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Risen 2: Dark Waters

Risen 2: Dark Waters

Das Piraten-Thema ist wenig gebräuchlich in Videospielen. Und so fügt sich der Risen-Nachfolger Dark Waters perfekt in eine Nische, um das bisher ambitionierteste Rollenspiel von Piranha Bytes zu erschaffen. Doch wie gut ist das tatsächlich gelungen?

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Der deutsche Entwickler Piranha Bytes hat eine interessante Geschichte, was die Entwicklung von Rollenspielen angeht. Der erste Teil der Gothic-Serie aus dem Jahr 2001 war sehr vielversprechend, aber es blieb dennoch in vielerlei Hinsicht als Rollenspiel sehr traditionell. Anders gesagt: Es wirkte daher etwas altbacken. Die folgenden Spiele der Serie und auch der erste Teil von Risen schlugen in genau dieselbe Kerbe. Sie bedienten sich der allseits bekannten Fantasy-Szenerie. Aber Risen 2: Dark Waters hat nun endlich mit seinen Brüdern gebrochen. Magie, Kampf und Handlung wurden in eine frische und unverbrauchte Umgebung gesetzt. Leider aber wurden bei der Meuterei so manche Altlasten nicht gleich mit über Bord geworfen.

Der namenlose Held, unser Hauptcharakter aus dem ersten Abenteuer, steht weiterhin im Mittelpunkt des Geschehens. Allerdings erleben wir ihn zu Beginn als gebrochenen Mann, betrunken und angewidert vom Leben. Ihn haben die Ereignisse aus Risen zu sehr mitgenommen und noch immer plagen ihn die Erinnerungen daran. Einen kurzen Moment, ein bisschen Inquisition und ein paar Schiffswracks auf der Insel später allerdings treffen wir ein bekanntes Gesicht, die Piratin Patty. Ihr säbelrasselndes Väterchen allerdings ging verloren. Und das da draußen auf dem Wasser eine Monsterkrake Schiffe in die Tiefe zieht, bereitet uns auch eher Sorgen.

Auf dieser Grundlage führt das Spiel den begonnenen Pfad des ersten Teils fort. Mit dem Unterschied, dass man uns nun für unsere Aufgaben über viele verschiedene Inseln jagt. Der Handlung folgen wir tatsächlich gern, auch wenn es in regelmäßigen Abständen klischeebehaftete Humor-Einlagen gibt. Immerhin ist die Sprachausgabe ziemlich gelungen.

Risen 2: Dark Waters
Voodoo und Piraten sind eine willkommene Abwechslung im Rollenspiel-Genre.

Es gibt viel zu entdecken, aber nicht jeder einzelne Affenzahn muss bei den Bewohnern abgeliefert werden. Um auf die nächste Insel zu kommen, müssen wir viele Entscheidungen treffen, weil die Aufgaben verschiedener Fraktionen sehr oft gegensätzlich sind. Zu den ersten einfach Aufgaben gehört es, verlorene Schiffe zu finden, wertvolle Schätze zu bergen oder aber ein paar fiesen Typen den Ausgang zu zeigen. Gesammelte Erfahrung wird genutzt, um verschiedene Bereiche zu stärken, wozu Nahkampf, Intellekt oder Voodoo-Magie gehören. Tatsächlich müssen wir uns unsere Fähigkeiten sehr hart erarbeiten. Dazu kommen allerhand Klingen, Musketen und auch Leopardenfelle. Die Erscheinung unseres namenlosen Heldens wird erstmals bis ins letzte Detail sichtbar. Ein erfahrener und weitgereister Veteran wird an seiner gesamten Kleidung erkennbar sein.

Der Kampf wiederum wurde im Vorfeld bereits ausufernd angepriesen, allerdings kann gerade der nicht die Erwartungen erfüllen. Ziel sollte es doch sein, auf dem Bildschirm das Piraten-Thema auch in den Gefechten zu verarbeiten, allerdings scheitert dies an ein paar ganz entscheidenden Problemen.

Besonders in der ersten Hälfte des Spiels sind unsere Möglichkeiten peinlich beschränkt. Mit einem einfachen und schwachen Angriff die gefühlten ersten drei Stunden des Spiels bestreiten zu müssen, sorgt für keine besonders schöne Spielerfahrung. Glücklicherweise steigert sich später die Abwechslung etwas. Wir können unseren Gegnern Sand in die Augen werfen, mit Pistolen schießen und ihnen die Kehle aufschlitzen. Leider spielen aber die Feinde nicht so gut mit. Ausgeklügelte Kombos oder Strategien scheitern einfach an der Tatsache, dass manche Gegner sie blocken und sich zudem von unseren kleinen Ablenkungen zu schnell erholen. Wir müssen sie also mit den einfachsten Angriffen mühevoll niederringen und uns dabei oft heilen. Wir können zwar auch unfaire Methoden einsetzen, aber es bleibt frustrierend. Das Spiel gibt uns viele Fähigkeiten, aber wir können sie zu selten richtig gut einsetzen.

In der Fable-Serie zum Beispiel war die Kombination von Waffen und Fähigkeiten viel besser gelöst. Risen 2: Dark Waters glänzt wieder durch eine schwache Umsetzung von eigentlich guten Ideen. Es gibt zum Beispiel ein paar starke Schusswaffen, aber bei denen hängt ein Treffer weniger davon ab, wie gut wir zielen, sondern erfolgt eher zufällig.

Der Anspruch von Risen 2: Dark Waters ist ziemlich deutlich sichtbar und das Spiel läuft auch deutlich stabiler als sein Vorgänger. In den vierzig Stunden Spielzeit ist es nur zweimal abgestürzt. Alle Fehler konnten aber nicht beseitigt werden. Eine Mission war zunächst nicht lösbar, weil die Wache nicht schlafen ging, wie es aber eigentlich vorgesehen war. Glücklicherweise "löste" sich das Problem, weil die Wache beschloss, sich auf eine Mauer zu setzen und so in der Luft hing. Dadurch konnte man einfach vorbeischleichen. Schlimmen Fehler aber wurden vermieden und die wirklichen Schwachpunkte des Spiels betreffen vor allem die Spielmechaniken selbst.

Risen 2: Dark Waters
In den Kämpfen zeigen sich leider die großen Schwächen des Spiels.

Sandstrände, Stürme und alte Tempel sind im Wesentlichen überzeugend umgesetzt. Der Dschungel besteht aus einer üppigen Pflanzenwelt und es gibt Momente, in denen wir einfach die wunderschöne Aussicht auf Täler und entfernte Ruinen genießen. Die Animationen auf der anderen Seite leiden vor allem in der Nahaufnahme unter den steifen Gefechten. Die Charaktere wirken etwas comichaft. Und obwohl das Spiel von Klischees nur so wimmelt, erleichtert uns dieser Stil auch die Identifikation mit den unterschiedlichen Charakteren und ist zum Piraten-Leben immer ganz passend gewählt worden.

Risen 2: Dark Waters hat neues Land entdeckt und bringt eine Menge guter Ideen mit, aber die zum Teil schlechte Umsetzung holen das Rollenspiel auf den Boden der Tatsachen zurück. Piranha Bytes wissen, wie sie eine gute Geschichte erzählen können. Sie scheinen auch das Zeug zu haben, ein Spitzenspiel zu entwickeln. Ihnen fehlt aber die Fähigkeit, ihre eigene Arbeit zu reflektieren, aus Fehlern zu lernen und ihre in die Jahre gekommenen Überzeugungen endlich aufzugeben. Als Spiel mit Piraten-Thema ist Risen 2: Dark Waters sicher nicht schlecht. Es gibt viel zu sehen und wir können eine Menge entdecken. Wir müssen dafür "nur" eine lange Durststrecke am Spielanfang hinter uns bringen, damit die besonderen Spielmechaniken endlich zum Tragen kommen.

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06 Gamereactor Deutschland
6 / 10
+
Piraten, sehr viel zu entdecken
-
steife Kämpfe, unschöne Lösungen beim Spieldesign
overall score
ist die Durchschnittswertung von Gamereactor. Wie hoch ist eure Wertung? Die Durchschnittwertung aller Gamereactor-Redaktionen wird aus den Wertungen in allen Ländern erhoben, in denen es lokalen Gamereactor-Redaktionen gibt

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  • Hotzenplotz
    Risen 2 Logbuch. (Bewertung folgt am Ende des Logbuchs.) Tag 1: Ein Schock jagt den Nächsten. Ich bin sicherlich kein Grafikfetischist aber das... 7/10

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