Cookie

Gamereactor verwendet Cookies, um sicherzustellen, dir das beste Erlebnis auf unserer Website zu bieten. Wenn du fortfährst, gehen wir davon aus, dass du mit unserer Cookie-Richtlinie einverstanden bist.

Deutsch
Startseite
Vorschauen
Star Wars Jedi: Fallen Order

Star Wars Jedi: Fallen Order - Finale Eindrück der Macht

Respawn durchbricht die Stille und lässt uns endlich ein paar Stunden mit der Macht verbringen.

Die Spieleindustrie hat eine Phase erreicht, in der wirklich jeder halbwegs große Titel mit möglichst fettem Hype daherkommen muss. Trailer, Interviews, Demonstrationen und unzählige Details (häufig zu Vorbestellerinhalten und solchem Quatsch) bilden die Marketing-Achterbahn der Emotionen, die dazu führen, dass man sich meist ein bisschen schäbig fühlt, nachdem man die Disc eingelegt hat (oder die Datei startet) und zum Controller greift. Geht mir jedenfalls so...

Star Wars Jedi: Fallen Order wollte so aber nicht werden. Genau wie ein Jedi, der all seine Tricks und Geheimnisse, die ihn zu dem gemacht haben, was er ist, bis zuletzt verbirgt, zeigte sich Respawn Entertainments neuer Versuch zaghaft auf der E3. Die Entwickler haben die Existenz des Spiels bestätigt und ein paar Details angeteasert, doch seitdem wurden nur einige Dinge richtiggestellt. - sonst herrscht relative Funkstille.

EA und Respawn haben mit diesem Projekt gegen die Hype-Regel verstoßen und das bedeutet, dass die meisten zur Veröffentlichung am 15. November nur wenig über das Spiel wissen werden. Das mag einige Zweifel aufkommen lassen, aber Angst ist der Weg zur dunklen Seite und wir wollen uns nicht von diesem Gefühl mitreißen lassen. In Los Angeles konnten wir kürzlich ein paar Stunden reinspielen und uns anschauen, welche Überraschungen die Entwickler von Titanfall für uns vorbereitet haben.

Wir haben ungefähr vier Stunden lang in den Schuhen des Padawan Cal Kestis verbracht, um ihn ein bisschen näher kennenzulernen und uns mit den umliegenden Charakteren in dieser Geschichte zu befassen. Die Ereignisse von Fallen Order sind in der Zeitleiste zwischen den Episoden III und IV angesiedelt - wir können bestätigen, dass alles vor Rogue One geschieht. In dieser Zeit setzt Palpatine seine als Inquisition bekannten Eliteeinheiten ein, um alle verbleibenden Jedi-Ritter aufzuspüren und zu beseitigen.

You watching

Preview 10s
Next 10s
Werben
Star Wars Jedi: Fallen OrderStar Wars Jedi: Fallen Order

Unser Protagonist konnte sein Training aufgrund des fatalen Einsatzes der Order 66, der die meisten seiner Art vernichtete, nicht beenden - das merkt man schon zu Beginn des Spiels. Er ist jung, noch recht unerfahren und muss sich daher immer wieder daran erinnern, wie man die Macht Schritt für Schritt beherrscht. Er tut das alles während seiner Flucht, zwischen der Erforschung von fremden Planeten und den Begegnungen mit den Inquisitoren. Nach einem kurzen Tutorial führten wir den jungen Mann zum Planeten Zaffo. Diese Welt führt uns vom schneebedeckten Äußeren zu Ruinen im Inneren, was an die besten Tomb-Raider-Spiele erinnert.

Das gilt umso mehr, wenn man sich auf die Themenbereiche Erkundung und Abenteuer konzentriert - das beschreibt das Gesamterlebnis während dieser ersten Spielsitzung nämlich am besten. Die Strukturierung der Level in Abschnitte, das Lösen von Rätseln und das Überprüfen der Holomap, um festzustellen, wohin es als Nächstes gehen soll; das alles bestimmt unsere ersten Stunden mit Star Wars Jedi: Fallen Order.

Cal rennt, springt, klettert und benutzt sein Lichtschwert, um den Weg zu beleuchten (übrigens eine sehr intuitive Mechanik). Er fragt bei seinem Robo-Kumpel BD-1 nach, wenn er Hilfe benötigt und nutzt natürlich die Macht, um Rätsel zu lösen oder Echos zu "fühlen" (die verraten uns, was in der Vergangenheit an diesem bestimmten Ort passiert ist). Das Game hat also genügend Werkzeuge, um auch ohne das Lichtschwert auszukommen.

Wir haben uns anfangs direkt mit Zaffo beschäftigt, obwohl einige weitere Planeten zur Verfügung standen. Die Freiheit zu wählen, wohin man als Nächstes will, das war das erste, was mich überrascht hat. Star Wars Jedi: Fallen Order ist ein Einzelspielerspiel, aber das bedeutet nicht unbedingt absolute Linearität, richtig? Respawn erlaubt sogar bei Dialogen eine gewisse Flexibilität und baut dadurch das Gefühl des freien Willens auf, was für einen Titel, in den Spieler vor allem eintauchen sollen, fast zwingend erforderlich ist.

You watching

Preview 10s
Next 10s
Werben
Star Wars Jedi: Fallen OrderStar Wars Jedi: Fallen Order

Nach dem, was wir bisher gesehen haben, konnte das Game unsere Aufmerksamkeit jedenfalls bei sich halten. Je tiefer wir in Zaffo vorgedrungen sind, desto mehr Gabelungen und Nebenpfade fanden wir vor. Versteckte Bereiche bleiben so lange verschlossen, bis wir ein entsprechendes Upgrade für Cal finden, deshalb begleitet uns der ständige Gedanke, dass wir später wiederkommen müssen. Ebenso auffällig ist die Vielfalt der Umgebung, was für einen einzelnen Planeten erstaunlich weit gefasst wirkt.

Mit wachsender Spielzeit erlernte unser Möchtegern-Jedi die Fähigkeit "Force Push", was uns zum einen die Interaktion mit vielen Gegenständen in der Welt erlaubt und zum anderen zusätzliche Möglichkeiten im Kampf ermöglicht. Wir können damit bestimmte Mauern durchbrechen und etwa neue Wege oder Geheimnisse freischalten. Die Entwicklung unseres Charakters, sowie die des freundlichen Begleiter-Droiden BD-1, sind an die Erkundung gekoppelt, sodass Backtracking nicht nur erwartet, sondern unbedingt erforderlich ist.

Wir wissen noch nicht, wie Respawn mit diesem Design- und dem Erkundungselement im gesamten Spiel umgehen wird, aber die Vielzahl der Situationen, die wir in diesen wenigen Spielstunden durchgemacht haben, stimmt uns positiv. Wir sind Eisrodelbahnen hinuntergerutscht, jonglierten mit Metallkugeln und mussten uns durch eine Plattformer-Sektion mit Windströmungen kämpfen. Cal kann den Kurs ankommender Raketen ändern und springt wie der Prince of Persia von Mauer zu Mauer. Es werden ständig neue Elemente als Norm eingeführt und das verhindert (zumindest in den ersten Stunden), dass sich eine Monotonie einstellt.

Diese Weltstruktur und ihre Szenarien gehen natürlich Hand in Hand mit einem Level-Design, das zumindest für den Moment eine willkommene Überraschung darstellt. Diese frühen Abschnitte zeigen sehr gut, dass Star Wars nicht nur in den Sternen stattfindet. Zaffo fühlte sich vielseitig an, alles war auf die eine oder andere Weise miteinander verbunden. Es gibt eine Menge Geheimnisse zu entdecken (Belohnungen, wie Modifikationen für Cals Aussehen, sein Lichtschwert oder sogar für die Mantis - unser Raumschiff).

You watching

Preview 10s
Next 10s
Werben
Star Wars Jedi: Fallen OrderStar Wars Jedi: Fallen Order

Wenn es um Kämpfe geht, ist Star Wars Jedi: Fallen Order eine Liga für sich. Das Team versucht das Gefühl zu vermitteln, dass wir einen jungen Lehrling kontrollieren, der noch kein Meister ist. Cals Kampfstil hat also wenig mit der Akrobatik der Episoden I-III zu tun. Wir sind wendig, aber auch etwas rauer und unsauberer unterwegs.

Jeder Kampf erfordert Konzentration und Beweglichkeit. Das System ist etwas fummelig und ähnelt in gewissem Maße Titeln, wie Sekiro: Shadows Die Twice. Wir kämpfen gegen die feindliche Fauna von Zaffo, stellen uns einigen gewalttätigen Wächtern und legen uns mit einer Horde imperialer Streitkräfte an. Die gingen mit Distanz- oder Nahkampfwaffen auf uns los und weisen unterschiedliche Verhaltensmuster auf.

Dank der Verschiedenartigkeit dieser Begegnungen und eines eindrucksvollen AT-AT-Bosskampfs haben wir gelernt, was es bedeutet, ein Jedi zu werden. Man muss jeden Ansatz bewerten, anstatt blind die Knöpfe zu drücken und auf das Beste zu hoffen. Luke hat das in Episode VIII sehr deutlich gemacht und wir haben seine Lektion gelernt.

Die Gegner sind nämlich nicht zu unterschätzen (und gar nicht zu vergleichen mit denen aus Episode IV-VI). Selbst ein paar normale Stormtrooper können Cal in ernsthafte Schwierigkeiten bringen, wenn wir nicht über unsere Aktionen nachdenken. Wie jeder gute Jedi kann er feindliche Blaster-Schüsse ablenken, doch wer sie zielgerichtet zurücklenken will, muss die Block-Taste im richtigen Moment drücken, woraufhin Cal eine Art Parierbewegung ausführt. Das gleiche Prinzip kommt im Nahkampf zum Einsatz, womit man die Verteidigung seiner Gegner durchbricht.

Die Feinde blocken, kontern und warten auf den perfekten Moment, um uns unvorbereitet zu erwischen. Wir glauben nicht, dass die Begegnungen mit ihnen zu schwierig oder gar frustrierend ausfallen (wir haben den Schwierigkeitsgrad sogar angepasst, da die meisten Feinde unseren Lichtschwertfähigkeiten nichts entgegensetzen konnten), allerdings wird ständige Aufmerksamkeit vorausgesetzt. Umso mehr, wenn wir auf eine große Gruppe von Feinden stoßen. Eine Kombination aus Fernkampf- und Nahkampfgegnern kann zu einem Rätsel für sich werden - uns wenn wir nicht aufpassen, gehen wir ihnen in die Falle.

You watching

Preview 10s
Next 10s
Werben
Star Wars Jedi: Fallen OrderStar Wars Jedi: Fallen Order

Der junge Cal weiß sich allerdings zu helfen. Er weicht aus, führt leichte oder starke Angriffe aus und nutzt die Macht, um Feinde für kurze Zeit zu verlangsamen (später konnten wir Gegner mit dem Force Push wegdrücken). Es gab bereits früh im Spiel eine Vielzahl von Möglichkeiten, mit denen die Kämpfe nicht nur mit dem Schwert gewonnen wurden. Um ehrlich zu sein, ist das manchmal die langweiligste Herangehensweise.

Im Nahkampf müssen wir die Verteidigung und das Parieren beherrschen, was sich überraschend technisch anfühlt. Jeder Angriff, den wir ausführen, führt dazu, dass die Verteidigung des Gegners nachlässt (und umgekehrt). Irgendwann kann er uns nicht mehr blocken. Das ist der Moment für verheerende Hiebe oder, wenn möglich, eine spektakulären Finisher, der den Kampf beendet.

Respawn hat ein System entwickelt, das uns eine gute Kontrolle über die eigenen Aktionen gewährt und es uns ermöglicht, jede Bewegung zu optimieren. Wir mischen all das mit der Macht des Lichtschwerts und mit unserer Kontrolle über die Umgebungselemente, was sich sehr befriedigend anfühlt. Das Spiel wird uns nicht dafür bestrafen, dass wir kopflos in die Schlacht springen oder den Fokus verlieren - unser erster "ernsthafter" Kampf mit einem Säuberungssoldaten machte das deutlich.

Gleichzeitig sieht es so aus, als würde unser Held immer tödlicher werden, je länger wir spielen (obwohl wir das natürlich noch nicht final abschätzen können). Cal steigt weiter auf und erhält mit jedem Kampf Fähigkeitspunkte, die wiederum für neue und mächtigere Talente in einen Fertigkeitsbaum verwendet werden. Die Progression sieht auf dem ersten Blick vielleicht etwas kurz aus, doch das wächst sicher mit der Zeit noch etwas an. Würgegriffe mit der Macht, Lichtschwertwürfe und sogar Dash-Moves sind einige Beispiele für die Fähigkeiten, die uns im Laufe unseres Abenteuers zur Verfügung stehen. Wir wissen, dass Respawn einige wirklich schöne Überraschungen für uns bereithält, um den Kampf noch intensiver zu gestalten.

You watching

Preview 10s
Next 10s
Werben
Star Wars Jedi: Fallen OrderStar Wars Jedi: Fallen Order

Gewonnene Fähigkeitspunkte dürfen wir übrigens nur in sogenannten Meditationszonen nutzen, die überall auf der Karte verteilt sind. An diesen Punkten können wir uns in bester Soulsborne-Manier erholen, die von BD-1 bereitgestellten Heilungseinheiten aufladen oder das Spiel automatisch speichern. All das bedeutet jedoch, dass Feinde erneut erscheinen, deshalb müssen wir uns manchmal zwischen Risiko und Sicherheit entscheiden. Entweder machen wir mit geringer Gesundheit weiter, bis wir eine sichere Zone erreichen oder wir gehen auf Nummer sicher und versuchen den Abschnitt erneut.

Wenn Cal stirbt - und das ist mir häufig passiert, ich spreche also aus Erfahrung -, dann verlieren wir unsere gesammelte Erfahrung und die Stufe unserer Macht. Wir holen uns das Zeug wieder, wenn wir den Bösewicht erschlagen, der uns zuvor erledigt hat (oder indem wir durch eine Lichtschranke laufen, wenn wir an Umweltgefahren gescheitert sind). Es ist ein bekanntes System, das uns zusätzlich in Schwierigkeiten bringen kann, wenn wir uns nicht konzentrieren können. Die unachtsamen Jedi werden bestraft, seid also klug und präzise.

Wir haben unsere Sitzung beendet und uns gefragt, warum nicht mehr von Star Wars Jedi: Fallen Order gezeigt wurde. Diese vier Stunden waren einige der besten, die ich in den vergangenen Monaten erlebt habe. Ein Einzelspielerabenteuer, das die Kraft und Vielseitigkeit der Jedi mit einem präzisen und anspruchsvollen Kampfsystem verbindet und einen Sinn für Erforschung hat. Wenn Respawn dieses Level für die volle Erfahrung beibehält, könnte es sich um eines der besten Star-Wars-Videospiele aller Zeiten handeln.

Ähnliche Texte



Lädt nächsten Inhalt