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The Medium

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Bloober Team liefert einen ersten Must-Have-Titel für die Xbox Series.

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Schon bevor uns Bloober Team mit ihrer Geschichte über einen Maler, der dem Wahnsinn verfällt (Layers of Fear) zu Tode gegruselt hat, waren sie damit beschäftigt, die Grundlagen eines anderen, psychologischen Horror-Thrillers zu legen. Diese Idee musste aufgrund zu großer Ambitionen jedoch erst einmal zurückgestellt werden. 2012 konnten die Polen die Idee zweier simultan erlebbarer Realitäten noch nicht umsetzen.

Bloober Team hat in den letzten Jahren einige großartige Horrorspiele entwickelt, doch The Medium wird besonders sehnlich erwartet. Laut dem Entwickler wurde es „von Grund auf" für die Xbox Series entwickelt und es kann mit einigen berühmten Namen protzen. Beteiligt sind zum Beispiel der Synchronsprecher Troy Baker und der Komponist von Silent Hill, Akira Yamaoka. Doch wird das Game seinem Hype auch gerecht?

In The Medium schlüpfen wir in die Rolle von Marianne, einer jungen Frau mit der Gabe, sowohl die Welt der Lebenden, als auch die der Toten sehen zu können. Wir lernen sie in einem emotionalen Moment kennen, in dem die Frau ihren sterbenden Stiefvater ins Totenreich überführt. Anschließend erhält sie einen Anruf von einem Fremden namens Thomas, der ihr Antworten zu Fragen bezüglich ihrer Gabe verspricht. Marianne sucht deshalb nach diesem mysteriösen Mann und reist zu einem alten, verlassenen Feriendomizil.

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The Medium schafft es tatsächlich, die versprochenen „Next-Gen-Momente" auf den Bildschirm zu zaubern. Grund dafür ist das Dual-Reality-System, das ihr hier auf diesen Screenshots seht.

Das Spiel lebt sehr von seiner Story, daher möchte ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Was ich jedoch sagen kann ist, dass es eine der packendsten Geschichten ist, die ich bisher in einem Horrorspiel erleben durfte. Was mich wirklich gefesselt hat, war die großartige Sprachausgabe und die vielen Details, die der Geräuschkulisse Leben eingehaucht haben. Troy Baker als Oberschurke liefert tolle Arbeit ab und versetzte mich immer wieder in blanke Panik, während ich versuchte den Atem anzuhalten, um bloß nicht von ihm (er spielt ein Wesen namens „The Maw") oder einem anderen Schrecken entdeckt zu werden.

Durch Mariannes Fähigkeiten als Medium können wir die reale und die Welt der Geister erkunden. Die Mechanik ist kein Gimmick (was ich zunächst befürchtete), sondern sorgt für interessante Rätsel und beeindruckende visuelle Effekte. The Medium hat sogar für einige echte „Next-Gen-Momente" gesorgt, denn manche Dinge, die ich auf meinem Bildschirm zu sehen bekommen habe, wären auf der alten Hardware wohl wirklich nicht möglich gewesen. Manchmal werden beide Welten gleichzeitig angezeigt, wobei jede Dimension ihren eigenen Stil hat und unterschiedliche Details aufzeigt.

In Horrorspielen fühlen sich Rätsel oft ein wenig aufgesetzt an, da sie meist nur einen Augenblick der Entspannung bieten sollen, während im Hintergrund bereits am nächsten Schreckmoment gearbeitet wird. Doch statt klischeehafte Aufgaben abzuarbeiten, wie etwa der Reparatur eines Stromgenerators, wirken die Rätsel in The Medium sehr organisch und stehen oft im direkten Zusammenhang mit der Geschichte.

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Der Silent-Hill-Komponist Akira Yamaoka hat am Soundtrack und dem Audio-Design des Games mitgewirkt.

Wenn uns beispielsweise in der realen Welt ein Weg versperrt wird, suchen wir in der Geisterwelt nach einer Lösung. Die Rätsel sind grundsätzlich auf diese Art und Weise angelegt, die Formel wird aber auch immer wieder aufgebrochen. Manchmal muss Marianne auch komplett in die Geisterwelt abtauchen, was für starke Anspannung sorgt, denn wenn sie dort zu lange bleibt, wird sie sterben.

Neben den üblichen Psychospielchen von Bloober Team gibt es auch ein paar Schleicheinlagen und Verfolgungsszenen. Die Stealth-passagen leiden unter den gleichen Problemen, die bereits Observer und Co. plagten. Abgesehen davon, zusehen zu müssen, wie ich in Stücke gerissen werde, gibt es hier kein echtes Gefühl von Gefahr, denn ich kann einfach beim letzten Checkpoint weitermachen.

Außerdem sind diese Abschnitte auch noch viel zu leicht, denn häufig reicht es bereits, hinter der nächsten Deckung den Atem anzuhalten, um weiterzukommen. Es wäre spannender gewesen, wenn The Maw (die größte Gefahr im Spiel) die Umgebungen aktiver durchkämmt hätte und tatsächlich auf der Suche nach Marianne gewesen wäre - wie in Alien Isolation vielleicht.

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Neben den üblichen Psychospielchen von Bloober Team gibt es auch ein paar Schleicheinlagen und Verfolgungsszenen.

Was mir gar nicht gefallen hat, war die klobige Steuerung und die festen Kameraperspektiven. Das soll natürlich Erinnerungen an Klassiker wie Resident Evil und Silent Hill wecken, aber es ermüdet mich im Jahr 2021 einfach nur. Marianne bewegt sich so langsam, dass es eine echte Qual ist, in Gebiete zurückzukehren, um dort nach Sammelzeug zu suchen. Dass die Kameraperspektive nicht frei gewählt werden kann, hat oft auch dafür gesorgt, dass ich eine Treppe oder einen Durchgang übersehen habe, weil die Kamera ungünstig platziert war.

The Medium ist dennoch eines der kinoreifsten und innovativsten Horrorspiele, die ich bisher gespielt habe und sicher auch die bis dato beste Arbeit von Bloober Team. Sich in zwei getrennten Welten bewegen zu können sorgt für neuartige Rätsel und die gruselige Geschichte hat mich über die gesamte Spielzeit hinweg in ihren Bann gezogen. Die Xbox Series hat ihren ersten echten Pflichtkauf und wenn ihr bestehender Game-Pass-Abonnent seid, dann tut euch den Gefallen und startet jetzt gleich den Download.

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09 Gamereactor Deutschland
9 / 10
+
Dual-Reality-Mechanik fühlt sich einzigartig an und serviert Next-Gen-Feeling, packende Geschichte.
-
ungelenke Steuerung, vorgegebene Blickwinkel sind umständlich, Stealth-Sequenzen fordern nicht heraus.
overall score
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KRITIK. Von Kieran Harris

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