighty Quest for Epic Loot
Die Kämpfe dienen hauptsächlich dem Sammeldrang und der Zeitüberbrückung während der langen Bauvorgänge.

Bereits im Tutorial bekommen wir die Aufgabe, Kreaturen und Fallen, um sie in der eigenen Burg zu platzieren. Erst später wird mir klar: Je geschickter das gelingt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein schwacher oder unachtsamer Gegner in den labyrinthartigen Gängen zu Grunde geht. Es gilt immerhin. unsere erbeuteten Rohstoffe gegen menschliche Plünderer zu verteidigen. Einmal zum Herzstein durchgedrungen, stibitzt der gegnerische Held zehn Prozent unserer Rohstoffe. Danach wird unser Schatz für acht Stunden gegen Angriffe geschützt. Ein lustiger Einfall ist der Angriff auf Freunde, die vielleicht teure Bauvorhaben umsetzen wollen. Das lassen sich gierige Schatzjäger nicht zweimal sagen. Zumindest wenn man mit den Konsequenzen ihrer Racheangriffe klarkommt...

Natürlich gibt es spezielle Spielregeln für einen solchen Überfall. In einem bestimmten Zeitraum muss der Held zum Herzstein der Burg vorstoßen. Dabei müssen nicht zwingend alle gegnerischen Einheiten getötet werden. Mit etwas Geschick schaffen wir es, an schlecht platzierten Einheiten vorbei zu schleichen. Vor allem bei Speedrun-Herausforderungen sollten diese Taktiken bedacht werden. Und wenn mal die Lebenspunkte ausgehen, dürfen wir entweder eine kleine Goldprämie zahlen und weiter spielen, oder aber den Dungeon neu beginnen. Brechen wir eine dieser Regeln, wird der gegnerische Schatz geschützt und wir gehen leer aus.

Die Monstervielfalt von Opulentia ist vollkommen ausreichend. Spinnen, Knochenbestien in unzähligen Formen und nervige Frösche gibt es. Später kommen haushohe Zyklopen, komische Ziegen und Drachen dazu. Mit über dreißig verschiedenen Kreaturen sind die Verliese gefüllt. Natürlich hat jede Einheit Stärken und Schwächen, die es miteinander zu verknüpfen gilt. Bei richtiger Kombination lassen sich so unpassierbare Verteidigungsringe bilden, die die eigenen vier Wände sicher machen.

The Mighty Quest for Epic Loot
Mit über dreißig verschiedenen Kreaturen sind die Verliese gefüllt. Natürlich hat jede Einheit Stärken und Schwächen, die es miteinander zu verknüpfen gilt.

Einmal tot, lässt fast jedes Wesen Gold oder Kristalle fallen. Oder natürlich Ausrüstungsgegenstände. Diese sind je nach Seltenheitsgrad in Farben eingeteilt. Wir kennen das aus ähnlichen Titeln. Normal ist grau, dann wird es grün, orange und schließlich lila. Das Inventarfeld umfasst im unaufgewerteten Zustand zweiundvierzig freie Felder, was mehr als genügend Platz ist. Nach jedem abgeschlossenen Gebiet wird das Inventarfenster durchsucht, da diese Option im freien Spiel nicht möglich ist.

Wurden genügend Erfahrungspunkte gesammelt, kann der Held im Rang aufsteigen. Aber nicht einfach so. Erst muss die neue Stufe im Trainingslager der Stadt "aktiviert" werden. Spielen wir sehr kampflastig und einseitig, wird die Figur nicht über Stufe fünf hinauskommen. Denn so wie der Kämpfer, muss auch die Burg wachsen. Nur so entfaltet The Mighty Quest For Epic Loot das volle Potenzial. Blöderweise kostet das Aufsteigen viel Geld, weshalb man lieber einen ungelevelten Zweithelden in der Hinterhand haben sollte. Denn Erfahrungspunkte, die über das Levelcap hinausgehen, werden nicht gutgeschrieben. Und Geld sammeln geht am Schnellsten durch das Ausrauben abwesender Spieler.

Es bleibt also die Frage, ob es denn Spaß macht, das Spiel? Prinzipiell sind Free to Play-Spiele unterhaltsam- es sei denn, es wird zu einem öden Pay to Win-Streit, bei dem der Spielspaß darauf beruht, dass nicht zahlende Mitspieler ausgenommen werden. Aber nun zu den Möglichkeiten der Bezahlspieler. Wie das bei langwierigen Bauvorhaben so ist, will man die notwendige Zeit selbst nie aufbringen. Muss man ja auch nicht. Nur kurz mit den grünen Smaragden - Blings genannt - bezahlen und schon ist das Teil fertig. 14.000 von diesen netten Teilen gibt es schon für schlappe 99.99 Euro. Allerdings sind es aber auch sehr viele.

Aber die kleinen grünen Steinchen können noch mehr. Teilweise ersetzen sie Ressourcen in euren Läden. Auch die Ressourcenproduktion und erhöhte Chancen für das Auffinden besserer Gegenstände lassen sich mit diesem Trick bewerkstelligen. Wie viel stärker die Bezahlkunden aber im Endeffekt sein werden, lässt sich noch nicht absehen. Es gibt nämlich noch keine Kunden, die nicht bezahlen. Die Beta-Version ist wie gesagt, noch geschlossen.

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