Rob Jetten wird jüngster niederländischer Premierminister
Die neue Regierung verspricht eine Verteidigungsoffensive, verfügt jedoch nicht über eine parlamentarische Mehrheit.
Rob Jetten wurde am Montag offiziell als jüngster Ministerpräsident der Niederlande eingesetzt, nachdem er von König Willem-Alexander vereidigt worden war, doch seine Minderheitskoalition steht im Parlament vor einem unmittelbaren schweren Kampf.
Jetten, 38, führte seine pro-europäische Partei Demokraten 66 (D66) im vergangenen Oktober zu einem überraschenden Sieg und versprach einen Neustart nach Jahren polarisierender Politik, die vom nationalistischen Führer Geert Wilders dominiert wurde. Seine neue Koalition mit den Christdemokraten und der VVD hält nur 66 von 150 Sitzen im Unterhaus, was sie dazu zwingt, für jeden wichtigen politischen Schritt die Unterstützung der Opposition zu suchen.
Im Zentrum der Regierungsagenda steht ein historischer Anstieg der Verteidigungsausgaben, um das NATO-Ziel von 3,5 % des BIP bis 2035 zu erreichen, gegenüber heute etwa 2 %. Die Erhöhung würde durch einen vorgeschlagenen "Freiheitssteuer"-Zuschlag auf das Einkommen finanziert werden, zusammen mit Kürzungen bei der Sozialhilfe, höheren persönlichen Gesundheitsbeiträgen und einer schnelleren Erhöhung des Rentenalters.
Oppositionsparteien im gesamten Spektrum haben den Plan kritisiert. Der linke Führer Jesse Klaver bezeichnete die Vorschläge als unfair und argumentierte, sie würden einkommensschwache Haushalte überproportional treffen, während Wilders versprochen hat, die Initiativen der Koalition offen abzulehnen. Jetten hat versucht, seine Minderheitsposition als Gelegenheit für eine breitere Zusammenarbeit darzustellen und signalisiert, dass Anpassungen der Haushaltspläne in den kommenden Monaten weiterhin möglich sind...
