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The Dark Pictures: Man of Medan

The Dark Pictures: Man of Medan - Preview-Tauchkurs in Hamburg

Ingo hat sich in der Hafenstadt das neue Horrorspiel von Supermassive Games angeschaut.

Supermassive Games haben mit Until Dawn Blut geleckt. Ende August erscheint der erste Teil der Horror-Anthologie The Dark Pictures, eine Art „Outer Limits - Die unbekannte Dimension" für Horrorfans. Den Anfang macht The Dark Pictures: Man of Medan, danach sollen weitere, nicht unmittelbar zusammenhängende Episoden halbjährlich folgen. Bandai Namco hat uns nach Hamburg eingeladen, um einen Blick auf die interaktive Horror-Story zu werfen und selbst die ersten eineinhalb Stunden des ungefähr fünfstündigen Abenteuers anzuspielen.

Im Horror-Genre sehen wir häufig isolierte Orte, wie abgelegene Waldhütten, arktische Forschungsbasen oder einsame Weltraumstationen. In Man of Medan ist es ein Dampfer aus dem zweiten Weltkrieg. Als Vorlage diente die SS Ourang Medan (grob übersetzt: Man of Medan) - ein Kriegsschiff, dass im Südpazifik unter mysteriösen Umständen verschwand und seitdem scheinbar mehrfach als Geisterschiff gesichtet wurde.

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Die Einführung versetzt uns zurück in die 1940-er Jahre: Wir übernehmen die Rollen von Joe und Charlie, zwei Besatzungsmitgliedern des namensgebenden Frachters, die sich gerade auf einem chinesischen Markt herumtreiben. Wir sehen wie einige Särge und eine dubiose Holzkiste mit stilechtem Totenkopfsysmbol auf den Dampfer geladen werden und als das Schiff schließlich in See sticht, zieht ein Sturm auf, woraufhin merkwürdige Dinge im Frachtraum geschehen. Bald darauf wird die Reise für Joe und Charlie zu einem echten Albtraum. Plötzlich finden die Zwei überall Leichen mit schmerzverzerrten Gesichtern und es bahnt sich eine Katastrophe im Stil von Stanislaw Lems "Solaris" an.

Nachdem wir das Schicksal von Joe und Charlie verfolgen konnten, wechselt das Spiel wieder in die Gegenwart. Die Geschwisterpaare Brad, Alex, Julia und Conrad unternehmen einen Tauchurlaub auf der kleinen Yacht von Kapitänin Fliss. Wir übernehmen abwechselnd die Kontrolle der Figuren, alles bei festgelegter Kameraeinstellung, ganz wie im klassischen Resident Evil. Die Charaktere bewegen sich gemächlich durch die Umgebungen, das Leuchten von Gegenständen und Button-Prompts über den Figuren deuten Interaktionsmöglichkeiten an.

In überraschenden Momenten kommt es zu den typischen Quick-Time-Events, bei denen meistens ein Cursor rechtzeitig in ein Zielfeld bewegt werden muss oder der jeweils angezeigte Knopf auf dem Controller gedrückt werden soll. Nach der üblichen, ausgelassenen Kennenlernphase spitzen sich die Ereignisse an Bord zu und gegen Ende der Demo trifft das kleine Schiff in einem Sturm auf das Geisterschiff.

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Soweit mag das nach einer netten interaktiven Horror-Story klingen, aber Supermassive Games haben noch ein Ass im Ärmel. Die ganze Geschichte kann nämlich auch im Online-Koop zusammen erlebt werden und das Feature ist wirklich großartig umgesetzt. In Hamburg wurden die geladenen Pressevertreter in zwei Gruppen aufgeteilt und haben dann mit ihrem unbekannten Koop-Partner (ohne Voice-Chat) gemeinsam gespielt. Beide Spieler wechseln ständig, wie auch im Solo-Spiel, die jeweils von ihnen gespielten Charaktere. Man weiß aber eigentlich nicht, wen der Andere gerade steuert. Ich habe beispielsweise einen Tauchgang absolviert und war mir die ganze Zeit sicher, dass ich mit meinem Koop-Partner durch das versunkene Bomberwrack schwimme. Hinterher hat sich allerdings herausgestellt, dass der andere Spieler die ganze Zeit über oben an Bord geblieben ist und von meinen romantischen Avancen Unterwasser gar nichts mitbekommen hat.

Neben dem Koop-Modus lässt sich The Dark Pictures: Man of Medan auch im sogenannten Filmabend-Modus mit fünf Spielern erleben. Der Entwickler wurde hier offenbar von der erfindungsreichen Spielweise mancher Spielergruppen bei Until Dawn inspiriert. Hier wird - genau wie im Solo-Modus - lokal gespielt, aber jeder Spieler steuert immer den gleichen Charakter und der Controller wird jeweils weitergereicht, wenn ein Wechsel ansteht. Ab und zu meldet sich in Zwischensequenzen ein mysteriöser Kurator zu Wort, der vermutlich auch das Bindeglied zwischen den einzelnen Episoden sein dürfte. In manipulativem Plauderton kommentiert der geheimnisvolle Mann die Ereignisse.

Die Grafik des Abenteuers ist hübsch anzusehen und die Charaktere wirken glaubwürdig, wenn auch überspitzt. Natürlich sind die Dialoge oft ein wenig „cheesy", aber das gehört im Horror-Genre nach klassischer Machart ja fast zum guten Ton dazu. Es gibt natürlich auch ein paar Dinge, die bemängelt werden können. Ein Problem ist die feste Kameraperspektive: Die ist natürlich ein gutes Mittel für die Entwickler, um genau zu wissen, was die Spieler gerade sehen (um sie somit sanft lenken zu können). Da sich unsere Spielfigur nach einem Perspektivwechsel aber häufig etwas unbeholfen bewegt (was beim langsamen Bewegungstempo manchmal doch ein wenig lächerlich wirkt), wird die aufgebaute Immersion immer mal wieder erheblich aufgebrochen. Man wird das Gefühl nicht los, dass diese Figuren fernsteuert sind und zusammen mit dem häufigen Charakterwechsel hatte das echte Konsequenzen für unsere Immersion.

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Die Quick-Time-Events sind ebenfalls ein zweischneidiges Schwert: Natürlich sorgen sie dafür, dass die Spieler aufmerksam bleiben (müssen) und sich nicht gemütlich im Kinosessel zurücklehnen und einfach die Show genießen. Glücklicherweise müssen wir in Man of Medan Abschnitte nicht erneut wiederholen, sobald wir an der Eingabe scheitern und die Konsequenzen hielten sich - zumindest in der Demo - auch noch in Grenzen. Im Zusammenspiel mit den nicht gerade sparsam eingesetzten Jumpscares wird es manchmal aber einfach zu viel des Guten.

Es gab bereits einige Momente in denen ein Symbol völlig unvermittelt auftauchte, zum Beispiel während des Tauchgangs im Bomber-Wrack: Julia bleibt nach einem gescheiterten Quick-Time-Event an einem rostigen Nagel hängen und zieht sich eine kleine Fleischwunde zu. Das Ganze geschah wirklich ohne jede Vorwarnung und hat sich in dem Moment einfach unfair angefühlt. Auf der anderen Seite war es ein stilistischer Kniff, weil ich mir unweigerlich sofort um Haie Gedanken gemacht habe. In ihren Sequenzen können die Figuren auf spezielle Sammelgegenstände aufmerksam werden, die Visionen einer möglichen Zukunft auslösen. Die Fähigkeit konnte in der Demo nicht wirklich überzeugen, weil wir noch keinen Abschnitt wiedererkannt haben. Im fertigen Spiel macht das Feature vielleicht mehr Sinn.

Insbesondere der Koop-Modus hat mich nachhaltig beeindruckt, denn diese Herangehensweise bereichert das Genre der interaktiven Geschichten auf eine überraschend innovative Art und Weise. Besonders die Szene mit dem Tauchgang, beziehungsweise den simultanen Ereignissen an Bord der Yacht, sind schön umgesetzt worden und die Ereignisse aus der jeweils anderen Perspektive lassen sich durch gekonnt gestreute Informationen auch im Nachhinein noch rekonstruieren. Wir sind gespannt, wie Supermassive die hohe Frequenz an Ereignissen und Schockmomenten für den Rest der ersten Episode von The Dark Pictures aufrechterhalten will, aber ihr solltet euch schon mal um einem geeigneten Koop-Partner Gedanken machen, damit ihr in den kurzen Spätsommernächten den Geheimnissen der Man of Medan gemeinsam auf den Grund gehen könnt.

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