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Street Fighter X Tekken

Street Fighter X Tekken

Endlich ist es da, Street Fighter X Tekken. Es ist eines der Spiele, auf die ich in diesem Jahr am meisten gewartet habe. Und es geht um etwas viel Entscheidenderes als die Frage nach der besten Prügelspiel-Serie der Welt. Ein für alle Mal soll der erbitterten Diskussion ein Ende gesetzt werden, ob nun 2D oder 3D besser für Prügelspiele geeignet ist.

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Capcom und Namco haben je 19 ihrer erstklassigen und stärksten Kämpfer auf ein einzigartiges Duell vorbereitet, um den Rivalen grün und blau zu schlagen. Zusammen ergibt das also ein Ensemble von 38 Charakteren, die in Street Fighter X Tekken das erste Mal aufeinandertreffen. Das ist eine Auswahl, die zum umfangreichsten gehört, das es jemals in einem Prügelspiel gab.

Da Capcom für die Entwicklung verantwortlich war - Tekken X Street Fighter von Namco wird erst im kommenden Jahr erscheinen - stand Street Fighter IV Pate für das Konzept und das Design. Aber wenn man sich nur darauf ausruht, wäre das natürlich kein Meilenstein in der Prügelspiel-Geschichte geworden. Capcom hat daher ein komplett neues Kampfsystem für Team-Fights entwickelt, das nicht nur überraschend ist, sondern fast immer auch ziemlich gut funktioniert.

Es fühlt sich ein bisschen komisch an, dass sich ein Street Fighter-Veteran mit 20 Jahren Erfahrung durch ein Trainingsprogramm schlagen muss, bevor er in den Ring steigen darf. Aber am Ende erweist es sich als ziemlich clevere Idee, um das Beste aus Street Fighter X Tekken herauszuholen. Der Trainingsmodus erklärt uns das neue System zum Kontern, wie man seinen Partner am effektivsten einsetzt und neue Features wie Pandora und das Gem-System. Von der Tiefe und der Logik des Spiels bin ich tief beeindruckt.

Street Fighter X Tekken
Es fühlt sich frisch und anders an, spielt sich nicht wie ein Street Fighter mit einer kleinen Portion Tekken, sondern es ist ein ganz neues Spiel.

Kurz gesagt, Capcom hat es dank der intuitiven Neuerungen sehr gut hinbekommen, ein Street Fighter X Tekken zu entwickeln, mit dem mehr als nur die üblichen Hardcore-Anhänger Spaß haben können. Aber am meisten freuen wir uns natürlich darüber, dass die Tekken-Kämpfer von Namco die dritte Dimension verlassen haben und für die 2D-Fassung komplett neue Spielmechaniken adaptiert haben. Das heißt für jene, die an Marduk, Paul und Heihachi gewöhnt sind, dass sie keinen Vorteil haben, sondern alles neu lernen müssen.

Tatsache ist aber auch, dass Capcom-Anhänger keine großen Vorteile genießen. Tekken-Kämpfer drehen und wenden sich auf klassische Art und Weise, feuern mit Viertel- und Halbkreis-Bewegungen Spezialattacken ab, die anders sind als alles, was es bisher in der Serie gegeben hat. Und wenn man Charakter für Charakter dahinter gestiegen ist, versteht man auch, warum Capcom sich so entschieden hat. Es passt einfach besser zu Namcos Kämpfern und plötzlich fühlt es sich auch richtig an, erst Kazuyas Mist Step zu machen, bevor man einen Spinning Demon abfeuern kann, um die Combo dann mit einem zerstörerischen Demon Hook abzurunden.

Es fühlt sich frisch und anders an. Und ich mag es. Das spielt sich nicht wie ein Street Fighter mit einer kleinen Portion Tekken, sondern es ist ein ganz neues Spiel. Anders als bei den meisten Team-Prügelspielen gewinnt man eben hier schon, wenn ein einziger Kämpfer geschlagen wird und nicht etwa beide. Das ermöglicht es uns, etwas taktischer zu spielen und tatsächlich beide in den Kämpfen einzusetzen, damit wir das Maximum herausholen.

Außerdem würden man oft verlieren, wenn die Kämpfer regelmäßig durchgetauscht werden, wenn sie Energie zurückgewinnen, solange sie sich erholen. Capcom hat verschiedene Varianten zum Tauschen integriert. Cross Rush, Cross Assault oder Cross Art haben alle ihre Berechtigung, denn sie ermöglichen uns, jederzeit zu wechseln - ganz unabhängig davon, ob wir verprügelt werden, selbst austeilen oder sogar in der Mitte einer sehr langen Combo stecken.

Das System ist ziemlich flexibel und es gibt immer ein Ausweg aus einer kniffligen Situation. In seinen besten Momenten erinnert uns das an Street Fighter III: Third Strike oder vergleichbare Titel. Darüber hinaus ist Capcom ziemlich stolz auf das bereits erwähnte Feature Pandora.

Street Fighter X Tekken
Von der Tiefe und der Logik des Spiels sind wir tief beeindruckt.

Das ist in etwa damit vergleichbar, als würden wir beim Fußball den Torwart vom Platz nehmen und alles auf eine Karte setzen. Per Tastenkombination töten wir einen unserer Charaktere und machen den anderen für einige Sekunden unglaublich stark, bevor auch er stirbt. In diesen Momenten bleibt keine Zeit für lange Combos, aber es gibt die berechtigte Chance, ein Match zu drehen und sogar zu gewinnnen. Das macht jede Partie spannend, weil es viel häufiger zu wundersamen Wiederauferstehungen von verloren geglaubten Seelen kommt als in jedem anderem Kampfspiel.

Den einzigen Einwand, den ich gegen Street Fighter X Tekken vorbringen kann, ist das Gem-System. Leider ist das wiederum auch ein ziemlich wichtiger Bestandteil des Spiels. Damit der Titel einfacher spielbar wird, haben alle Kämpfer die Möglichkeit, sich zwei besondere Fähigkeiten vor dem Beginn einer jeden Runde auszuwählen. So lassen sich dann beispielsweise Würfe automatisch blocken oder Schläge werden stärker. Während des Spiels können wir diese Zugaben aktiveren und von ihren Eigenschaften profitieren. Auch wenn natürlich beiden Parteien diesen Vorteil nutzen können, fühlt es sich überladen und unnötig an.

Aber trotzdem bleibt Street Fighter X Tekken überraschend frisch und es ist definitiv etwas, auf das man aufbauen kann. Es ist schnell, sauber, hat eine gute Online-Unterstützung und ist Profis wie Einsteigern zu empfehlen. Kurzum, es ist etwas, das kein Prügelspielfan verpassen sollte - aber das hatte wahrscheinlich sowieso keiner vor.

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08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
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Neues und flexibles Kampfsystem für Teamfights, 38 erstklassige Kämpfer beider Publisher
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das unnötige Gem-System
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