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Film-Kritiken

Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

Ist es das Finale, nach dem wir gesucht haben, oder sollte J.J. Abrams' neueste Anstrengung in die große Grube von Carkoon geworfen werden?

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Mit Episode IX ist eine Saga zu einer Art Fazit gelangt, die schon länger läuft, als viele von uns alt sind. Regisseur J.J. Abrams hat mit Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers ein visuelles Vergnügen mit sehr emotionalen Szenen und dramatischen Weltraumschlachten entworfen - aber ist es das große Finale, auf das die Serienfans all die Jahre gewartet haben?

Der traurige Tod von Carrie Fisher im Jahr 2016 hat sich zweifellos auf den Effekt dieser dritten Trilogie ausgewirkt. Doch was geschehen ist, ist nun einmal Geschichte und obwohl wir das Kino mit Sicherheit nicht enttäuscht verlassen haben, sind wir nun vor allem froh darüber, dass ein Schlussstrich im Wüstensand von Tatooine gezogen wurde und wir uns nun auf etwas anderes freuen dürfen.

Star Wars hat immer kühne Charaktere und großartige Szenenbilder geliefert, auch Der Aufstieg Skywalkers liefert in dieser Hinsicht ab. Gegen Ende des Films wird es besonders spektakulär, wenn die überlebenden Darsteller von der Macht alle zu einem epischen Kampf zusammengezogen werden, um den Konflikt, der 1977 mit Krieg der Sterne: Episode IV - A New Hope begann, endlich abzuschließen. Abrams und seinem Kreativteam ist es zu verdanken, dass alle Stränge für dieses abschließende Kapitel ordentlich zusammengezogen wurden. Denn ja, wir haben ein Ende bekommen.

Es ist merkwürdig, wie viele Ecken und Kanten ein derart poliertes Hollywood-Produkt hat, denn einige unaufgelöste Handlungsstränge ziehen sich weiterhin durch die Erfahrung. Romantische Untertöne zwischen manchen Figuren werden in der gesamten Saga angedeutet, doch am Ende wird nichts zufriedenstellend gelöst. Man könnte sogar das Gegenteil behaupten und auf unnötige Fragezeichen hinweisen, die über den Kerncharakteren hängen. In Star Wars ging es nie um die Romantik der Weite des Alls (obwohl das in der Vergangenheit ein Thema war), doch Der Aufstieg Skywalkers spielt immer wieder die Chemie zwischen den Hauptdarstellern an, die anscheinend unter der Oberfläche brodelt. Trotz dieser romantischen Untertöne und der herausragenden Bemühungen zur Förderung von Gleichberechtigung in einer weit, weit entfernten Galaxie ist das hier ein Bereich, in dem Abrams stolpert.

Star Wars: The Rise of Skywalker

Der aktuelle Cast wird durch einige bekannte Gesichter verstärkt, die für diese Zugabe zurückkehren. Die neue Riege wird angeführt von Adam Driver, Daisy Ridley, John Boyega und Oscar Isaac und sie leisten mit dem Drehbuch, das sie erhalten haben (ein Skript, das manchmal fast außer Atem kommt, wenn es sich zwischen den Planeten bewegt) einen bewundernswerten Job. Allerdings drohen die generationsübergreifenden, familiären Konflikte manchmal erneut, die ansonsten großartige Erzählung zu überwältigen. Daneben gibt es die scheidende Generation, am offensichtlichsten Fisher und ihre postume Leistung. Mark Hamill und Anthony Daniels gehören ebenfalls zu den vertrauten Gesichtern, die diese neue Trilogie mit denen verbinden, die vor ihnen kamen.

Große, mutige Bösewichte kämpfen gegen die tugendhaften Guten, wir kennen das Format bereits. Es gibt sehr wenig, das diese Linien verwischen würde, der Kontrast zwischen Schwarz und Weiß bleibt stets erkennbar. Dieser binäre Kampf zwischen Gut und Böse in den Sternen verebbt und sprudelt mit dem mutigen Aufstand, der gegen die Erste Ordnung um das Schicksal der Galaxis kämpft. Insgesamt zieht sich Der Aufstieg Skywalkers etwas, bis das Ende genügend Energie angesammelt hat. Der erste Akt trägt das zusätzliche Gewicht, das Die letzten Jedi hinterlassen hat, also ist dieses zaghafte Tempo vielleicht zu erwarten gewesen. Die Stärke des Endes hat den langsamen Start zumindest für uns jedoch überwogen.

In Bezug auf die Cinematografie gibt es viel zu mögen, mit erstklassiger Kameraarbeit (die Verfolgungsjagd auf dem Sternenzerstörer fällt uns sofort ein), ergänzt durch einige der besten Visuals des Geschäfts. Es ist erstaunlich, was Filmemacher mit CGI und dieser Marke alles anstellen können, um die Tradition von Star Wars' brillanten Spezialeffekten fortzusetzen. Mit Droiden in Hülle und Fülle, großen und kleinen Kreaturen, epischen Weltraumschlachten mit Laserstrahlen, sowie natürlich dem Schein der Lichtschwertduelle, war dieser Film visuell ein absolutes Spektakel.

Star Wars: The Rise of Skywalker

Der Aufstieg Skywalkers hat das Star-Wars-Spektakel mit viel Herzblut getränkt. Bei diesem Film handelt es sich um einen Star-Wars-Film, der keine Angst davor hat, das gesamte Ausmaß der Saga für sich zu nutzen, deshalb werden es Fans genießen, dass am Ende alles zusammenkommt - alte und neue Gesichter, die sich bis zum bitteren Ende bekämpfen. Obwohl es sich hierbei um den Abschluss einer neuen Trilogie handelt, hat J. J. Abrams und sein Team den soliden Versuch unternommen, das Ganze in etwas zu verwandeln, das sich gesamtheitlich kohärent anfühlt. Dafür können wir nur dankbar sein.

Ob Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers den Test der Zeit besteht, bleibt jedoch abzuwarten. Unsere Eindrücke, nachdem wir den Film einmal gesehen haben, sind größtenteils positiv, aber wir vermuten, dass wiederholte Betrachtungen nicht positiver ausfallen werden. Wer genauer hinsieht findet in den Momenten, in denen die Geschichte im Vorderpunkt steht, seit geraumer Zeit Schlaglöcher. Es ist ein lustiger Streifzug durch den Weltraum, ein Abenteuer voller Außerirdischer, voller schrulliger Einzeiler und etwas, für dessen Erbe wir eines Tages mit Sicherheit in die Kinositze zurückkehren werden.

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