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Soul Calibur VI

Soul Calibur VI

Soul Calibur VI ist das beste Spiel der Reihe seit Teil 2. Es ist blitzschnell, intuitiv und macht einfach Laune.

Es ist nicht ganz klar warum, aber Soul Calibur war auch schon immer ein Spiel für Gelegenheitsspieler. Vielleicht darum, weil man so einiges mit ein paar Knopfdrücken erreichen kann. Denn es gibt nur drei Knöpfe für den Angriff und einen zum Blocken. Oder deswegen, weil wir mit Waffen kämpfen. Oder weil es schon immer einen guten Singleplayer-Modus gab. Vielleicht sind auch das historische Thema oder die farbenfrohe Kämpfertruppe der Grund?

Es könnte auch eine Kombination von all dem sein, das die Soul Calibur-Fans begeistert. Die Serie ist jedenfalls so beliebt, dass sie den unverdienten Ruf hat, ein wenig zu „casual" zu sein. Vielleicht hat sich das Bandai Namco zu Herzen genommen, denn mit Soul Calibur IV und V begannen verschiedene Experimente, die versuchten, etwas zu reparieren, dass eigentlich völlig in Ordnung war.

Eine Technik, die üblicherweise die Profis von den normalen Spielern trennt, nennt sich Guard Impact. Es ist ein Kontersystem, mit dem talentierte Spieler ihre Gegner mit Angriffen in den Wahnsinn treiben können. Die meisten Leute versuchen, Schaden zu blocken statt zu kontern und durchdringen so kaum die Oberfläche von dem, was ein Kampfssystem eigentlich zu bieten hat.

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Ich erwähne das, weil die größte Neuerung beim Gameplay Reversal Edge heißt, eine weitere Kontervariante im Schere-Stein-Papier-Stil, die für schicke Animationen sorgt. Im Gegensatz zu Guard Impact ist es leichter auszuführen, kann aber auch zurückfeuern. Auf den ersten Blick ist das wohl eher etwas für das breitere Soul Calibur-Publikum und nicht unbedingt etwas, wonach sich die besten Spieler gesehnt haben. Aber es macht Spaß.

Soul Calibur VI ist eine Art Reboot der Reihe und spielt zur gleichen Zeit wie das erste Soul Calibur. Ich liebe Kampfspiele, aber die Storys waren in diesem Genre eigentlich immer Schrott. Trotzdem ist es schön, die klassischen Kämpfer zu treffen - darunter Maxi, Mitsurugi, Taki und Ivy. Sie sind im bestem Alter und nicht die alten Herrschaften aus den späteren Spielen. Die Einzelspielerinhalte sind reichhaltig. Es gibt eine schlichte Story und wenn ihr mögt, könnt ihr mit allen Kämpfern spielen um herauszufinden, was mit ihnen geschehen ist. Außerdem suchen wir noch nach der Libra of Soul, und es ist eine wirklich ausgedehnte Suche.

Hier erstellen wir unseren eigenen Kämpfer mit dem Charakter-Editor. Leider hat Soul Calibur bei Bandai Namco scheinbar nicht mehr den gleichen Status wie früher, denn alle Storys werden durch einen Erzähler und Cartoon-Bilder präsentiert. Das fühlt sich im Vergleich zu Mortal Kombat oder Mortal Kombat X billig an, die einen neuen Standard für Kampfspiele darstellen und die Geschichte ist auch nicht wirklich interessant.

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Egal, ich spiele immer noch glücklich weiter und levele langsam, aber stetig meine Spielfigur weiter auf, lerne mehr über die Features von Soul Calibur VI und nehme an Kämpfen teil, die das Konzept ein wenig durcheinander würfeln. Wer die Reihe kennt, der weiß von Kämpfen gegen mehrere Echsenmänner und Kämpfen, bei denen wir vergiftet sind oder gefährlichen Winden ausgesetzt. Aber diese Dinge werden hier klüger eingesetzt und das Abenteuer hat Elemente, die schon an ein Rollenspiel grenzen. Ganz egal, ob wir böse oder gut sein wollen, uns unterschiedlich für die Kämpfe ausrüsten oder uns mit bestimmten Gegenständen vor besonders harten Kämpfen stärken.

Ob es sich lohnt, sich das Spiel nur für die Einzelspieler-Modi zu kaufen, ist schwer zu sagen. Ich würde das nicht machen, aber wenn ihr Kampfspiele liebt und weder lokal mit Freunden spielen könnt und auch nicht online antreten möchtet, dann bekommt ihr hier mehr als in jedem anderen Kampfspiel - mit Ausnahme von Mortal Kombat. Aber für mich persönlich sind Kampfspiele dafür da, gegen menschliche Gegner anzutreten und sonst nichts.

Gegen CPU-Kämpfer wird es sehr technisch und statisch. Gegen echte Menschen ist das nicht so einfach. Um eure Kombo zu starten, müsst ihr euren Antagonisten austricksen. Aber das ist leichter gesagt als getan, wenn ihr gegen Leute kämpft, die genau wissen wie ihr spielt. In Soul Calibur VI geht es darum, die Kombos zu variieren und die Gegner zu einem Reversal Edge zu provozieren, der ins Leere geht. Soul Calibur VI ist so leicht zu erlernen, dass jeder nach 15 Minuten in der Lage ist, Widerstand zu leisten.

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Selbst Anfänger können euch schnell reinlegen und Dreier-Kombos mit einem Knopf raushauen. Die Steuerung hat sich seit dem ersten Soul Calibur auf dem Dreamcast kaum verändert und sorgt für totale Kontrolle unseres Kämpfers oder Kämpferin. Das Timing hat sich ein wenig verändert, aber Veteranen werden sich wie zuhause fühlen. Die drei Dimensionen kommen hier viel besser zum Einsatz als in den meisten anderen Spielen des Genre. Das dürfte an dem Einsatz von Waffen und der größeren Reichweite liegen. Es fühlt sich natürlicher und intuitiver an, den Gegner zu umkreisen und aus ungewöhnlichen Winkeln anzugreifen.

Soul Calibur VI spielt sich toll und hat eine Menge Inhalte zu bieten. In der Zeit, als die ersten beiden Spiele der Reihe erschienen, waren sie eine Art Messlatte für die Grafik in diesem Genre. Seit Japan bei der Grafik hinter den Westen zurückgefallen ist, gehören die Kampfspiele aber leider nicht mehr zu den hübschesten Titeln. Soul Calibur VI hat eine recht primitive Grafik - zumindest technisch gesehen. Injustice 2 ist da deutlich hübscher und selbst Mortal Kombat von 2015 sieht besser aus. Auf der anderen Seite sind die Animationen butterweich, was eindeutig wichtiger ist. Die Sounds machen ihren Job gut und liefern das epische Gefühl das Bandai Namco erreichen wollte.

Soul Calibur VI ist das beste Spiel der Reihe seit Teil 2. Es ist blitzschnell, intuitiv und macht einfach Laune. Und Geralt of Riva ist der beste Gaststar seit Link in der Gamecube-Version von Soul Calibur 2. Ich freue mich, dass Bandai Namco wieder in der Spur ist, aber hat Soul Calibur heute noch genug Fans, um den Titel zu einem echten Anziehungspunkt des Genre zu machen? Oder wurden die durch ein Jahrzehnt Experimente vergrault? Das wird sich noch zeigen, aber wenn ihr Soul Calibur noch nie gespielt habt, ist Teil VI eine tolle Gelegenheit, sich der legendären Kampfspielreihe anzunehmen und für ältere Fans ist es ein warmes „Herzlich Willkommen".

08 Gamereactor Deutschland
8 / 10
+
Verrückte Spielsteuerung, sehr intuitiv, erstaunlich flüssig, tolle Geralt-Gastkämpfer, relevante Neuerungen, viel Einzelspieler-Content, große Tiefenschärfe
-
Grafik fühlt sich alt und unnachgiebig an
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt