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Story of Seasons

Story of Seasons

Einfach nur Felder bewirtschaften und Tiere halten war gestern. Der moderne Bauernhof wird zum Handelsplatz und Erlebnisparadies.

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Wer das richtige Landleben genießen will, dem steht seit vielen Jahren die Harvest Moon-Reihe treu zur Seite. Zuletzt kam es aber zu Verstimmungen zwischen Natsume und dem seit Jahren zuständigen Entwickler Marvelous AQL. Der japanische Publisher probiert es daher nun selbst mit neuem Studio, auch wenn die ersten Eindrücke nicht sehr vielversprechend sind. Die gesammelte Erfahrung hat das bisherige Team wiederum in Story of Seasons einfließen lassen. Unter dem neuen Namen erwartet uns eine klassische Erfahrung, die alles das bietet, was wir von einem solchen Spiel erwarten.

Ich bin selbst ein Anhänger der ersten Stunde. Harvest Moon auf dem SNES war eine großartige Simulation mit einer wunderschönen, niedlichen Optik. Schon damals ging es nicht nur um Anbau von Pflanzen und die Aufzucht von Tieren, sondern um die Interaktion mit den Bewohner der örtlichen Gemeinde. Eben jener Aspekt war Harvest Moon-Schöpfer Yasuhiro Wada etwas zu sehr in den Hintergrund gerückt, weshalb er mit Toybox sein einiges Studio gründete und im letzten Jahr Hometown Story veröffentlichte. Leider gelang es ihm dabei aber nicht, ein wirklich unterhaltsames Spiel zu erschaffen.

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Je nach Jahreszeit bauen wir unterschiedliche Dinge an, es gibt verschiedene Tiere und natürlich die Interaktion mit den Bewohnern.
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Story of Seasons wiederum bietet tatsächlich alles, was ich bereits an Harvest Moon mochte. Je nach Jahreszeit bauen wir unterschiedliche Dinge an, es gibt verschiedene Tiere und natürlich die Interaktion mit den Bewohnern. Das Konzept wurde seit der Veröffentlichung von Harvest Moon allerdings erweitert - immerhin gibt es die Reihe seit fast 20 Jahren. Tatsächlich gibt es inzwischen verschiedene Händler, denen wir unsere Waren verkaufen können und die unterschiedliche Bedürfnisse haben. Wir können sogar im Verauf selbst einen Stand auf dem Markt aufbauen. Es gibt Bauanleitungen für Häuser, Möbel, Werkzeuge und Dekorationen. Dazu kommen Rezepte und viele andere kleine Elemente, die das Leben auf der Farm abwechslungsreich machen.

Für all diese Elemente gibt es eine ausführliche Erklärung und einen Ort, an dem die Information noch einmal nachgeschlagen werden kann. Auch wenn alles in die Handlung eingebettet ist, fühlen wir uns durch das lahme Tempo gebremst und etwas gelangweilt. Insbesondere der Einstieg ist ziemlich behäbig im Vergleich zu dem, was uns später erwartet. Allerdings stellt das Team so sicher, dass wirklich jeder versteht, worauf es ankommt und wie Story of Seasons funktioniert. Das macht den Titel auch für Einsteiger interessant.

Wir starten übrigens immer im Frühjahr und lernen relativ schnell, wie wir Felder bewirtschaften. Das Säen, Gießen und Ernten ist dabei vereinfacht, weil wir nicht jede Frucht einzeln bearbeiten, sondern automatisch immer gleich ein ganzes Feld. Dieser Prozess ist ziemlich vereinfacht und trotzdem macht es Spaß. Anfangs sind wir lediglich noch deutlich gebremst in unserem Eifer, weil unsere Werkzeuge zu viel unser Energie brauchen. Später konkurrieren wir mit anderen Bauern um Anbaufläche und bewirtschaften viele solcher Felder und haben auch mehrere Tiere, die übrigens auch jeden Tag gestreichelt werden wollen.

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Zu den weiteren Aktivitäten im Leben auf dem Bauernhof gehört das Fangen von Insekten, Sammeln von Blumen, Angeln und das Schürfen in Minen.

Zu den weiteren Aktivitäten im Leben auf dem Bauernhof gehört das Fangen von Insekten, Sammeln von Blumen, Angeln und das Schürfen in Minen. Vieles Elemente sind wiederkehrend in der Serie. Neu ist aber etwa eine Art Safari-Zone, in der wir seltene Tiere wie Pinguine und Giraffen erleben können. Ziel ist es am Ende nicht nur eine florierende Farm aufzubauen, sondern der ganze Dorfgemeinde zu helfen und insgesamt mehr Besucher anzuziehen. Das muss man sich ein bisschen so vorstellen, wie das was heute auch schon überall in Deutschland passiert. Die kleinen Bauernhöfe bietet zum Teil nicht mehr nur ihre Waren im Hofladen an, sondern werden zu kleinen Attraktionen. Story of Seasons ist also voll am Puls der Zeit.

Hinsichtlich der Grafik hatte ich meist meine Probleme mit den neueren Spielen der Reihe. Als Freund der niedlichen Pixeloptik vom Original empfand ich das meist eher schlecht umgesetzte 3D als Beleidigung. Story of Seasons hat meiner Meinung nach noch immer nicht den gleichen Charme wie der Erstling. Allerdings ist es dennoch ein hübsches Spiel geworden. Es gibt ein paar wirklich nette Wettereffekte wie etwa Sonnenschein und Wind, die recht subtil die Stimmung auf dem Bildschirm beeinflussen. Und auch die vielen Individualisierungsoptionen des Charakters sind eine nette Zugabe.

Story of Seasons braucht ein bisschen, um in Gang zu kommen. Es fühlt sich ein bisschen an, wie die Fahrt mit einer Dampflokomotive. Anfangs will man am liebsten wieder abspringen, weil zu wenig passiert und zu viele Erklärungen den Spaß verderben. Nach ein paar Stunden aber zieht das Tempo an und die Möglichkeiten nehmen zu und irgendwann fällt es sichtlich schwer, den Nintendo 3DS aus der Hand zu legen. Und obwohl die Erfahrung nicht unbedingt innovativ ist und es an einigen Stellen dem Vorgänger Harvest Moon: A New Beginning ähnelt, bleibt Story of Seasons eine schöne Erfahrung und eine gelungene Bauernhofsimulation. Ich wäre gespannt, was herauskommt, wenn das Team wieder mit dem Harvest Moon-Schöpfer Yasuhiro Wada zusammenarbeitet. Das könnte spannend werden.

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07 Gamereactor Deutschland
7 / 10
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viele verschiedene Möglichkeiten, Kernelemente wie der Anbau von Gemüse und Obst und die Aufzucht von Tieren sind noch immer unterhaltsam, Streetpass-Unterstützung, Online-Multiplayer-Optionen
-
Die ersten Stunden sind träge und ein sehr ausgedehntes Tutorial, an manchen Stellen eine schwache Bildwiederholrate
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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KRITIK. Von Martin Eiser

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