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Serien-Kritiken
Star Wars: Visions

Star Wars: Visions - Staffel 1

Diese Zeichentrickserie ist ein kreativer Triumph, aber sie wird nicht bei jedem gut ankommen.

Star Wars: Visions

Star Wars: Visions ist gewissermaßen die Antithese zu dem, was Disney bisher mit ihrer gewaltigen Krieg-der-Sterne-Lizenz angestellt hat - große Investitionen in wenige, dafür umso sorgfältiger kuratierte und kontrollierte Projekte in Mainstream-Ideen. Einige davon, wie The Mandalorian, haben sich ausgezahlt, wohingegen die dritte Filmtrilogie bei den Fans eher etwas weniger gut wegkam.

Bislang hat Disney nicht vielen Star-Wars-Projekten grünes Licht erteilt, doch Star Wars: Visions wirft diesen engstirnigen Ansatz über Board. Diese geradezu chaotische Anthologie stammt von verschiedenen Studios, die sehr unterschiedliche, kurze, aber immer actiongeladene Geschichten erzählen. Keine der Nebengeschichten erfüllt die Kriterien von Disneys bisherigem Ansatz beim Thema Storytelling in Star Wars. Es sind Experimente in ihrer reinsten Form, was vielleicht ein Umdenken in der strengen Narrative symbolisiert.

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Wie es bei Experimenten in Reinform oft der Fall ist, ist das Endergebnis etwas gemischt. Genau wie bei beispielsweise Love, Death & Robots, wird es darauf ankommen, welche der neun 15-minütigen Folgen euren persönlichen Geschmack treffen. Wie japanische Anime variiert Visions seinen visuellen Stil und seinen thematischen Aufbau im Verlauf der Staffel immer wieder. Es ist schwer, das Paket als Ganzes zu beurteilen, da es sich hier um eine Anthologie handelt, die sich nur bis zu einem gewissen Grad mit Star Wars beschäftigt.

Jede Folge unterscheidet sich hinsichtlich ihres Ausdrucks, ihres Erzählstils und ihrer individuellen Interpretation der Star-Wars-Marke. Allein die ersten beiden Episoden zeigen das mit großer Wirkung: Die erste Folge ist eine eindimensionale Geschichte über einen Kampf zwischen einem Sith und einer Art Ronin, wohingegen die zweite Episode die Geschichte einer Rockband auf Tatooin erzählt, die für Jabba the Hutt auftreten muss, um eines ihrer Bandmitglieder vor der Hinrichtung zu bewahren.

Hinter jeder einzelnen Episode steckt jedoch eine recht schöne technische Ausführung. Ich würde raten, sofort auf die japanische Tonspur umzusteigen, was dazu beiträgt, den ausgefallenen Charakter des Konzepts zu verstärken. Doch selbst wenn ihr euch für Englisch entscheidet, ist es wunderschön vertont und meistens tadellos visuell gestaltet. Natürlich blenden einige der Szenen mehr als andere, aber im Großen und Ganzen überzeugt das Material.

Star Wars: Visions
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Star Wars: Visions ist ungefähr so verrückt, wie Star Wars sein kann. Disney scheint alle Zügel fallen gelassen zu haben, seit sie die Rechte von George Lucas erworben und das erweiterte Universum getötet haben. Allein das macht die Existenz dieses Projekts interessant. Es gibt sicherlich kleine Kritikpunkte, wie zum Beispiel, dass einige Episoden ein bisschen zu kurz sind, was sie fast zu Vignetten werden lässt. Manche dieser Geschichten hätten stärker sein können, wenn sie die Extra Zeit bekommen hätten. Möglicherweise hätte es dem Format gut getan, sich nicht so stoisch an die 25-Minuten-Grenze zu halten?

Trotzdem ist Star Wars: Visions ein kreativer Triumph. Obwohl es sicherlich nicht jedermanns Sache sein dürfte, insbesondere nicht für diejenigen, die über klassische Stereotype in Anime nicht hinwegsehen können oder wollen, ist es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Indem Disney die Kontrolle abtritt, erhalten diejenigen, die schon seit Ewigkeiten mit der IP arbeiten wollen, endlich die Gelegenheit, ihre Kreativität auszuüben.

08 Gamereactor Deutschland
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